Schlüssel vermisst

Verloren habe ich keinen, dennoch vermissen ich ihn, den guten alten Autoschlüssel, bzw. das seit den ersten Führerscheintagen gewohnte Auf- und Abschließen. Nie hatte ich an einem meiner Autos den simplen aber heute selbstverständlichen Luxus einer Zentralverriegelung oder gar einer Funkschließanlage. Immer setzte ich den Schlüssel an die Schlösser, völlig automatisch und eigentlich auch unbewusst. Ich sah den Gnubbel hoch oder unten und ich wusste was ich wissen wollte. Heute muss ich nur noch ein Knöpfchen drücken. Und genau diese kleine Bequemlichkeit nervt weiterhin und wirft mich des Morgens immer wieder aus der Bahn. Regelmäßig werde ich mir 200/300 Meter nachdem ich das Schlittchen abgestellt und verlassen habe wirklich unsicher, ob ich nun abgeschlossen habe. Das Bemerken der fehlenden Handlung, nämlich den Schlüssel einzustecken stellt sich erst ein, wenn ich eben nicht mehr davor stehe. Habe ich das Knöpfchen gedrückt oder doch nicht? Leider gibt das Schlittchen bei erfolgtem Schließen per Funk keinen Ton von sich, sondern blinkt lediglich zwei Mal kurz. Doch fürchte ich, dass auch bei zusätzlichen akustischen Rückmeldungen ich es nicht besser hin bekäme. Manchmal genügt es kurz inne zu halten, mich zu konzentrieren um mich dann zu selbst beruhigen. Knöpfchen ist gedrückt, geblinkt hat es auch, alles ok. Doch wie oft laufe ich leicht verstört und verwirrt den Weg zurück und drücke überdeutlich auf den Schließknopf am Schlüssel. Den Schlüssel aber wieder wie gewohnt am Schloss ansetzen mag ich auch nicht, schließlich ist da eine Funkschließanlage. Das mag einer verstehen, ich jedoch nicht.

10 Gedanken zu „Schlüssel vermisst

  1. Da kann ich dich aber nur zu gut verstehen. Seitdem ich mein Auto mit Funkfernbedienung habe, laufe ich auch oft zum Auto zurück um nochmals nachzusehen ob ich den auch wirklich zu gemacht habe.

  2. @Kathrin
    Willkommen auf thatblog. Ich komme mir manchmal wirklich zwanghaft vor, als ob es ein Kontrollzwang ist. Und dann schaffe ich es auch manchmal einfach weiter zu gehen, rein zur Bestätigung das es eben kein Zwang ist. Aber halt nicht immer.

  3. Ich hätte ja gerne so einen Funkschlüssel für die Haustür. Immer wenn ich vollbepackt davor stehe, und erst einmal eine Tasche oder Korb absetzen muss, dann täte solch ein Schlüssel echt Not.
    Gerne auch nachts. Da unser Hauseingang unbeleuchtet ist, weil der Vermieter es nicht gebacken bekommt, mal ein Licht vor der Tür zu installieren, ist die Schlüsselloch Suche eine echte Herausforderung.

    Aber mit der Kontrolle beim Auto bist Du nicht allein. Ich gehe auch manchmal zurück und schaue nach, ob ich wirklich abgeschlossen habe. 😀

  4. Geht mir exakt genau so. Das Kleine Gelbe ist auch mein erstes mit Funk. Anfang schoss es mir auch immer wieder durch den Kopf: „Hast Du gedrückt? Und wenn: Auch den richtigen Knopf?!“
    Alles schleift sich ein, eine Eselsbrücke hilft, den richtigen Knopf zu verinnerlichen, und die Handlung wird zum Automatismus. Eines wollte auch ich von Anfang an nie: wieder den Schlüssel benutzen.

