Bobby McFerrin

Mein Faible sind Stimmen. Das sind akustische auf auf das Wesentliche reduzierte Klangerlebnisse, eine oder mehrere Stimmen, am besten so spärlich wie möglich instrumentiert. Der Künstler muss hier autark sein Gefühl für Rhythmus und Geschwindigkeit zum Ausdruck bringen. Für mich, der es leider versäumt hat ein Instrument zu lernen (könnte ich die Zeit richtig zurück drehen, ich würde mich wirklich und sehr ernsthaft am Cello versuchen) und mit der wohl widerlichsten Stimme überhaupt ausgestattet ist, ist dies die hohe Kunst des Musizierens. Beneidenswert wer das kann.

Wer nach meiner Erfahrung derartige Musik schätzt, mag sehr häufig auch Jazz und kommt damit meiner Meinung nach an Bobby McFerrin nur schwer vorbei. In den 80iger war er kurzzeitig in den Charts mit dem Song „Don’t worry be happy„.Das ist jedoch nur ein sehr kleines Spektrum dessen, was er kann. Er ist mehr vokaler Akrobat als Musiker. Wie er nur mit seiner Stimme und allerwenigstens Instrumenten in der Lage ist an Klangteppichen zu zaubern ist unbeschreiblich und abendfüllend. Es wird nicht langweilig, man findet immer ein neues Thema. Er ist zudem überaus vielseitig, ob er nun mit YoYo-Ma am Cello wetteifert, oder virtuos ein Symphonieorchester dirigiert, oder sich selbst auf die Bühne setzt. Stets wirkt er völlig entspannt, in sich und seiner Musik ruhend. Und er kann feinen leichten Jazz. Ganz besonders dies mag ich an ihm richtig gerne.

[youtube]zksRjNPfVJE[/youtube]

[Bobby McFerrin and Richard Bona En Directo – Invocation]

[youtube]LtXrKo8Btfc[/youtube]

[Bobby McFerrin – Concert Solo]

Es ist wunderbar sich durch eine Musiksammlung treiben zu lassen. 😉

6 Gedanken zu „Bobby McFerrin

  1. Wie du weisst, bin ich ja auch ein Freund dieser handgemachten Musik! Herrlich, vor allen Dingen ruhig. Hm da kann ich stundenlang zuhören.

  2. Ach, Bobby. Ich war von „Don´t Worry“ so begeistert, dass ich mir seine Platte gewünscht habe, damals. Zu Weihnachten lag die Cassette unter dem Baum. Was habe ich mich gefreut. Und dann bestand die aus diesem Künstler-Klangteppich-Kram. Ich habe das Ding bestimmt hundert Mal gehört und wollte es unbedingt mögen, weil es ja ein Weihnachtsgeschenk war – und konnte es nicht. Ich kann damit nichts anfangen. Heute ist das die Art von Musik, die mich fas aggressiv macht. Schade, irgendwie.

  3. @Ecki
    🙂

    @Silencer
    Eine wie ich finde sehr drastisch Maßnahme, Musik durch widerstrebendes aber andauerndes Hören mögen zu wollen.

  4. Nee, das ist nun grade nicht meine Musik – ich mag auch handgemachte Musik, nur eben dann doch andere. Joan Amatrading oder John Denver (bevor kommerziell wurde).

    Zum Glück gibt es nicht den musikalischen Einheitsbrei, jeder darf das hören, was er will und keiner muss …

  5. Ich war damals jung. SEHR jung.
    Da versucht man sein Herz noch zu Dingen zu überreden, weil man nicht weiß wer man ist und das es auch OK ist, Dinge nicht zu mögen.

  6. Ich kenne ein paar Klassik-Interpretationen vom ihm. Die finde ich gekonnt und gut. Da ich damals „Don’t worry be happy“ zum Weglaufen fand, habe ich ihn jedoch 15 jahre einfach ignoriert.

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