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Installationsmehrkampf 2/2

22 July 2014

erster Teil

Man installiert also den Installer (es hilft währenddessen etwas flacher zu atmen und/oder den Server zumindest nicht zu sehr anzustarren), anschliessend den USB-Treiber. Dabei überlegt man, dass man die Servicepacks auch gut auf DVD (‘ne doch besser CD) hätte brennen können, aber das ist jetzt auch egal, jetzt ist man ja schon so weit gekommen. Der USB-Treiber wütet auf dem alten System herum und der Stick kommt nach einem Neustart wieder dran. Das Gute: Die Büchse friert nicht ein. Das Schlechte: der Stick kann nicht gelesen werden, weil der Kerl am Keyboard einen Stick mit extFAT-Dateisystem (wer zum Teufel macht so was?) erwischt hat und das kann das dumme W2K irgendwie nicht. Also zurück an den Rechner, dazwischen die Häme der Kollegen erfahren, ein oder zwei Kaffee trinken, ein Telefonat führen, bisschen was sinnvolles arbeiten, vergessen was man eigentlich wollte, dann den Stick wieder finden, diesen in FAt32 formatieren, die Servicepacks neu drauf kopieren und zurück in den Server-Raum trotten. Die erneute Häme der Kollegen schüttelt man in dem Stadium des Installationsmehrkampfes schon eher lässig ab. Das ist etwas persönliches zwischen dem Server und dem Admin geworden. Hier geht es eine Demonstration der Überlegenheit des Admins. Ums gewinnen.

Der Stick wird nun erkannt und gelesen, SPs kommen auf den Desktop (nur nicht husten jetzt) und es kann losgehen. Die Installation der W2k-SPs ist rein von der notwendigen Zeit aus gesehen ein sehr ordentliches Geduldsspiel, war es schon immer. Nach einigen Hin- und herlaufen wegen der Neustartens (Remote geht bei dem Ding nicht mehr so richtig) überlegt man sich, ob man nicht eben das defekte Remote auch gleich fixen soll. Man entscheidet sich vorerst mal dagegen, weil irgendein guter Engel leise ‘lass es sein – BITTE’ flüstert. Ist es zu laut im Serverraum hört der Admin es nicht und macht es dann vielleicht dennoch. Das wäre im Mehrkampf die Kür mit den extra Punkten. Kann man sich aber nichts für kaufen.

Also die SPs sind dann irgendwann auch mal installiert und man kommt zurück zum eigentlichen Starter des Ganzen. Die uralt-CD des Programms ist jedoch dermaßen verkratzt, dann man ernsthafte Zweifel entwickelt, das die überhaupt gelesen wird. Hätte ja man auch mal vorher schauen können, aber nun ist man nun schon mal soweit, ….Sie ahnen es, die CD wird abgewiesen, rubbeln am Hosenbein hilft nicht, also zurück an den Rechner, (man gewöhnt sich auch an Häme) und die CD in den Brenner eingelegt. Der kann auch mit weniger guten CD noch gut umgehen. Der schafft sie tatsächlich zu lesen und nun entscheidet man, ein Image von der CD zu bauen um damit eine neue CD zu brennen. Wäre da nicht der Kopierschutz auf dem defekten Scheissding. Mal wieder typisch, nichts funktioniert, aber der verschissene Kopierschutz tut. Na gut, die erneut aufkommende Häme fühlt sich mittlerweile irgendwie gut an. In den Weiten des Internets findet man hilfreiche Möglichkeiten, entschuldigt sich in Gedanken und zum Wohle des ruhigen Gewissens beim Hersteller, den es längt schon nicht mehr gibt.

Die neu gebrannte CD wird feierlich zurück zum W2k getragen und der Installer darf nun und der User kann am Ende seine Datei öffnen. Man hört ihn glücklich an seinem Platz jauchzen und sich geräuschvoll an dem alten vertrauten Interface ergötzen. Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man zum Sieger über die Technik wird.

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und falls

22 July 2014

mich hier jemand am Samstag, Sonntag und Montag gesucht, aber nur einen Jongleur gefunden hat, ich hatte die fixe Idee das betagte Debian 6 Betriebssystem gegen das Debian 7 auszutauschen. Da der Server jedoch nur virtuell besteht, musste ich dazu den alten Server löschen und neu aufsetzen. Das zuvor beim Provider erfragte Handling des Server-Management-Backup (aka. Plesk) hat jedoch alles andere als wie versprochen funktioniert, so ich dann den Großteil des Sonntags damit verbrachte den verdammten Fehler zu finden. Nachdem der Support des Providers sich für meinen Geschmack nicht nur bemühte, kam mir das ich Depp über das Backup von Plesk eigentlich Zeit und Aufwand sparen wollte und nun Zeit darin verschwendete, zu verstehen warum Plesk so fehlerhaft arbeitete.

