ein Klick zuviel – Teil 02

Ich gebe so leicht ja nicht auf. Ich tue nur so, damit sich die bockige Technik in Sicherheit wiegt und ganz plötzlich gehe ich wieder dran. Eine Woche später (gestern Abend) beschäftige ich mich also wieder damit, VISTA mit meinem Heimdrucker anbandeln zu lassen. Nebenbei erwähnt, ich bin fast überzeugt, dass IT irgendwo „Ich versuche es später nochmal“ bedeutet.

Ich wühle mich also wieder durch Foren, dieses Mal meide ich die deutschsprachigen Gebiete und suche gleich im englischen Sprachraum. So gehe ich den PC-Magazinexperten hierzulande aus dem Weg und muss nicht über abgeschriebenes Halbgarwissen und nutzlose weil unvollständige Beschreibungen stolpern. Entweder ganz schreiben oder gar nicht. Aber das erlebe ich häufig am Tag. Wenn das Gespräch mit „es geht einfach nicht“ beginnt, möchte man erwidern: „Und nun noch einmal bitte für Erwachsene. Wer sind Sie bitte? Was wollen Sie bitte? Und was erwarten Sie aufgrund ihrer Kindersatzesjammerei, für eine Antwort von mir? Hat Ihnen ihre Mutter nicht beigebracht, dass man in verständlichen Sätzen reden muss, will man eine verwertbare Antwort? Wenn Sie beim Bäcker hinein stiefeln, sagen sie auch nicht „ich habe Hunger“, sondern „ich möchte ein Brot“ oder so was in der Art. Aber nein, man ist ganz Profi, entschuldigt sich artig für die erlittenen Probleme und beginnt das mehr oder weniger lustige Wurm-aus-der-Nase-zieh-Spiel. Zum x-ten Mal an dem Tag. *sigh*

Egal, ich komme in meinen Recherchen nicht weiter, dazu habe auch keine Böcke mich zu tief ins VISTA zu vergraben. Eigentlich bin ich gut mutig genug und kann es einfach mal probieren. Das gute alte try-and-error Verfahren. Wenn VISTA nicht alleine kann, dann müssen halt SAMBA und CUPS aus helfen können. Also gehe ich einfach mal in die verschiedenen Linux-Menüs und configs strunzeln, mal sehen was sich so ergibt.

CUPS hat ein praktisches WebInterface, die eine Verwaltung der freigegebenen Drucker erlaubt. Das nutze auch ich hin und wieder.

[klick auf das Bild zum vergrößern]

Dort finde ich unerwarteterweise die Option „Benutze Kerberos Authentifizierung„. *hmmm* Klingt gut. Ist das der Lichtblick? Der linke Hälfte des Hirns sagt „lies erst was das ist“, die rechte Hälfte die zudem unglücklicherweise auch Kontrolle über die Maushand sagt „ach was, mach schon Feigling“. Rechts lässt also klicken und während Links schon flehend nach oben schaut. Als wenn ‚Der‘ was dagegen tun könnte. Im Klicken übernimmt dann plötzlich Links die Macht und Rechts begreift endlich auch, dass das nicht gut war. Fortan war das Web-Interface nämlich nicht mehr erreichbar. Toll gemacht Rechts, wirklich toll und alles nur weil VISTA nicht … ach zum Teufel mit … . Also wieder durch die Forentour genommen und versucht in Erfahrung zu bringen, was Rechts angestellt hat und wie Links die Sache wieder ausbügeln kann.

Schnell war dann klar, dass ich nun das Web-Interface mittels

https://&IP_DES_DRUCKERSERVERS%:PORT_DES_DRUCKERSERVERS/admin

aufrufen habe. Na das war einfach, schon fast zu einfach. Rechts ist schon wieder euphorisch und wittert Morgenluft. VISTA will dennoch nicht den Drucker nehmen, weil ja das Passwort nicht stimmt. Ach leck mich doch Du Scheißding und will es fast schon wieder in die Ecke feuern. Doch habe ich Mitleid mit der schönen Hardware und lasse es lieber, sie gehört ja auch nicht mir. Ich nehme stattdessen lieber diese komische Option wieder raus. Die Zertifikate sind sowieso alle ungültig, weil überaltert und wozu soll ich im Heim-LAN HTTPS verwenden, wenn es es nur um interne Zugriffe geht? Sprach es und setzte es auch sofort um. Nur der Klick auf den Verwaltungsbereich brachte keine Entspannung, sondern eine für mich sehr verwirrende Meldung:

