Kaffeeautomatenterror

Wir haben seit Jahren eine Jura Impressa C5 Maschine. Auch mal gerne genervt „ScheisseErna“ genannt, wenn sie zu just unliebsamen Zeiten (z.B. kurz vor Frühstück, oder wenn man sich einen weiteren Kaffe ziehen will, etc. ) um Aufmerksamkeit (Filterwechsel, Reinigung) und um Hege (gib mir Wasser, gib mir Bohnen, mach mich sauber) bettelt und ohne diese die Zubereitung verweigert.

ScheisseErna hat auch einen Wasserfilter (Jura Claris) im Tank der alle 80-100 Tassen gewechselt werden will. Der Kaffee schmeckt (zumindest für uns gefühlt) mit dem Filter angenehmer. Der Filterwechsel ist einfach: Wartungsklappe öffnen, Taste für Filter drücken bis sie blinkt, Filter im Wassertank tauschen, Tasse unter Dampfauslauf stellen, den aufdrehen und wenn der Spülvorgang fertig ist, den Dampfauslauf wieder abschalten, fertig.

Letzte Woche wollte der Dampfauslauf nicht spülen, hin und her und hin und her, aus- und wieder einschalten, wirres Knöpfen drücken, nichts außer „f.u.“ Blinkzeichen. Mit neuem Filter oder dem alten Filter gab es dann auch keinen Kaffee mehr. Ohne Filter hat ScheisseErna dann wieder Kaffee machen wollen. *wtf Der Anruf beim Kundendienst eröffnet eklatant mangelhaftes Maschinenwissen (Handbuchvorleser) und der klägliche Versuch eine neue Maschine für uns attraktiv zu gestalten. Will ich aber nicht hören, ich will meine ScheisseErna behalten, die gehört schliesslich hier hin.

Heute dann die RadikalKur: ScheisseErna bekommt den Filter deaktiviert (anschalten, Drehregler auf P, Filterknopf drücken bis leuchtet, per Drehknopf alle Segmente ausschalten und drücken), weil es geht grundsätzlich ja auch ohne. Und dann dachte ich an den Windows-Effekt: Was ist mit eine Option ab- und dann wieder anschalten? *hmm Also gleiche Prozedur an ScheisseErna erneut ausgeführt (nur das die Segmente diesmal leuchten müssen), diesmal  läuft der Dampfauslauf sofort los, spült ordentlich zu Ende und ScheisseErna blinkt dann irgendwie glücklicher. Sie darf bleiben. Vielleicht braucht sie auch einfach nur einen anderen Namen.

Belästigung Teil 2

Die Lösung allen Übels heisst FAZ.NET AdLight und kostet 1,99€ im Monat. Um den AdBlocker auf faz.net weiter nutzen zu dürfen, will man zusätzliches Geld haben.

Als Abonnent bekommt man die 1,99€ jeden Monat wieder gutgeschrieben. Nach Abschluss wird man dennoch weiterhin belästigt, man muss sich einmal abmelden, den Browser schliessen, den Cache löschen und sich neu anmelden, dann darf man wieder FAZ lesen. Ist das nicht nett?

Belästigung

Zeitungen online zu lesen finde ich grundsätzlich gut. Das entspricht meinem Nutzungsverhalten und kommt meiner Zeiteinteilung und Verfügbarkeit sehr entgegen.

Nun gibt es ja die ach so bösen AdBlocker im Browser, die man als wehrloser Internetnutzer heutzutage fast schon verwenden muss, damit man von den besuchten Internetangeboten überhaupt noch etwas lesen kann, ohne einen epileptischen Anfall zu erleiden. Die cleveren Verlagshäuser bieten dann irgendwann Abo-Modelle an, die eine Nutzung der WebSeiten durch Zahlung einer monatlichen Gebühr legitimiert und die lästige Werbung ausblenden. Guter Deal.

Der Wiesbadener Kurier macht das etwas anders, man darf zahlen und online lesen und bekommt als Danke die gleiche Werbung eingeblendet wie ohne Abo (click). Folge: AdBlocker. Folge-2: irgendwann ein schlechtes Gewissen beim Abonnenten, ergo Abo wird gekündigt, WebSeite des WK wird nicht mehr besucht. Well done.

Sie SZ hat sich seinerzeit gleich komlett hinter einer Paywall versteckt, aber keine vernünftigen online Abo-Angebote gemacht. Ok, die musste ich dann auch nicht mehr lesen. Schade, aber war dann halt so. Die Paywall bei der Bildzeitung und beim Spiegel begrüße ich ausdrücklich als wirksamen Content-Filter gegenüber der Öffentlichkeit.

