samstag abend

Wie oft kommt es vor, dass ich mich einfach zurückfallen und den Kopf sein Ding machen lasse? Nicht oft will ich meinen. Das sind noch FolgenErgebnisse des Urlaubs, ich weiß noch wie es geht, die Entspannung geschehen lassen. Sehr schön.

Auf die vergangene Woche zurückblickend, im Wesentlichen alles richtig gemacht. Der Job nimmt wieder an Fahrt auf, die Betriebsamkeit und der Druck nehmen zu. Aufgrund einiger veränderter Bedingungen halte ich das aber deutlich besser aus, ich gehe sogar wieder dagegen. Der Pelz des alten Affen ist so was von dicht. Ich füge mich auch nicht mehr, sondern beginne und suche wieder die Front, suche die Ecken wo ich mich wieder wonnig rein stürzen kann. Selbst heute, als ich einen guten Teil des Tages an diversen Dokumentationen gearbeitet habe, ohne dabei lustlos zu werden. Es flutschte so durch. Schon komisch. Dabei dachte ich zurück und versuchte mir bestimmte Details der Woche zurück, wohlig.

Am Donnerstag gab es ein kleines feines Grillen in der Company. Selbst die Gattin und die beste Tochter von allen waren da und haben endlich den Haufen einmal kennen gelernt. Die ganze Truppe ist einzigartig und durch nichts zu ersetzen oder gar zu vergleichen. Das wird zu kryptisch jetzt, hier ist privat und soll es auch bleiben.

Wer kann von sich behaupten, schon mal von einem Busfahrer gefragt worden zu sein, wo es lang geht? Ich. Freitag abend dreht sich der Busfahrer auf der Heimfahrt zu mir (ich saß rechts neben ihm, an der Tür) und flüstert mir völlig unverblümt zu, wie er denn nun fahren solle. Mal wieder typisch für mich und doch dauerte es einen Moment. Er (mit leicht türkischen Akzent) wäre für einen kranken Kollegen eingesprungen und hätte die Tourunterlagen im Depot vergessen. *öhm* Lustige Sache das, für mich. Also habe ich ihn im Flüsterton geleitet, es war ihm unglaublich peinlich. Der Fahrer aus dem Depot, der ihm die Unterlagen später gebracht hatte, konnte nicht breiter Grinsen und ich habe eine Einladung zum Chai. Sehr nett.

Mittwoch vor der Grillen habe ich meiner Hausstrecke den Kampf angesagt. 5km in 23.05 waren zu schlagen. Geschafft habe ich ’nur‘ 22.59, mehr ging einfach nicht. Es war zu spät und ich hatte die Hälfte der Strecke mal wieder Seitenstechen. Die mitgebrachte Banane in der Bahn war ein Fehler. Ich habe es vorher gewusst. Dafür konnte ich heute die 44.13 von den 8km von letzter Woche auf 42.55 drücken. Tolles Gefühl. Ja, ich laufe nun mit Uhr, einfach um mich selbst zu kontrollieren und mehr zu fordern. Die Strecken schaffe ich nun gut und relativ bequem, jetzt wird es Zeit an der Geschwindigkeit zu arbeiten. Der Lauf heute war jedenfalls richtig klasse, fühlte sich toll an, auch am Ende. Nächste Woche kommt wieder eine 5km Speedrunde. Das Ziel ist diesmal unter 22. Am kommenden Samstag versuche ich mich dann das erste Mal an den 10km und will dabei unbedingt unter 55min zu bleiben. Der Dickkopf braucht das. Das lasse ich doch besser sein, die 10 KM gehe ich an aber ohne Uhr. thx tAXMAN für den Rat.

Ich habe mich derweil doch wieder entschlossen den nächsten Monat mit dem kleine Schwarzen zu pendeln. Mir fehlen jeden Tag 2-3 Stunden meiner ‚Freizeit‘, die ich heuer unterwegs verbringen muss. Das nervt und ärgert mich ungemein. Ich gehöre auch nicht zu denen, die im Zug sitzen müssen, das Laptop aufklappen und anfangen zu lesen oder gar zu arbeiten. Zum einen geht es niemanden etwas an und dann ist mir das auch zuwider, wenn man mir von querab auf den Bildschirm schaut. Ich mag es (das Pendeln) gerade nicht mehr machen. Ich weiß es daher zu schätzen, dass ich die Möglichkeit der Wahl habe. Ich schimpfe jetzt nicht über die lästigen Verspätungen der Bahn, das Publikum oder sonst was, ich gewöhne mich sogar etwas an das alles. Manchmal finde ich sogar tatsächlich etwas angenehmes daran, im Zug zu sitzen und doch fehlt mir mehr als ich bekomme. Der Luxus und die Abgeschiedenheit des kleinen Schwarzen fehlen mir. Manchmal muss man wohl etwas machen, um anschließend etwas Anderes höher zu schätzen. Ich freue mich wieder auf mein Auto, auf die Ruhe, die ‚Abgeschiedenheit und darauf das ich meine 2-3 Stunden wieder zurück bekomme.

Seit langem quasseln wir auch mal wieder etwas, S. und ich via ICQ. Ist wieder wie nebeneinander sitzen und doch auch wieder nicht. Ich habe mich leider rar gemacht. Auch ein Ergebnis der ‚vergeudeten‘ 2-3 Stunden am Tag. Ich saß den vergangenen Monat abends kaum am Rechner, weil ich zu oft einfach nur hundemüde war und zugleich eher die Nähe meiner Lieben brauchte. Morgens ums 7.00 Uhr raus und Abends erst um wieder 19.30 zu Hause. Da bleibt nicht viel Zeit für den Kopf frei zu bekommen und Dreisamkeit. Ja, andere Menschen haben es noch schwerer. …. Bin ich andere? Ich werde das Pendeln mal im Wechsel versuchen, einen Monat mit dem kleine Schwarzen, dann wieder mit den Öffentlichen. Ob das klappt?

