Städte scannen

Das Projekt nennt sich Streetview und soll Besuchern der Google-Webseite Maps eine 3D-Ansicht der jeweilig so erfassten Stadt vermitteln. Ein Stadtbummel von zu Hause aus. Das muss ich mir ansehen und war daher kurz in San Francisco, in Fairbanks (Alaska) und endlich mal in Miami. Alles für lau. *sigh* Ein amüsanter und kurzweiliger Zeitvertreib, so wie Google-Maps an sich alleine schon sein kann.

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Auf heise.de wird nun der bundesdeutsche Datenbeauftragte zitiert, der die ganze Sache sehr kritisch sieht. Das muss er auch, das ist sein Job. Doch beim lesen des Artikel musste ich eigentlich ungewollt auflachen:

… Für Schaar ist denkbar, dass Hausbesitzer beispielsweise mit Werbung für Renovierungen von Unternehmen konfrontiert werden, die den Zustand von Häusern in Google Street View betrachtet haben. Kriminelle könnten interessante Objekte ausspähen. Fraglich sei zudem, wie sensible Einrichtungen wie Frauenhäuser vor Ausforschung geschützt werden. Auch könnten Googles Bilder für Bonitätsbewertungen herangezogen werden, die negative Konsequenzen bei der Kreditvergabe haben könnten. ….

[quelle: heise.de]

Ich finde dieses nörgeln, mit Gewalt das Haar des Kochs in der Suppe zu finden ist hier für mich mal wieder typisch deutsch. Nennt mich meinetwegen beschränkt oder phantasielos oder gutgläubig (das bin ich zur Abwechslung aber wirklich), würde ich etwas davon tun wollten was Herr Schaar hier an bösem Szenario an die Wand malt, könnte ich mich per Auto/Zug/Flugzeug ebenso gut auch dort hin bewegen. Das Problem ist Aufwand, Zeit und Geld. Stimmt. Aber vom Prinzip ausgehend, sich heute die optische Informationen zu beschaffen ist lediglich schwieriger und kostet mehr.

Auf tagesschau.de wird dieses Projekt per Interview zusammen mit einem Menschen von Goolge betrachtet:

… Keuchel: Ich finde, dort wird der Teufel an die Wand gemalt! Viele dieser Bedenken kommen von Leuten, die den Dienst gar nicht kennen. Google Streetview soll es dem Betrachter ermöglichen, eine Straße virtuell anschauen zu können. Wenn man glaubt, dass etwa Banken von Google abhängig sind, um über Kreditwünsche zu entscheiden, ist das reichlich naiv. …

[quelle: tagesschau.de]

Ich finde das Projekt in der Form wie es sich derzeit darstellt nicht schlimm. Wenngleich es auch sicher wahr ist, das man diese Informationen missbräuchlich nutzen kann. Das ist letztlich immer so, dort wo Informationen gesammelt werden, tritt der Willen der missbräuchliche Nutzung leider immer wieder auf. Ähnliches gilt für Payback, Eurocard, Handy, Navies, usw. Auf Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen werden auch ungefragt und unerlaubt Photos mittels Überwachungskameras von mir gemacht. Schlimmer noch, diese Bilder werden gespeichert und mit einer Verbrecherdatenbank abgeglichen. Ich als unbescholtener Bürger muss darauf hoffen, dass keiner dieser bösen Buben mir ähnlich sieht, um nicht Ziel einer klärenden Ermittlung zu werden. Der Himmel mag wissen, was die mit den Bildern sonst noch alles anstellen. Aber lieber Herr Bundesdatenschutzbeauftragter, das ist sicher völlig in Ordnung, ich bin überzeugt die haben sie mehr als einmal darüber informiert, das die nichts böses mit den Bildern machen. Das sind doch die Guten.

Es sei hier nicht unerwähnt, das netzeitung.de zu wissen glaubt, dass die Deutsche Post an etwas ähnlichem arbeitet. Die Zeit sich hierüber angemessen zu echoffieren kommt wohl noch.

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