üPod

Der späte Sonntag Vormittag ist seit meinem Bandscheibenvorfall turnusmäßig Gerätetrainingstag. Die Gattin hat sich anfangs eher aus Sympathie, dann aber aus Spaß und dem Wissen, dass das Training ihr auch gut tut, angeschlossen. Das ziehen wir nun schon eine ganze Zeit durch, wenngleich die Gattin sich hin und wieder eine Faulzeit genehmigt, aber das ist OK. Bei der 2. ‚grundlosen‘ Faulzeit am Stück wird sie zwangsmotiviert. Für mich selbst fange erst gar nicht damit an, ich weiß was daraus entsteht. Erlaube ich mir eine unmotivierte Ausnahme, erlaube ich mir auch gleich noch die 2. , dann die 3. …. der Rest vorhersehbar. Ich kenne mich.

Zum etwa einstündigen intensiven Gerätetraining kommt natürlich auch Baldrick mit. Am Ende der Session dann noch knapp eine Stunde auf den Crosstrainer und dabei einen netten Film geschaut. Das Studio ist eher medizinisch orientiert, demzufolge gibt es keinen allumfassenden multimedialen Zeitvertreib. Ich mag es sowieso nicht, dass überall Flatscreens, Musikboxen und was weiß ich noch alles herum hängen. Man wähnt sich zudem in solchen Studios eher auf dem Laufsteg. Für Unterhaltung hat man also selbst zu sorgen, dafür sind die Trainer aufmerksam und sehr gut, sowie auch die Gerätepark ein Lob wert ist.

<empfehlung an>

Wer also hier in der Nähe ein Studio sucht, wo man unter normalen Menschen
auch in „normaler“ Sportkleidung trainieren kann, ohne dabei abfällig angegafft
zu werden, darf sich in Wiesbaden das Med-X auf der Mainzer-Strasse ansehen.

<empfehlung aus>

Weiter … gewöhnlich benötige ich zum Training unabhängig der Stimmungslage etwas festere Töne am Ohr. Es darf sollte also gerockt werden. Nicht zu doll, es schindet sich dennoch leichter. Vor dem Start muss ich immer die Bibliothek durchsuchen, nie weiß ich im Vorgriff, was ich hören will. Das dauert etwas, weil nach ja passt ganz schön was drauf. Ein Vorteil des großen Speicherplatzes (32GB) auf Baldrick ist, dass ich mir Musik gemäß meiner Laune und Stimmung aussuchen kann. Es ist für fast jeden Fall das Richtige dabei.

Ich sitze also am Fenster und tüdele mich durch die immer noch faszinierende Bedienung von Baldrick um das richtige Album zu finden, als neben mir ein vom sehen bekannter Mann seufzend Platz nimmt und mir ganz unverhohlen zuschaut. Er hat sein Pensum schon hinter sich und sieht ziemlich geschafft aus. Ich scrolle derweil hoch und runter, quer und zurück. Zugegebenermaßen zum Einen weil es Spaß macht die Liste so fluppen zu lassen und auch weil mir das Richtige einfach nicht ins Auge hüpfen will. Er sitzt neben mir und schaut mir bei meinen Bemühungen interessiert zu. Das ist mir nicht so wirklich recht, also das mir jemand über die Schulter schaut, es macht mir kribbelig und außerdem finde ich es auch irgendwie unhöflich. Aber egal, ich sitze ja nicht für die Ewigkeit hier. Er quatscht mir in die Suche hinein, ob das ein iPhone wäre und wie zufrieden ich damit sei, alles mit einem leicht osteuropäischen Akzent. Zwangsweise stelle ich das Suchen ein und beantworte ihm seine Fragen. Er fragt schließlich, ob er ihn mal haben darf. Er will meine Baldrick haben? No way dude. Ich mag ihn eigentlich nicht vor den Kopf stoßen, aber Baldrick gebe ich nicht aus der Hand, „Bitte nicht persönlich nehmen, nein.“ Er schaut mich unsicher lächelnd an und will aber dennoch weiter quatschen. Genug der Konversation, ich tippe irgendwo auf die noch offene Coverliste und sage zu ihm, dass ich nun trainieren gehe möchte, dabei stehe ich auf und gehe – bye bye. Erfreulicherweise nimmt er es gelassen, verabschiedet sich seinerseits und geht auch.

Und dann höre ich so vertraute Klänge:

[youtube]Tm-QOO5CM64[/youtube]

[Toto – Hydra]

[youtube]qptnUuQ_-X8[/youtube]

[Toto – St. George And The Dragon]

[youtube]DeJlNwAtcz4[/youtube]

[Toto – 99]

Also heute kein Rock, sondern wunderschöner „early 80s“ Pop-Rock von einer Band, die damals für mich das Maß war, an dem sich alle Poprocker zu messen hatten.

Ich habe keine Ahnung wie die Scheibe auf Baldrick kam, vermutlich eher zufällig weil sie auf irgendeiner Playlist stand. Wie lange ist es her, dass ich die gehört habe? Bestimmt 15 Jahre. Und jedes Stück ist mir noch im Gedächtnis. Angesicht dessen, dass meine Trainingsnachbarn immer wieder mal leicht verstört/amüsiert in meine Richtung geschaut haben, scheine ich wohl teilweise wieder hörbar mitgesungen zu haben. *peinlich* Ach was, ich habe es nicht gehört, aber sehr genossen diese tolle Scheibe wieder zu hören.

2 Gedanken zu „üPod

  1. Ja, das mit dem Mitsingen ist so eine Sache. Ich weiß ja wie es sich bei mir anhört, also beiße ich mir auf die Zunge oder kaue Kaugummi. Das lenkt ab 🙂

  2. Normal nur im Auto. 🙂 Manchmal geht es halt mit mir durch. Ich mag keine Kaugummies oder Bonbons beim sporteln…

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