eine schlechte und vier gute

16:40 Uhr, es klingelt das heute bereits mehrfach verfluchte Telefon im Büro:

Die beste Tochter von allen: Hi Papa.

Ich (entspannt): Hi Schatz.

Die beste Tochter von allen (aufgekratzt): Ich habe eine schlechte und 4 gute Nachrichten.

Ich: Wie wären „vier gute und eine schlechte“? Klingt andersrum irgendwie freundlicher.

Die beste Tochter von allen (weiterhin aufgekratzt, ich höre sie grinsen): Ok, ich habe vier gute und eine schlechte Nachricht.

Ich (Hammer erwartend): Ok, zuerst die Schlechte bitte.

Die beste Tochter von allen (sachlich): Ich habe die Physikarbeit versemmelt. Ne 4.

Ich (aufatmend): Schäm Dich. 🙂

Die beste Tochter von allen (freudig): Ich bekomme aber dennoch eine 2 im Zeugnis.

Ich (noch mehr aufatmend, weil den Unterscheid zwischen guten und schlechten Nachrichten kennt sie. Es kann also nur noch schönes kommen): Super. Klasse gemacht. Was sind die anderen 3 Guten?

Die beste Tochter von allen (stimmlich hüpfend): In Deutsch bekomme ich auch eine 2, die Englischarbeit war eine 2, somit bekomme ich auch hier die 2 und überhaupt ist alles klasse.

Ich (mithüpfend): Wow, das ist klasse, prima. Ist das ein geiles Gefühl?

Die beste Tochter von allen (weiter hüpfend): Und wie geil das ist. ..*wortschwall*

Ich (laut grinsend): Wie schaut nun der Durchschnitt vermutlich aus?

Die beste Tochter von allen (feixend): Müsste so um die 2,3 werden.

Ich (sprachlos): ….

Die beste Tochter von allen: Papa?

Ich: Und das von der 4,3 des letzten Jahres. wow.

Die beste Tochter von allen (freudig): ja. 4,3 vom letzten Jahr. Geil oder?

Ich: Ich freue mich sehr und bin auch sehr sehr stolz auf Dich. Das hast Du prima hin bekommen.

Die beste Tochter von allen (erfreut): Danke.

Ich (froh eine fleissige Tochter zu haben): Bitte, oh mann.

Die beste Tochter von allen (neutral): Ja total geil. *wortschwall*

Ich: Job ruft, muss leider auflegen, bis heute Abend. *kusswerf*

Die beste Tochter von allen: Ok, bis später.

*klick*

Wir sind so was von stolz auf die Kröte, es fehlen die Worte. Nach all den mühevollen Gesprächen, bitten und betteln, zwingen und drängen, beknien und beschwören, nach endlose langen Wochen mit überstrapazierter Geduld und beharrlichen Standpunkten, geht dieses tolle Mädchen hin und macht aus einem miserablen Notendurchschnitt von 4,3 eine wunderbare ~2,3.

Sie hat es letztlich doch begriffen das sie nicht unseretwegen zur Schule geht. Aber was war das für eine ‚Arbeit‘? Ich mag das nicht nochmal machen und sie sicher auch nicht. Ich bin überzeugt, dass sie insbesondere mich mehr als einmal zur Rundreise zum Mond-Mars-Saturn hätte schießen wollen.

Alles Schatz, solange Du Dich nicht mehr so hängen lässt!

/stolze Mama und stolzer Papa/     [crosspost aus geplagte-eltern.de]

[Bild © unbekannt]

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