großes Geld

Wer morgens um 07:30 in drei der acht Bäckereien auf der Leipziger Strasse in Frankfurt, angelockt von dem frischen verführerischen Duft gerade gebackener Laugencroissants tatsächlich 2 davon erstehen will, darf entweder nur Kleingeld bei sich haben, oder einen Schein der den Wert von 10 Euro nicht übersteigt. Ich leichtsinniger unwissender Konsument ging doch tatsächlich davon aus, dass auch ein 50-iger zum bezahlen taugt. Wie kann ich nur, ich offensichtliches Mitglied des elenden Kapitalistenpacks, das vermutlich auch für das Leid der Banken verantwortlich scheint. Die Kassen sind zwar so groß wie Überseekoffer, aber keine davon kann scheinbar genug Wechselgeld aufnehmen. Pech für mich. Dann halt nichts zum Tee heute, ist auch nicht weiter schlimm.

Aber man kann es auch freundlich sagen, dass um die Uhrzeit noch nicht genug Wechselgeld da ist, als das man mich in allen 3 Bäckereien mit einem verächtlichen Blick und nachhaltig verbaler Geringschätzung spüren lässt, ich bin ein Kunde dem man um die Uhrzeit aufgrund akuten Wechselgeldmangel nichts verkaufen will kann. Da zählt es überhaupt nicht, dass ich in einer Bäckerei seit ~4 Jahren mindestens 2 Mal die Woche bin, um mir Naschwerk zu holen. Doch wirklich, mache ich. Aufgrund der Historie und der optischen Bekanntschaft zu den Facharbeiterinnen hinter der Theke auch außerhalb des Ladens zähle ich mich doch tatsächlich zur Stammkundschaft. Nur was zählt das? Man hätte es auch anschreiben können, so wie vor ein paar Wochen als ich Dussel mein Geld vergessen hatte. Aber das geht natürlich nicht um 07:30 Uhr morgens in Frankfurt. Das geht ja nun wirklich nicht, wo kämen wir denn da hin?

Gehe ich da nochmal hin? Kein Ahnung. Vielleicht werde ich später auf die Bank gehen und von dem weiterhin unversehrten 50 Euro-Schein dann doch 10 Euro in 10 Cent Münzen wechseln lassen, damit ich die Kollegen zum Kuchen einladen darf. 😉

Große Scheine
Bild © knipseline / www.pixelio.de]

6 Gedanken zu „großes Geld

  1. Ausländische Besucher empfinden unsere deutschen Kassenkräfte übrigens schon als unfreundlich und faul, wenn die nach kleingeld fragen. Wahrscheinlich hätte ein Ami in o.g. Situation den BFF den Kopf abgebissen.

  2. Mein Verständnis dafür, dass Kassen mit immer weniger Kleingeld bestückt werden ist kaum der Erwähnung wert. Dafür kann das Personal nichts. Ich werde Chef mal fragen, warum ich gezwungen bin nun woanders zu kaufen. btw. Der Bäcker 100 Meter weiter vorne hat heute morgen nicht mal gezuckt, als ich 2 (noch warme) Rosinenbrötchen mit dem anderen 50iger gezahlt habe. Geht doch.

  3. gibt es denn überhaupt einen laden mit freundlichem verkaufspersonal auf der leipziger? kennst du übrigens den rewe, der unten im woolworth drin ist. erlaub dir mal den spaß dahin zu gehen und bei einer verkäuferin mit dunklem lockigem haar bezahlen zu wollen. das lässt sie dich zwar machen, du darfst ihr das geld allerdings nicht in die hand geben, sondern musst es vor ihr ablegen, damit sie „es besser sehen kann“. ich schätze aber eher, dass die totale panik davor hat, dass sie von jemandem berührt wird.

  4. @semmy
    Die Besatzung Wiener Feinbäcker ganz vorne gegenüber Subway grummelt im Verhältnis weniger als andere. 🙂

    Nö, den Rewe kenne ich nicht, ich bin eher der Plus-Gänger, weil wir weiter vorne an der Bockenheimer sind.

  5. okay, aber irgendwann musst du dir mal den „spaß“ gönnen…
    was übrigens absolut nicht zu empfehlen ist, sind die auslagen von eifler. aber das wird dann auch eher nicht mehr in deinem einzugsbereich sein.

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