  5. Mir ging es all die zehn Jahre lang so, die ich ein Auto mit Zentralverriegelung und Funkferndingsbums hatte. Nach dem Abschließen (bzw. dem finalen Knöpfchendrücken) bin ich dennoch einmal um das Auto gerannt um mich an den Türen zu vergewissern ob auch alles zu ist. Wie bekloppt!
    Als ich mein Auto verkauft hatte, und dann ohne unterwegs war, griff ich ständig in die rechte Hosentasche (wo zuvor immer der Autoschlüssel lagerte) und bekam dann immer kurzzeitig einen Schock weil da ja etwas nicht da war, was da eigentlich hingehört. Es hat wirklich Monate gedauert bis ich den Griff in die rechte Hosentasche nicht mehr machte.

  6. @Schildmaid
    oh ja, für die Haustür wäre so ein Funkdrückdings auch sehr schick und hilfreich.

    @Silencer
    Selbstkonditionierung ist der Schlüssel, quasi. Man soll nicht glauben, wie sehr man sich täglich und völlig unbewusst in bestimmte Handlungen begibt, die einem erst auffallen, wenn man gezwungen ist diese ‚Gewohnheit‘ aufzugeben.

    @AndiBerlin
    Die rechte Tasche, genau so ist es. Ist der Schlüssel in einer anderen Tasche, klinkt sich ‚irgendwas‘ Unterbewusstes ein und vermeldet, „da ist was anders als sonst“. Aber was sagt es einem nicht. Hat man Glück, kommt man direkt drauf, andernfalls geht erstmal das hektische Geklopfe an den Taschen los. 😉

    @all
    Es ist entspannend für mich zu lesen, dass ich mir um mich diesbezüglich scheinbar keine großen Sorgen zu machen brauche. 😉

  7. Hihi… ja, davon kann ich seit ´96 ein Lied mitsingen. Doch seitdem es irgendwann mal einen Bericht gab, das die Dinger trotzdem gut zu knacken sind, sowie die Panik habichodernicht, ist es bei mir normal mit Knopfdruck zu verschliesen und nochmal zur Überprüfung am Griff zu ziehen, dann ist sich die Ri in allen Fragen sicher und kann sagen „Ja, ist dicht die Karre.“ Man gewöhnt sich an so manches 😉

  8. Ich gehöre zu den Ausnahmen die den guten alten Autoschlüssel noch in Ehren halten können. Als ich den Wagen im Januar in die Werkstatt bringen musste, hat mein Automechaniker einen neuen Azubi eingestellt. Der hat mir promt so eine „Fernbedienung“ empfohlen. Kostet ja nicht viel!!! Etwa 30 Euro hat er mir gesagt. Meine Antwort war ein klares NEIN! Ich traue in dem Fall nämlich weder mir noch so einem Ding und möchte mich nicht jeden Tag mehrmals fragen, ob die Türen auch wirklich zu sind. Langt ja wenn man wegen ner Herdplatte oder der Kaffeemaschine schon manchmal ins Grübeln kommt.

  9. Mir geht es genau anders herum. Ich hatte viele Jahre lang Autos mit Funkschlüssel. Aber seit neuestem habe ich – wie Du früher – auch ein kleines schwarzes (Polo) ohne Funk. Das wusste ich aber nicht, als ich es vom Händler abgeholt habe. Ich ging ganz automatisch davon aus, dass es auch Funk hatte. Ja, am Schlüssel selbst war auch ein Knopf, den man drücken kann.
    Ich drücke also und drücke – nichts tut sich. Ich rufe erbost beim Händler an und der lacht sich schepp. Nein, das Auto habe kein Funkschloss, mit Betätigen des Knopfes geht nur eine kleine Taschenlampe an, damit man im Dunkeln das Schloss besser findet. Wie peinlich…
    Ich habe also ein downgrade, aber auch daran gewöhnt man sich. Ich habe allerdings beobachtet, dass einem die Leute auf dem Parkplatz manchmal schon etwas irritiert anschauen, wenn man noch „höchstpersönlich“ aufschließt….

  10. @nachteule
    *lol*. Boden tu Dich auf? 🙂

    Mittlerweile schauen die Leute wirklich schon schief (zumindest glaubt man es), wenn man noch quasi am Auto direkt schließt. Doch so of ich es früher auch als Schnick-Schnack abtat, es ist nicht nur Unfug, es hatte auch schon seine praktischen Seiten.

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