Nicht du auch noch Linux, bitte nicht. Heute nicht. Ich ahne, es wird gleich noch richtig spaßig werden. Ich klicke auf den in der Fehlermeldung angebotenen Link komme wieder in die Verwaltung. Doch nicht spaßig. Ich nehme die Option also wieder raus und bestätige, doch dann

401 Unauthorized

Um Zugang zu dieser Seite zu erhalten, geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort (oder Benutzername und Passwort für root) ein. Falls Sie die Kerberos-Identifizierung verwenden, vergewissern Sie sich, dass Sie ein gültiges Kerberos-Ticket haben.

Mein Linux hasst mich jetzt, weil ich das VISTA hier angeschleppt habe. Nur wo ich eine Authentifizierung denn eingeben kann, sagt oder zeigt man mir nicht. Und überhaupt, welche Authentifizierung? Nichts poppte auf, gar nichts. So ein Scheiß und keine Schokolade im Haus. Ich habe verstanden, dass der Tag ist heute nicht dafür geeignet ist, mit dem PC zu spielen. Also mache ich das Ding zu und lese ein analoges Magazin aus simplen Papier. Ich liebe bedrucktes Papier. Das ist etwas tolles, weil ohne Strom und Tasten. Da verschmerze ich auch die leider immer mehr nötige Lesebrille. Müssen die Buchstaben denn so  verflixt klein sein? Außerdem geht es gleich zum Sporteln.

Übrigens die Gattin hat zur eigenen Überraschung und meiner Beruhigung doch keinen Beschwerdebrief gegenlesen zu müssen, doch noch die fehlenden Teile gefunden. Sie langen die ganze Zeit vor Ihrer Nase, gucken muss mal halt schon. Das Ergebnis sieht toll aus:

[Bild © Ravensburger Spiele]

… to be continued

8 Gedanken zu „ein Klick zuviel – Teil 02

  1. Für meine Computerprobleme habe ich den besten aller besten Ehemänner. Ich lasse machen und er macht wenn ich flehentlich um Hilfe rufe!

    Ist das Tadsch Mahal ein Puzzle? Dann gebiert deiner Ehefrau mein höchster Respekt.

  2. Immer wieder erschreckend, was Vista alles NICHT mitbringt oder einfach so kann.
    Ich fange jett auch gar nicht mit sowas an wie „Wäre nicht ein neues MacBook auch ein schönes Spielzeug gewesen?“, dass ist wenig hilfreich 😉
    Wir nutzen im Firmennetzwerk auch Samba und Cups für Druckerfreigaben, haben aber bisher noch keinen Rechner mit Vista.
    Deine Erlebnisse führen mir mal wieder vor Augen, dass das auch einen guten Grund hat. Ein hoch auf unseren Admin, der Vista bisher erfolgreich vereitelt hat. Und auf unsere Leute, die lieber unter anderen OS arbeiten (ja, wir haben Wahlfreiheit – jeder nimmt das, was er mag. Solange alles funktioniert.)

  3. @Silencer
    Merci fürs nicht Salz streuen. 🙂

    Ich könnte ja eigentlich auch wählen, ich mach eh selbst alles an der Kiste. Doch muss ich mich (zumindest derzeit noch +daumendrückt*) auf dem Zeugs bewegen, was auch unsere Kunden nutzen. Es kommt der Tag, da wird die CD zusammen mit der Lizenz verbrannt und die Reste zurück nach Redmond geschickt.

  4. Meine Daumen sind gedrückt!
    Sollten wir tatsächlich mal Vista für die Kunden brauchen, werden das wohl nur virtuelle oder Parallelinstallationen werden – mich gruselt vor dem Tag

  5. Deine Verzweifelung bei der Druckerinstallation kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte ähnliche Probleme mit einem HP1320 und VISTA 64Bit-System. Auf die Idee Kerberos zuzuschalten wäre ich jedoch nicht gekommen. Ich werde gleich mal Teil 3 lesen, um zu sehen wie das hier ausgeht. 😀

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