ein Klick zuviel – Teil 01

Es ist immer ein Klick zuviel und dann ist es immer auch noch der falsche Klick der zuviel ist.

Zu Hause betreibe ich einen Samba Server, um meine unsere Musik an die PCs zu verteilen, ohne das jeder eigene Musik auf seinem PC hosten muss. Zeitgleich läuft auch noch ein Drucker-Server, der einen Canon IP3000 im Netzwerk bereitstellt. Jeder Rechner seinen eigenen Drucker muss ja nicht sein. Das ganze Gebilde wird mit einem schlanken, sparsamen PC unter Linux in einem Mini-Gehäuse realisiert.

Nun wollte ich mein neues Business-Laptop mit dem fabulösen VISTA auch an diesen Drucker anbinden. SAMBA und CUPS sollten das problemlos hinbekommen. Ich hangle mich durch diese unnötig verschachtelten VISTA-Menüs (ich könnte wetten die Technik dahinter ist die Alte von XP und wurde nur durch schönere Farben und so Zeugs aufgepeppt, damit es moderner aussieht) und gebe syntaktisch korrekt

http://%IP_DES_DRUCKERSERVERS%:%PORT_DES_DRUCKERSERVERS%/printers/%NAME_DES_HEIMDRUCKERS%

ein. Ich erwarte das gewohnte Treiberinstallationsprocedere doch denkste – der virtuelle Effenberg tanzt vor mir – VISTA mag nicht. Es verweigert höhnisch meine Bemühungen mit der völlig bescheuerten Meldung, dass das Passwort und7oder der Benutzername nicht stimme. Ich soll es doch bitte überprüfen und neu versuchen.

„Ja super VISTA“, sage ich laut im Ingo-Tonfall, „weißt Du was VISTA? Es gibt weder ein Passwort noch einen Benutzernamen. Ergo kann ich nichts eingeben, ergo muss das was du ungefragt einfach im Hintergrund an den Drucker-Server übermittelst falsch sein. Es kann nicht richtig sein, dies ist wegen den Naturgesetzen so, das Antworten auf ungefragte Fragen grundsätzlich eher falsch als richtig sind. Also halt endlich dein Maul und mach voran. Außerdem will ich dich via http drucken lassen, da ist sowieso nichts mit Passwörtern.“ Scheiße gelaufen, was? Du bist doof VISTA, richtig brüllend doof.“

Und ja, ich rede gerne hin und wieder mit den PCs, je nach Schwere und Intensität der Zickerei. Das entspannt mich, hilft sogar manchmal beim denken und ich habe das Gefühl immer noch Herr der Lage zu sein.

Die Gattin schaut derweil nur schmunzelnd zu mir und rollt wissend die Augen. Was denn? Diese Art Gespräche kennt sie. Ich schimpfe mal etwas lauter, meist eher leise vor mich hin. Das bockige Stück Technik vor mir lässt sich in der Regel davon nicht beeindrucken und macht fröhlich in seinem Widerstand weiter. Ich  bastle also noch etwas herum, die Windows Hilfe ist wie schon gewohnt an Nutzlosigkeit kaum mehr zu überbieten.

Irgendwann habe ich dann keine Lust mehr mit diesem redmondschen Ausguss zu kämpfen und mich durch langweilige Foren und FAQ zu lesen, die mitunter vor hanebüchenem PC-MagazinAntiwissen nur so strotzen. Warum bremst keiner diese „Ich sag zu allem was“ Knaller? Stopfen die Suchergebnisse mit nutzlosem Müll voll und .. *arg* . Ich lasse ich es also und widme mich stattdessen meinem Feedreader. Den kann selbst VISTA nicht versauen, weil er läuft draußen auf einem Apachen. *bätsch* Ich(!) habe Zeit, ich muss nicht drucken, ich möchte und kann (oder auch eben nicht).

Die Gattin interessiert es nicht weiter und grummelt derweil leise und kaum hörbar, dass die Qualitätskontrolle in der Puzzlefabrik einen echt miesen Job machen, denn es fehlen Teile. *sigh* Schon wieder. Eine Frechheit so was zu verkaufen. Und sie ärgert sich, diesen miesen Tricks der Firma immer wieder auf den Leim zu gehen. Ich kommentiere das natürlich nicht, wer redet denn schon mit seinem Puzzle? Also bitte.

…. to be continued

4 Gedanken zu „ein Klick zuviel – Teil 01

  1. also hape wird immer ganz nervös, wenn ich vor mich hin schimpfe. er ist der meinung, er könnte es nur falsch machen:
    gibt er antwort, kricht er den anschiss, weil ich nicht mit ihm geredet habe.
    gibt er keine antwort, kricht er den anschiss, weil er keine antwort gibt.
    in wirklichkeit würde ich NATÜRLICH sowas nieeeeee tun! 😀

  2. wenn ich puzzle, rede ich auch gerne mit diesem. Genauso wie mit meinem PC oder Notebook oder Drucker oder Scanner. Manche Dinge brauchen Zusprache oder Schimpfe, damit ’s klappt 😉

  3. ich habe bei sowas immer schelchte Laune und man darf mich nicht ansprechen. das ärgert die Frau des Hauses. Ich muss mich immer ganz schön zusammen reissssssssssen lol Aber Frauen können das auch. Besonders wenn der PC von meiner Süßen nicht funktioniert. Zum Glück ist das Dank Linux vorbei.

  4. @ehefrau
    Macht ihr Ehefrauen eigentlich eine Art Kurus mit, indem man Euch solche Sachen beibringt? 😀

    @Andrea
    Danke. Wir sind also nicht allein. 🙂

    @Ecki
    Die Laune leidet darunter nicht, zumindest nicht in dem Stadium. Nur fortwährend bohrende Rückfragen, „Was ist denn, kann ich helfen, erklär doch mal was passiert ist“, usw. wo man selbst noch so gar keinen Plan hat, macht mich ‚kribbelig‘ und dann auch etwas unwirsch. Dann versteht auch die Gattin endlich, dass sie mich zumindest für eine gewisse Zeit besser in Ruhe lassen sollte. 😉

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