Die ri hat mir ein wunderschönes Bild ‚vermacht‘. Es ist nun im Header vom thatblog.de zu sehen. Merci liebe ri.

Turborg ist gerade alle, also switch zu Budweiser. Nicht die Plörre von überm Teich, ’ne das Gute aus Tschechien. Ist nur nicht kalt genug, weil die beste Tochter von allen plötzlich ein Bier trinken wollte. Da ich biermäßig nur für mich sorge, fehlt nun eines. *hmpf*

Ach, irgendwie ist doch gerade alles richtig rund und nett und toll weich. Und das hat nichts mit Bier zu tun. Zufrieden. So fühlt sich das an. Schön. Gut. Gute Nacht.

[Bild © Albrecht E. Arnold / www.pixelio.de]

12 Gedanken zu „samstag abend

  1. Och, das macht sich wirklich gut, danke für die Ehrung. Obwohl den Pool fand ich im Header auch sehr schön. 😉
    Beneidenswert deine Woche… eine Einladung zum Chai, bessere Werte beim Laufen… wow… ich krieg irgendwie meinen Hintern nicht zum Wlaken (ohne Stöcke!) bewegt. Die Schwerkraft *prust*, ne meine Bequemlichkeit.
    Noch einen schönen Restsonntag Dir und deinen Lieben!

  2. Budweiser mag ich auch gerne. Es liegt noch eine im Kühlschrank. *freu*
    Die amerikanische Variante kenne ich nicht, habe wohl aber offenkundig nichts verpasst. 😉

  3. @ri..
    macht sich gut Dein Schnappschuss. 🙂

    @schildmaid
    Hast Du meiner Meinung nach wirklich nicht. Ohne dem zu Nahe treten zu wollen, das nicht tschechische Budweiser schmeckt für mich verwässert. Obwohl die beiden gleiche Wurzeln haben sollten. (klick zur Wikipedia)

  4. *lach* Herrlich. Du durftest dem Busfahrer erklären, wohin er fahren muss?! Na der wird sich gefreut haben, als du ausgestiegen bist. 😉

    Morgens um 7 Uhr aus dem Haus und abends erst so spät wieder nach Hause? Puh, da läuft das Familienleben aber auch auf Sparflamme, oder? Der „moderne“ Arbeitsalltag mit dem, was er den Menschen abverlangt ist nicht für Familien gemacht. Das merke und denke ich immer wieder. 😕

  5. @Frau W.
    Der Busfahrer bekam seine Tourunterlagen noch rechtzeitig, bevor ich ausgestiegen bin. Selbst in meiner früheren Schul- und Lehrzeit habe ich sowas auch noch nicht erleben dürfen.

    Die familiäre Sparflamme ist treffend. Aber nur bis zum 04.08. dann läuft die Monatskarte ab und ich sitze wieder im kleinen Schwarzen. *froi*

  6. Ein sehr schönes Abendrot haben Sie da im header, Herr Ruediger!

    Weshalb tauche ich hier eigentlich als Geist auf? Ich bin verwirrt.

  7. @Schildmaid
    Ja ne, dass abendliche Rot ist klasse. Ist aber nicht meins, kommt aus dem Ruhrpot und wurde von ri gesponsort (siehe Link oben)

    IMHO: Der Geist erscheint vermutlich weil, Du mit einer anderen E-Mail hier gelistet bist, als bei Dir. Eine andere Erklärung habe ich sonst nicht.

    @FrauÄhrenwort
    mehr oder weniger. 🙂

  8. Das neue Header ist toll….2-3 Stunden vergeuden ist der Hammer, man gibts da keine Alternative?

    Man du wirst ja immer besser, und der Erfolg gefällt dir. Gratuliere!

    ♥ -lichst Bonafilia

  9. @Bonafilia
    Merci. 🙂 Die Alternative ist wieder mit dem kleinen Schwarzen zu pendeln, was ich nach Ablauf der Monatskarte am 04.09 auch wieder werde.

  10. Mmh, 5 km in ~23 Minuten sind nicht gerade langsam. Vielleicht probierst du entspanntes Laufen und die Seitenstiche verschwinden von selbst. Und lass mich als ollen Rennhasen mal deine Laufphilosophie anzweifeln. Gegen die Zeit läuft man beim Wettkampf. Im Training und in der Freizeit soll es schon mal entspannt zugehen. Vor allem wenn man eine Distanz das erste Mal absolvieren möchte. Mein Rat lautet daher, bei der 10km-Strecke nur zu Beginn und ganz am Ende auf die Uhr zu schauen. Lauf ohne Zeitdruck und das Erlebnis Laufen wird um einiges schöner und entspannter.

  11. @tAXMANN
    Die Seitenstiche kamen von der Banane, sonst ärgert mich das nicht. Ich darf strikt ~2 Stunden vor dem Laufen nichts mehr essen, nur trinken. Ich mache da auch sicher etwas falsch, aber das werde ich später noch raus bekommen.

    Enthusiasmus ist nicht immer ein guter Berater. Die ersten 2-3 Mal auf der 10km sollte ich ohne Zeitdruck laufen, so habe ich letztlich auch angefangen. Auf Ankommen laufen, hast Recht – danke für den Rat. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.