die nette Politesse

Rückblick 02.02.

Das kleine Schwarze stand notgedrungen im Halteverbot. 20 Minuten fuhr ich um den Block in der Moritzstrasse/Adolfsallee und suchte einen Platz. Bis der Termin beim Hausarzt zu sehr drängte, also stellte ich es notgedrungen ins absolute Halteverbot. Für 2 Minuten sollte muss es gehen, ich hatte Termin zur Blutabnahme, das geht schnell. Trotz Termin doch wieder ins Wartezimmer. *hmpf* 5 Minuten – 10 Minuten -15 Minuten, der iPod spielte die Reste von Casino Royal, immer wieder peilte ich durchs Fenster zum illegalen Parkplatz. Als ich die Anmeldung freundlich daran erinnerte, dass ich schon 15 Minuten wartete und man doch bitte mal in die Gänge kommen möge ging es fix. Nach der Blutabnahme schnell zum kleinen Schwarzen und natürlich stand ’sie‘ schon da. Genüsslich klemmte sie den grünen Zettel hinter den Scheibenwischer des kleinen Schwarzen.

„Liebe Frau, ich war beim Arzt und darf jetzt weg. Es war wirklich kein Platz weit und breit. Bitte schreiben Sie mir kein Ticket. Der Wagen kommt in 6 Stunden in die Presse und irgendwie mag ich ihn mit einem Knollen zum Schrott.“ Sie schaut völlig teilnahmslos zu mir und zückte ihr Tippdings. „Bitte,“ bat ich sie nochmal, Sie begann unbarmherzig zu tippen. „Ach Sie haben ja Recht.“ Dann drehte ich mich um und ging. „Wo wollen Sie denn hin?“, fragt sie erstaunt. „Ich gehe da drüben beim Bäcker kurz frühstücken. Der Arzt wollte nüchternen Blut und so ich bin ohne Kaffee und Croissant aus dem Haus. Da ich den Platz hier ja gleich bezahle kann ich auch frühstücken gehen.“ Sie stand irgendwie unschlüssig. „Vermutlich dürfen Sie nicht, aber dennoch möchte ich Ihnen auch gerne einen Kaffee anbieten, wenn Sie hier fertig sind. Ist wirklich nicht böse gemeint, es ist nur kalt. Sie tun Ihren Job und ich habe Kaffeedurst und auch Frühstückshunger.“ %Pause% Bin ich zu weit gegangen? Sie zeigt mir ein leichtes Grinsen und schüttelt leicht den Kopf. „Fahren Sie weg,“ raunzt sie in Ihren Schal, „bevor ich es mir anders überlege“.  Nun zögere ich. „Echt?“ Die Mundwinkel zeigen sich deutlicher am Rande des Schals. „Ja und jetzt fahren Sie bitte schnell weg“, nuschelt sie. Dabei greift sie drohend wieder zu dem Tippdings. „Sie sind sehr freundlich, vielen Dank. Und der Kaffee? Sie winkt ab und macht „husch-husch“ mit der Hand zum Auto. Es gibt sie doch noch, die wirklich netten Politessen.

12 Gedanken zu „die nette Politesse

  1. in Wirklichkeit hast du ihr ein Wölckchen (hieß das so?) angeboten, damit sie das Knöllchen vergisst, bevor das Vehikelchen ins Presschen kommt 😆

  2. Doch, so ab und zu gibt es sie wirklich, die lieben Politessen, ging mir auch mal so als ich meinen Hund bei ner Freundin im Kosmetiksalon abgegeben habe, da gab es auch Verständnis. 🙂

  3. *lol* Du glaubst wirklich, dass du beim Arzt nur 2 Minuten brauchst?! Ach Rüdiger… 😛

    Trotzdem: Eine nette Politesse. Wir haben damals vorm Zoo mal kurz im Halteverbot geparkt, um den Kinderwagen einzuladen. Der Herr W. hatte das Auto geholt, ich wartete mit dem Junior eben dort, wo absolutes Halteverbot ist. In diesem Bereich gibt es einfach nie Parkplätze. Als wir den Kinderwagen einluden, kam ein sehr übellauniger, junger Polizist, der uns prompt einen Strafzettel verpasste. 😕

  4. @schildmaid
    Tut mir leid. Es ist zuviel Trubel um mich herum, da hatte ich es nur schnell als Draft abgelegt und glatt vergessen. *schaem* // viel zu viele Drafts trudeln hier herum… *grmlz*

    @tonari
    *lol* an die Werbung hatte ich im Nachhinein auch gedacht.

    @Maja
    willkommen auf thatblog – ich fürchte diese netten sind sehr selten.

    @Frau W.
    Ich hegte die plumpe Hoffnung auf direkte ‚Bedienung‘, ja. 😕 // Der Zettelschreiber war bestimmt so’n Streber.

  5. Aber da in der Ecke einen Parkplatz zu finden ist auch wirklich schwierig. Ich hab mal bei einem Auszug dort in der Moritzstraße geholfen, das hat Spaß gemacht. Und wenn man zum Sushi will, darf man auch immer ein paar Mal kreisen… 🙂

    Deine Taktik war natürlich sensationell. Der Frau erstmal die kalte Schulter zeigen und ihr dann schmeicheln… 😉 Wie hätte sie denn da noch nein sagen können?

  6. @semmy
    Dort spielen sich die skurrilsten Szene ab und alles nur um das Blech gut abzustellen. Menschen sind komisch.

    @weltdeswissens
    Willkommen auf thatblog. Ich bin aufrichtig und freudig erstaunt Sie hier zu treffen. 😉

    @beide
    An meiner aufrichtigen Absicht möchte ich jedoch keinen Zweifel aufkommen lassen. Weder Taktik noch Arglist standen im Vordergrund meiner Handlung. #seriously 🙂

  7. und das ganz ohne „Wölkchen“? 😀

    Ach wie süß…man darf die Hoffnung nicht aufgeben, nette Politessen gibt es also auch, ein Hoffnungsschimmer am Falschparkerhorizont!
    Du hast das aber auch wieder charmant gelöst…und der kleine Schwarze kommt tatsächlich in die Presse?…tut das nicht weh?

    Liebe Grüße aus dem Schneeinferno Bergisches Land!
    Bonafilia

  8. @bonafilia
    ohne Wölkchen. 🙂 Das kleine Schwarze ist seit letzten Montag nicht mehr, laut Händler wurde es noch am gleichen Tage geplättet. Es hat beim letzten Abstellen schon etwas gerührt, davor war ich auch schon komisch drauf.

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