dazu gelernt

Der Mensch in Laden machte einen kompetenten Eindruck, als wir die alten Schuhe analysierten, dabei zuerst ein für mich überraschendes Größendefizit (aber nur eine halbe Nummer) und nach einem Laufmuster (Film von rückwärts auf dem Laufband) zum Ergebnis kamen, dass die Schuhe fertig sind. Der Zustand verändere den Laufstil, sendet falsche Impulse an die Beine (daher das Brennen) und erzeugt im Kopf unterschwellig auch eine Sorge um die nicht mehr unversehrten Bandscheiben. Bei solchen wagemutigen Aussagen springt direkt mein additiv innerer Marketing-Bullshit-Buzzer an und so bereite mich drauf vor, dass er mir ’spontan‘ die teuersten besten Schuhe aussucht. Er ist letztlich auch nur ein Verkäufer, insofern hätte ich es ihm nicht weiter übel genommen, sondern seine Aussage in einem anderen Laden vorerst verifiziert.

Er brachte mir also 4 Schuhe, die wir in aller Ruhe (bei vollem Laden) auf dem Laufband testeten und nach dem Ausschlussprinzip arbeiteten. Auf die Preisschilder habe ich vorerst bewusst nicht geschaut. Meine evtl. doch gleich zu fällende Entscheidung wollte ich treffen nachdem was gut für mich ist und nicht nur nach Preis. 15 Minuten und 4 Filme später, es zeigten sich schon erste Schweißperlchen auf meine Stirn, machten 2 Modelle als die am effektivst funktionierenden Schuhe auf sich aufmerksam. Dann erst riskierte ich einen Blick auf das Preisschild und war überrascht, beide Modelle nur sehr knapp über den 100 € zusehen. Für einen guten Laufschuh ist das heutzutage nicht viel. Bei umherschlendern sah ich in den Regalen auch etliche Modelle für weit über 170€.

Aufgrund des angenehmeren Abrollgefühls entschied ich mich für Brooks irgendwas. Stets aufmerksam und zu keiner Zeit schwamm der Berater/Verkäufer im Thema, daher versichterte ich ihm auch meines Respekts und danke ihm ausdrücklich.  Der Laden ist der Runners-Point in der Schusterstaße in Mainz, falls ihn jemand mal selbst versuchen möchte. Die Neuen wurden auch gleich gestern Nachmittag eingeweiht und siehe da, es war deutlich besser und fast alles so wie es sein soll. Die 5km-Runde ging fast glatt und konnte sogar nach einer kurzen Lockerungsgymnastik noch eine halbe Runde verlängert werden. Also haben die alten Schuhe mir ‚indirekt‘ das Blei im Arsch verschafft und den kleine Wicht so stark macht. Man lernt immer wieder dazu.

Laufschuhe sollten übrigens nach etwa 1.000km ausgemustert werden:

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Laufschuhe in regelmäßigen Abständen erneuern. Dämpfung, Führung und Stabilisierung sollten stets intakt sein, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Der Verschleiß hängt von verschiedenen Komponenten ab: Gewicht des Läufers, Laufstil und Beschaffenheit des Schuhs. Leichtgewichte mit 60 kg schaffen auf Wald- und Wiesenboden gut und gerne 1000 Kilometer, für 100 kg-Schwergewichte ist auf Asphalt schon nach rund 600 Kilometern ein Wechsel nötig.

Grundsätzlich gilt:
Bei einem Pensum von drei Läufen pro Woche lohnt sich die Anschaffung eines zweiten Paares, das im Wechsel getragen wird. Dadurch werden unterschiedliche Reize an die Beinmuskulatur ausgesandt und die Lebensdauer der Schuhe wird durch die längere „Regenerationszeit“ erhöht. (quelle)

Ob die alten Schuhe diese Strecke schon hinter sich haben, kann ich nicht einschätzen. Als Hobbyläufer ein Buch zu führen empfinde ich (noch) als zu albern. Nun weiß ich ja nun worauf ich zu achten habe. Die Shopping-Tour habe ich übrigens verloren => Gattin: 4 | beste Tochter von allen: 4 | ich: 1 . Außerdem haben die Beiden meine doch zeitintensive Schuhauswahl für einen Gang zu Pepe in der Augustinergasse benutzt, um dort  o h n e  m i c h die wohl leckersten Trotellini alla Panna überhaupt zu verspeisen. Mir blieb dieser Genuss vorenthalten, die Schuhsuche hat leider zuviel Zeit gekostet. #ungerecht

4 Gedanken zu „dazu gelernt

  1. Als ich vor 25 Jahren mit dem Laufsport begann, haben uns unsere Trainer immer vonuns verlangt, dass wir ein Trainingstagebuch führen. Seitdem schreibe ich jede Trainingseinheit auf. Anfangs auf Papier, dann in eine Exceltabelle. Leider war nie etwas für das Trainngsgerät vorgesehen. Seit einem Jahr benutze ich nun das Freewareprogramm SportTracks von Zone Five Software, in das ich erstens die GPS-Daten vom Garmin einlesen kann und das zweitens auch Sportgeräte verwaltet. Und so protokolliere ich endlich mit, wieviele Kilometer meine Schuhe halten.

    Hauptsächlich laufe ich Asphalt und mit meinen 85 Kilo war für meinen asics GT-2130 nach 930 Kilmeter Feierabend.

  2. Sieht nach umfassender Vollausrüstung im Backend aus. 🙂 Für die Schuhe alleine werde ich das sicher nicht tun, höchstens für das eigene Ego, was auch hin und wieder gepflegt werden will. *öhm*

  3. Gute Wahl!
    Trainingstaggebuch.org bietet neben der Erfassung der Trainingseinheiten auch Auswertungen fürs Material an. Ich kann das nur empfehlen, damit man auf dem Laufenden ist.
    Bei mir sieht das übrigens so aus:
    Schuh 1, Schuh 2, …

  4. @tAXMAN
    Gute Beratung. 🙂 Danke für den Hinweis, schaue ich mir gerne an, auch wenn ich jetzt schon der Auffassung bin, dass diese Plattform schon ‚oversized‘ für mich wäre. Für die persönliche Befriedigung tut es auch eine Calc-Tabelle, mit ein Schnickschnack in Form von Formeln und Graphen. … *hm* … Mal sehen ob ich bei Gelegenheit Muße dafür finde. Die nächste Woche könnte sich eigenen, da ist sturmfrei die Gattin auf Urlaub und kann keine Aufgaben verteilen. 🙂

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