Und jetzt kommt die so sehr gemochte FAZ auch noch daher. *argh Für die zahle ich Trottel doch tatsächlich monatlich satte 45€ und bekomme seit Tagen das zu sehen:

machmal auch nur der Paywall-Hinweis so das ich die Artikel-Seite x-mal neu laden muss, bis ich den Artikel dann endlich lesen darf. Ich bin so was von genervt, dass ich kurz davor bin das Abo zu kündigen und auf ARD und ZDF zu wechseln. Aber ach, da sind die notleidenden Medien der Republik ja sehr erfolgreich unterwegs die News-Onlineangebote den genannten Sendeanstalten dermaßen zu verkrüppeln, dass man den eigenen Mist weiter als „hottest-shit“ vermarkten kann. Den AdBlocker auf faz.net auszuschalten ist leider auch keine Option, weil man trotz Abo und valider Anmeldung sofort wieder Werbung eingeblendet bekommt und die Seite einen wenn auch nur minimalen Würgreflex bei mir auslöst. Unaufdringliche Werbung my ass! Ich zahle, also will ich die Scheisse erst gar nicht sehen. Die wollen doch gekündigt bekommen, oder?

Scheiss Waffen

Es ist ein anderes Land, ohne Möglichkeit der Grenzberührung. Letztlich geht es mich nichts an wenn diese Creeps in den USA legal die übelsten Schusswaffen kaufen können und die kranken Köpfe dann irgendwann den privaten Krieg gegen deren Mitbürger ausrufen.

Doch was macht eine Waffe aus einem Menschen? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das es sich komisch anfühlt. Eine merkwürdige Erfahrung aus Macht und Stolz. Du nimmst dieses Eisen in der Hand nachdem Du gelernt hast damit umzugehen und fühlst Dich sicher, wehrhaft, wichtig. Du kannst vielleicht auch noch ziemlich gut mit dem Ding umgehen, bist stolz auf die Fähigkeit an sich, siehst und trainierst den sportlichen Teil und vergisst den eigentlichen Zweck. Das Gewicht an der Seite, gibt Dir auf sehr fragwürdige Weise eine gewisse Sicherheit. Doch vor was eigentlich?

Und dann kommt der Tag an dem Du drauf vorbereitet werden sollst, dass Du mit dem Stück tödlichen Metals auf einen anderen Menschen zielen könntest. Müsstest vielleicht. Du wirst geschult selbst zu entscheiden wann Du es machst, wann Du anlegst und wann den Abzug ziehst. Alles blitzschnell und richtig im Sinne der Gesetze. Dann beginnst Du darüber nachzudenken ob Du das wirklich könntest und willst es nicht. Du weisst aber auch, dass es Du könntest. Du kannst und weisst alles was dazu notwendig ist. Dennoch ist es keine Sicherheit eine Waffe vor sich zu halten, die ist trügerisch und falsch. Das alles liegt hinter mir und ich bin froh drum.

Was würde ich tun, wenn man auch hierzulande so einfach Schusswaffen haben dürfte? Ich würde mir welche kaufen, schon alleine als Konterpart und weil ich nicht sicher sein kann, ob und wann ein hiesiger braindead Abfuck mir den Krieg erklärt.

Ich bin froh, dass in Deutschland die Waffenbeschaffung so schwer ist und ich wünsche mir das dies auch so bleibt. /eom

Szenen einer Ehe

Vor kurzem habe ich meine eigentlich gerne genutzten Sennheiser Bluethooth onEar MM 450 Travel verkauft, beim Sport haben die sich zunehmend als unpraktisch erwiesen. Zu groß, zu unhandlich, zu schwitzig beim stationären Fahrradfahren. Jetzt habe ich mir als Test ein paar günstige BT inEar mit Ohrbügel beschafft und es geht tatsächlich besser. Nur die GummiNupsies für Ohr sind nach einigen Trageversuchen dann doch zu klein. Jetzt finde ich aber die Anderen nicht die noch in der Lieferverpackung waren. Das macht mich kirre, weil ich solche Ersatzteile in einer festen Schublade im Speicher fast schon horte.

Die Schublade sieht komisch aus, kann aber auch sein da die Kommode vor kurzem für Handwerker verschoben wurde. Muss ich mich später kümmern, erst will ich die anderen Nupsies finden. Die Gattin vernimmt mein schimpfen und maulen über meine mir selbst ungewohnte Schlamperei, während ich diverse in Frage kommende Stellen der Wohnung durchsuche, sagt aber nichts.

Irgendwann fragt sie dann doch latent genervt und ich schildere, dass ich die GummiNupsies der neuen Ohrhörer suche, weil ich die in meiner Kleinteileschublade nicht finde. Sie hätte da letzt aufgeräumt, ich solle mal genau schauen. *gulp SIE HAT WAS? Meine Schublade war peinlichst sortiert, ich hätte blind und des nachts um 3 dort hineingreifen können und hätte sofort gefunden was ich gesucht hätte. Ok, um 3 Uhr Nachts sucht man dort i.d.R. nichts, aber ich hätte können.

Ich nehme also die Schublade auseinander und finde die Nubsies und sortiere danach alles wieder so, wie ich es für richtig halte (Kopfhörerzeugs zusammen, div. Kleinelektronik, Fotozeugs, USB-Kabel, Batterien, usw.) Die Gattin kommt vorbei, sieht was ich mache und beschwert sich, ihre mühsam errichtete Ordnung würde ich ja wohl gerade wieder zunichte machen. Sie fände dort jetzt sicher nichts mehr. Ich erwidere, dass sie sonst auch  nicht an die Schublade ginge. Ja schon meint sie, aber es könnte ja mal sein.

Da sagst Du als ordnungsliebender Mann nichts mehr.