ein Klick zuviel – Teil 03

Zu den beruhigenden Klängen von Laura geht es weiter. Ich checke meine Linux-Rechner, ob die noch drucken können und auch der Rechner der besten Tochter von allen lässt mich nicht im Stich, VISTA frage ich nicht mehr. Es ist mir egal.

Ich wäge kurz ab, ob ich damit leben kann und letztlich auch will, dass das WebInterface von CUPS für mich nicht mehr erreichbar ist. Ich kann es sicher, will aber nicht. Also hopp hopp ins Web. Mir fällt auf, dass ich eigentlich nur eine kleine Sache machen wollte und nun schon ca. 2 Stunden damit vergeude und alles nur weil VISTA … ach ich lasse es lieber, sonst trete ich es am Ende doch noch in die Tonne.

Mein Problem ist nicht unbekannt, nur keiner schreibt so richtig wie man den Click zuviel wieder korrigieren kann. Es wird im allgemeinen nur Spott und Hähme über den Betroffenen ausgeschüttet, begleitet von den überaus hilfreichen Hinweisen der allwissenden Linuxgurus „man xxxxxx“. Das heißt in der Linuxsprache soviel heißt wie RTFM (= read the fucking manual). Grundsätzlich ist das ja nicht verkehrt, nur in der Situation wenig hilfreich. Das kann ich sowie so richtig gut leiden. Zu wissen wie ein Problem zu lösen ist, es aber für sich behalten und stattdessen lieber den Oberlehrer mimen und gönnerhaft auf schrecklich zu lesende Manuals verweisen. Die beantworten auch alle Fragen die man hat – irgendwann tun sie das alle – doch wenn man in einem Thema komplett fremde ich, werfen ‚mans‘ nur noch mehr Fragen auf. Das Ergebnis ist User-Frust. Beides, also helfen und auf die entsprechende Hilfe verweisen, geht natürlich nicht. Guru halt. Auf der anderen Seite kenne ich die Typen auch, die in ein Forum stolpern, FAQ sowie Suchfunktionen konsistent weitläufig ignorieren und in 5 verschieden thematisch ungeeigneten Unterforen mit 6 nutzlosen Worten ihr Problem schildern und sich 10 Minuten später aufregen, wenn nichts hilfreiches kommt. Und doch, auch solche User kann man anleiten, wie sie es richtig machen sollen und sie nicht einfach nur abzukoffern.

Außerdem ist Tante Google irgendwie maulfaul, ich finde nichts wirklich hilfreiches und komme somit nicht weiter. Mit der Zeit und den letzen Klicks vor ‚Schluss für heute‘ schaffe ich es dennoch die Datei cupsd.conf in dem Verzeichnis /etc/cups/ ausfindig zu machen. Dort soll diese Unglücksoption als Conf-Eintrag zu finden sein. Das wäre ja cool. Und tatsächlich, da ist wirklich ein Eintrag, der mit ‚Authentifizierung‘ zu tun hat. Aber so ganz offensichtlich ist es für mich nicht.*sigh*

Schlimmer kann es nicht werden (oder doch) und daher ran an den Feind.

Falls Wenn sich zukünftig noch jemand in eine ähnlich bescheuerte Situation wie ich manövriert haben sollte, so habe ich es (den Click zuviel) gelöst:

  • per SSH auf dem betroffenen Linuxsystem einloggen
  • mit cd /etc/cups/ einen Verzeichniswechsel durchführen
  • dann die Conf-Datei mit sudo nano cupsd.conf öffnen (anstelle nano geht auch ein anderer Consoleneditor)
  • finde den Eintrag DefaultAuthType Negotiate und füge davor ein # ein. Damit wird der Eintrag auskommentiert
  • danach abspeichern und den Editor wieder schliessen
  • weil sudo /etc/init.d/cupsd – restart oder sudo /etc/init.d/cupsd -stop nicht funktionieren, wird der Rechner kurzerhand mit sudo reboot neu gestartet
  • danach ist das WebInterface von CUPS wieder ohne Irritationen erreichbar.

Das Ergebnis:

  • Allerlei Zeugs gelesen, was ich vermutlich nie wieder brauchen werde.
  • VISTA wird zu Hause vorerst nicht drucken, weil jetzt habe ich gerade keine Lust mehr.
  • Die Erkenntnis einen geheimen Vorrat an Schokolade anzulegen.
  • Drucken wird eigentlich völlig überbewertet.
  • Ich kann viel und ausführlich schreiben, obwohl ich sauer auf mich selbst bin.
  • Die Gattin beginnt ein neues Puzzle.
  • Rechts bekommt die Auflage ohne Links zu konsultieren nicht mehr zu klicken.

Fertig.

7 Gedanken zu „ein Klick zuviel – Teil 03

  1. Kann man nur unter „Erfahrungswerte“ abhaken und zum nächsten Thema über gehen.
    Habe ich schon erwähnt, wie schön ich Deinen aktuellen Header finde?

  2. Solange das nächste Thema nichts mit Drucken zu tun hat. 🙂

    ich grüble über eine private Web-Jukebox! Der kostenlose Musikserver Sockso soll erlauben, über ein WebInterface beliebige Playlists aus der heimischen Musiksammlung erstellen zu lassen. Diese soll er dann als Radionstream selbst verteilen können. Das klingt doch mal spannend. 🙂

    Merci für den Header. In live sieht das noch schöner aus. Meine DigiCam ist zwar handlich, aber halt keine richtige Kamera.

  3. Gratuliere! Was ’ne kleine Raute so alles bewirken kann…
    Hast du Kerberos mal beim Samba probiert. Das wäre doch ein lohnendes Projekt für dich. 😉

  4. Und ich dachte du hättest gerade so richtig viel Spaß am Probieren. 😉 ‚Nen anderen sinn sehe ich nämlich auch nicht.

  5. ne, am probieren mit dem Mist habe ich ganz bestimmt keinen Spaß mehr.

    Außerdem lässt das VISTA nicht locker. Ich kann nichts brennen. Jeder Rohling, egal welchen ich einlege leht diese Drecksding ab, weil Rohling nicht zum schreiben geeignet sei, ob CD oder DVD. Den selben Rohling unter Linux (Dualboot läuft mittlerweile) eingegelgt, nimmt Basero klaglos mit Wonne.

    Als nächste gibt es einen neuen Online-Feedreader (RNews), müsen wir abe rzuerst den neuen UTF8- Support testen, dann kommen diverse andere Sachen und dieser Music-Server liegt mir auch in der Nase. Vor lauter Privatsachen habe ich eigentlich gar keine Zeit mehr zum arbeiten. 🙂

  6. Pingback: ConradZuse

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