Tanken, aber nicht für alle

Ich wollte mit dem kleinen Schwarzen nicht tanken, aber leider musste ich. Wir wollten heute ins Schwimmbad, um am letzten diesjährigen Urlaubstag noch einmal die Sonne zu genießen.

Wir haben eine Stammtanke, weil die für uns günstig liegt. Wir können sie bequem erreichen auf der Heimfahrt oder von der Heimfahrt erreichen, in beiden Fällen ohne Umwege. Seit kurzem hat diese Tanke wieder einen Tankwartservice. Für die unter 40-igern: früher bekam man an den Tankstellen den Tankstutzen ins Auto gesteckt, man konnte sitzen bleiben. Zudem wurden auch noch die Scheiben geputzt, die Luft kontrolliert sowie Wasser und Öl auch Nachfrage geprüft. Alles kostenlos und flink. Und das gibt es heute wieder. Sehr schön.Es rennt also ein in den Farben der Tanke gekleideter Mensch (ja nur einer) zwischen den Zapfsäulen hin und her und hält die Rüssel in die Autos. Nur einer! Ich sah das bisher nicht, weil ich bis dato immer früh um 07.00 Uhr (da war es zudem auch billiger) tankte, oder ich habe nicht drauf geachtet.

Wir fahren also an die erkorene Säule und müssen warten, weil alles belegt ist. Dabei sehe ich diesen Menschen herum hüpfen und hier und da einen Silberrüssel bewegen. An der Tanke stehen unglaublich viele dicke Autos mit kleinen Frauen, wie so häufig. Der „Tankwart“ (das steht auf dem Rücken seines T-Shirts) hat gut zu tun. ‚Unsere‘ Säule wird frei, ich darf vorfahren, stelle dann den Kleinen passend hin, drehe den Motor ab und warte. Ich warte in Vorfreude nicht aussteigen zu müssen, weil das macht ja nun der Tankmensch.

Ich warte, er kommt nicht. Besser noch, er steht 5 Meter weg und schaut in die Runde, völlig entspannt. Also doch aussteigen, weil aus dem Fenster zu blöken ist mir zu dumm. Ich komme also hoch und sehe ihn an, er sieht mich an, wir sehen uns an. Ich halte meine Schlüssel hoch und zeige aufmunternd in Richtung des Tankstutzens. Er rührt sich nicht. Ich gehe noch einen Schritt auf ihn zu, „Guten Tag, sie dürfen bitte.“. Wieder der leicht aufmunternde Wink mit dem Schlüssel. Seine Augen werden größer, ich beginne mich zu schämen, weil es mir gerade auffällt wie peinlich es ist was ich da mache. Egal, jetzt mache ich weiter.

Er sieht meine neu gewonnene Peinlichkeit und grinst irgendwie unanständig. Ich habe Lust ihm deswegen die Nase zu drehen. „Na ja, eigentlich ist der Service nur für Frauen gedacht die nicht selbst tanken können, oder besser sich es nicht zutrauen.“ Hä? „Also eine Frau bin jetzt nun wirklich nicht und tranken kann ich auch selbst. Warum steht dann nicht „Frauentankhelfer“ auf Ihrem T-Shirt?“ Keine Antwort, sein Grinsen ist aber weg. „Also was nun, tanken sie nun mein Auto oder nicht?“ Hallo Grinsen. „Aber gerne doch, wenn Sie unbedingt wollen.“ Dabei zieht und betont er das „unbedingt“ so richtig fies. Ihr wisst sicher wie ich das meine. Ich werde auch direkt sauer deswegen. Das ist sicher wegen dem Testosteron, wetten? „Nein, ich will es nicht ‚unbedingt‘, aber wenn Sie schon da stehen, können Sie auch was tun.“ Ha, ich habe nun wieder Oberwasser.“ „Wie Sie meinen,“ kam es so lapidar wie möglich zurück, wieder mit diesem fiesen Unterton. „Nein,“ entscheide ich mich spontan, „ich tanke doch selbst.“ „Bitte sehr,“ und er schreitet wieder einen Schritt zurück. Ich tanke also, zahle, fahre weg und vermeide komplett auch nur im Entferntesten den Blickkontakt zu ihm, das muss ich mir nicht geben.

Später im Netz lese ich (ja, ich wollte es wissen), dass dieser Tankstellenservice extra dafür ersonnen wurde, wenn jemand unabhängig des Geschlechts nicht selbst tanken kann oder möchte, es kostenlos durch diesen Service erledigen lassen kann. So ist das nämlich. Ich hätte große Lust das auszudrucken und ihm um die Ohren zu hauen. Aber das wird ja dann nur noch mehr peinlicher. Hab ich echt gesagt, er soll mir tanken? Oh Gott, Boden wo bist Du offen, verschlucke mich schnell, gib mir Deckung bis Gras drüber gewachsen ist. ….. Und der Tankmensch ist ein dummer Junge. Er trägt bestimmt in Tischendeckenmuster bedruckte und schon mehrfach geflickte übergroße Seidenshorts, die Mami immer bügelt bevor er sie anziehen darf. So, sieht das nämlich mal aus hier. Schluss jetzt. Ich köpfe mir jetzt noch eine Flasche.

Soviel zum Thema „der verwirrte Mann?“, was die UrlaubsBlog betreuende Frau W. rein thematisch in tAXMANs Blog angezettelt hat. 😀

@Spamhunter Meg
Ich hoffe der Trackback geht ok dafür, dass der Post hier nur indirekt etwas mit dem Thema von Frau W. oben zu tun hat
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2 Gedanken zu „Tanken, aber nicht für alle

  1. Ein Tankhelfer nur für Frauen… 🙄 Also, wenn ich mich in so ein Ding setze, dann sollte ich auch in der Lage sein, es mit Sprit zu füttern. Da fühle ich mich als Frau doch echt verar***t. Nichts desto trotz passt das prima zu meinem Thema „Der verwirrte Mann“. Ich sehe, dass IHR permanent benachteiligt werdet. Da muss man(n) doch was gegen machen. Frauenärzte, Frauenparkplätze, Frauentankhelfer, Frauenquote… Das lasst ihr euch gefallen? Flaschen. 😀

  2. Ihr Frauen habt diesbezüglich sehr viel eher eine Lobby, wir nicht. Ich möchte auch mal im dunklen Parkhaus unten parken dürfen und nicht immer 3 Etagen hoch fahren müssen… aber was hilft alles lamentieren… Man(n) leidet still, leise und fügt sich in sein Schicksal, wie immer. 🙂

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