Der Montag ohne meinen Server genügte mir die wohl längst überfällige Entscheidung zu fällen, mich anstatt mit Plesk und/oder dem Provider weiter herum zu ärgern, die Kiste aus meinen vorsorglich erstellten Backups einfach neu aufzusetzen, quasi von Hand und alles von vorne. Dann gestern, nach 2 Stunden etwas intensiver Arbeit, war er wieder da. Komplett. Wunderbar. Manchmal frage ich mich, warum man sich das Leben mit Absicht so schwer macht, nur um sich etwas zu beweisen. :donno:

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Installationsmehrkampf 1/2

22 July 2014

In jedem kleinen oder mittelgroßen Server-Raum den ich kenne, gibt es mindestens einen Server, der läuft so vor sich hin. Um den kümmert sich eigentlich kein Admin so richtig, weil da irgendein unwichtiger Scheiss drauf läuft, schon immer. Abschalten und migrieren kann man die Kiste nicht, weil der Service kaum oder nur noch wenig frequentiert wird, eine Lizenz nicht transferierter ist, oder man keinen Installer für der Scheiss sehr hat und und und. Man bekommt meist auch kein Budget, weil keine Not und überhaupt braucht es doch keiner. Bis auf einen oder zwei Kollegen, von denen man weiß und die fast schon darum betteln die Kiste bitte am Leben zu lassen, sobald man diese User darüber informiert, dass die Büchse nun endgültig offline geht. Man lässt sie laufen, bis sie ausgeht und dann ist halt Schluss. Wenn Sie jetzt nicht verstehen was ich meine, fragen Sie bitte einen Admin in Ihrer Umgebung, er erklärt es Ihnen sicher.

Das also zur Vorgeschichte. Der Installationsmehrkampf geht so:

An dem Server muss man irgendwann doch etwas machen, zum Beispiel weil ein User eine ururalt-Datei nur noch einmal öffnen will/muss. Es handelt sich um eine Maßnahmen innerhalb der umgehend todbringenden Priorität 1++**. Man kann aus Gründen keine aktuelle Maschine nehmen und so erinnert man sich an den einsam vor sich hinlaufen Server (W2k). Der Admin wägt ab, Viewer suchen vs. neue Version (ist meist sowieso nicht mehr kompatibel) und entscheidet sich für die vom User dargebotene Installationsdatei auf seiner Original-CD.

Legt man diese ins Laufwerk will sie jedoch kurz darauf ein Service-Pack (SP) des Betriebssystems vorfinden. Dabei fällt einem dann ein: ja stimmt, auf dem Ding läuft ja nur SP2 (Insel-System, kommt nicht nach draußen, nur LAN – macht also nichts). Man findet das SP3 und auch gleich noch das SP4, lädt es von einem anderen Rechner herunter, der vorhandene Internet Explorer 4 wird erst gar nicht auf das heutige Internet loslassen und schiebt die SPs auf ein globales-Netzlaufwerk (Share). Am W2k will man auf das Share zugreifen, das geht aber nicht. Neu verbinden geht auch nicht, es erscheinen sehr merkwürdige Meldungen die man vielleicht noch wegen des Wortlauts amüsiert einem Kollegen zeigt, aber verbinden will sich der Bock partout nicht. Den Kampf will man nicht auch noch eingehen, denn wozu gibt es USB.

Man nimmt einen heutzutage durchaus üblichen Stick mit 64GB aus der Lade und schiebt die SPs vom anderen Rechner drauf. Der Server erschrickt sich jedoch vor den mobilen 64GB dermaßen und friert erst einmal ein. Der Schuldige ist der USB-Treiber, der im System-Manager nach dem Not-Neustart anklagend sein gelbes Ausrufezeichen zeigt. Also wieder zurück an anderen Rechner und den zuletzt kompatiblen Treiber des Board-Herstellers gesucht, flugs heruntergeladen, ein andere USB-Stick <2GB ist auch gefunden und rein damit. Oh, der Installer verweigert den USB-Treiber, weil der nach einem aktuellen Installer schaut, der (natürlich) nicht drauf ist. Der kommt ja mit dem SP3. Klar oder? Können Sie bis hierhin folgen? Ja? Gut. Wir sind noch nicht fertig.

Wieder zurück an den anderen Rechner um den nun zuletzt kompatiblen Installer zu finden. Den dann gemeinsam mit dem USB-Treiber auf CD gebrannt und zurück an die Büchse. Die CD lädt und lädt und lädt, bis der Server zugibt die CD dann doch nicht lesen wollen, weil er nicht kann. Die entnommene CD ist blitzsauber, dennoch wird sie mehrfach über das Hosenbein gezogen und wieder eingelegt. Das Spiel wiederholt sich, so lange bis man eine neue CD gebrannt hat. Hat man viel Pech, vergisst man die ‘defekte’ CD aus dem Laufwerk des Servers zu holen und freut sich gemeinsam mit der frisch gebrannten neuen CD beim zurückkommen, weil die Kaputte nun plötzlich doch läuft. Hätte man ja … aber ach, alles prima. 

(Teil 2 folgt)

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da sucht man

18 July 2014

nach Brillenbändern und bekommt von Amazon

Bildschirmfoto 2014-07-18 um 10.07.28

gezeigt. Was wird das nun wieder mit dem Algorithmus anrichten, der mir beim Besuch von Amazon immer Produkte vorschlägt, für die ich Interesse haben könnte. Wie erkläre ich der Gattin, das es nicht so ist wie es aussieht, falls sie mir über die Schulter schaut? Das sind Probleme, nicht weil einige freudetrunkene Sportler irgendeine Gangart nachahmen. Wie auch immer, aus reiner Vorsicht werde ich Amazon wohl eine gewisse Zeit nicht besuchen, schon alleine damit der Algorithmus sich dann wieder freut und quasi ein neutrales failsave ausliefert. Hoffentlich.

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