Ohne Klagen

Ein Meeting in Krefeld, morgens hin und später wieder zurück. Was soll ich sagen, nicht eine Minute Verspätung, oder sonstig negatives. Nichts, ich habe nichts zu berichten, was die Bahn so oft veranstaltet, um ihre Nutzer auf die Plame zu bringen. Halt doch, der ICE am Flughafen war doppelt so lange wie er sein sollte und auch falsch herum aufgezäumt(?).

* Wiesbaden 08:31 => Frankfurt Flughafen => Duisburg => Krefeld 11:17 / auf den Punkt

* Krefeld 16:35 => Köln => Wiesbaden 18:32 / auf den Punkt

Ich wollte auch mal loben. 🙂

  • Auf dem Rückweg habe ich einen Sitzplatz mit Tisch. Klasse, da kann ich meinen Schmierzettel Notizen schnell in eine Art persönliches Protokoll umwandeln und mir so morgen etwas Arbeit sparen. Außerdem gebe ich gerne zu, dass je länger ich damit warte, die Erinnerungen mit den Notizen nicht mehr nutzbringend kombinierbar sind. Meine Klaue ist echt schlimm, das kurze Schreibtraining mit dem Füller hat nichts gebracht. Egal, ich sitze also und bereite einen Blaubeermuffin auf sein Ableben vor, derweil das Dell bootet. Mir gegenüber sitzt ein geschniegelter Juppie, kaum älter als 25 und liest in der FAZ. *oh-ah-ui* Der Typ ist der Hammer, fette goldene Breitling am Arm, braune Tischdeckenmusterkrawatte auf weißem Hemd, Boss Anzug, silberne Manschettenknöpfe mit Wappen, ‚braune‘ Schuhe (auf anthrazitem Anzug #grusel) und die Nase so hoch, dass er an den Deckenlampen riechen könnte. Er schaut mir zu, wie ich mein Geschmiere Geschreibsel mehr Struktur gebe. Auf meine Frage, ob er mir seine E-Mail geben würde, damit ich ihm eine Kopie zusenden kann sobald ich fertig sei, ernte ich augenscheinliches Unverständnis. Das Dell wird etwas gedreht, er liest weiter, als er plötzlich eine Ledermappe aus dem Gepäckdings holt und ein Air auf den Tisch legt. So ein Arsch. Dann hantiert er mit dem Netzteil, dann mit dem USB-Stick fürs Internet, alles ziemlich ungelenk, umständlich und unsicher (Steckersitz mehrfach prüfen, Kabel immer wieder richten, usw.). Sein OS X bootet ich will auch und er ist sich sicher, ich sehe ihm aus dem Augenwinkel zu. Und ja, verdammt ich schaue hin. Scheiße auch, es ist ein Air. Sehr schick und schnieke noch dazu, aber er ist dennoch ein … ach, was auch immer. Als er endlich fertig mit dem ‚Aufbau‘ ist klickt er  und startet einen Film. Meine Entzifferung ist dann doch fix beendet, ich packe das peinliche VISTA wieder weg und höre weiter Musik und schaue aus dem Fenster.
  • Eine Frau steht im Gang und hat eine irre große Reisetasche dabei. Sie ist etwa 1,65m,  die Tasche auch. Auf die Frage ob ich Ihr helfen dürfte, grinst sie mich an, steigt auf den Sitz und schafft das Monster in das Gepackding über ihrem Sitz. #sprachlos
  • Die Kaffeebecher im Zug muss mann immer festhalten, also nie einfach mal so auf den Tisch stellen, weil die Schienen einen Waggon manchmal ganz schön ruckeln lassen. Der Teppich ist an der Stelle sicher ruiniert. Ich hatte Apfelschorle dabei, ich war es also nicht. #zweifingerhebt

P.S. das Meeting war klasse.

4 Gedanken zu „Ohne Klagen

  1. Das ist frustrierend, oder? Genauso, wenn die gerade ihren Führerschein gemacht haben und schon mit einem schicken 5er BMW durch die Gegend fahren.

    Bin zuletzt nach Berlin gefahren mit dem ICE und hatte bei mir im Abteil ein paar Künstler aus einer Kommune in Stuttgart. Das war lustig, sag ich dir. Die hatten auch beide ein MacBook und haben gemeckert über die Bahn, dass die so lange braucht. Dabei sind es von Frankfurt nach Berlin gerade mal 4 Stunden und ich finde das ist keine schlechte Zeit. Vor allem auch, weil wir absolut pünktlich waren. Aber ich glaube, da spielte auch ein Stückweit Enttäuschung mit, weil man nicht meckern konnte und schon alles darauf eingestellt war.

  2. @silencer
    Könnte man fast meinen. Oder die machen eine betriebsinterne Schulung mit Gehirnwäsche, inkl. Personality- and Styling Coach durch. So ganz von alleine kommt das nicht.

    @Semmy
    Frustrierend eher weniger, man muss auch gönnen können, irgendwer ist der Meinung das es ihm zusteht steht. Aber das Air neide ich ihm, ziemlich sogar wenn ich sehe, wie er damit hantierte. Das sah nicht wirklich geübt aus, so unbeholfen, Mitleid erzeugend, … komisch halt. Mir kam dauernd der Spruch mit dem Bauer und den Kartoffeln in den Sinn. 😀

  3. Den Banker, BMW-Verkäufer, Versicherungsfutzi, Anlageberater, Immobilienbesorger oder was auch immer hast du wirklich geil beschrieben. Ich hatte gestern ein Erlebnis der anderen Kategorie. Beim Reifenhändler (ich wartete) kam ein Bübchen rein. Olle Jeans, olle Nikebotten, olle Jacke. Der sah aus, als hätte er seinen Schulranzen verloren und will Geld für die Heimfahrt mit dem Bus pumpem. 5 Minuten später rollte er seinen (!!!) 750-er BMW rein und ließ die Reifen, 285-er Schluppen, erneuern. Ein Reifen kostete soviel wie mein kompletter Satz. Ich war baff, zumal es mir mit dem 7-er BMW geht, wie dir mit dem Air. :p

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