Offline Ordner

Die waren schon unter W2K und XP sehr praktisch, weil man Dateien und Ordner auf die man sonst nur im Netzwerk einen Zugriff hatte, mittels eines Klicks so schalten konnte, dass der eigene Rechner eben diese Ordner und Dateien lokal kopierte. Startet man seinen Rechner ohne Verbindung zum lokalen Netzwerk, werden die zuvor markierten Dateien und Ordner in der gewohnten Struktur dennoch angezeigt und sind somit weiterhin nutzbar. Nimmt man nun Änderungen an den Dateien vor, werden diese beim nächsten Connected ins Netzwerk automatisch per Sync abgeglichen. Das also sind Offlinedateien.

Es wäre nicht Microsoft, wenn das eigentlich gut funktionierende und erprobte System unter VISTA nun nicht mehr so gut funktionieren würde. Warum? Schon einmal versucht unter VISTA nur einen Unterordner seiner Offlineordner nicht mehr „Offline verfügbar“ zu schalten? Na? Aufpassen: es geht nicht. Das tolle neue VISTA-Syncenter mit seinen tollen neuen nutzlosen transparenten Fensterrahmen ist Fake. Verwalten kann man da nichts, man darf nur anschauen was vorher schon passierte, eine Art Logbuch. Eine „Neue Syncpartnerschaft“ kann man angeblich einrichten, doch klickt man in freudiger Erwartung, sieht man ein leeres grünes Interface, sonst ist da nichts.

Man muss also doch wieder auf das lokale Netzlaufwerk und mittels rechter Maustaste die ungewollten Dateien und Ordner von der Offlinefunktion ausnehmen. Aaaaaaber, um nachträglich einen Unterordner nicht mehr Offline zu schalten, darf der darüber befindliche Hauptordner nicht ebenfalls als nicht mehr Offline markiert sein. Das heißt also, wenn man ein Netzverzeichnis mit zum Beispiel 200 Unterordnern hat (ja es sind wirklich so viele) und nur 10 davon nicht mehr Offline auf seinem Rechner haben möchte, muss man 190 mal „Offline verfügbar“ anklicken und dies auch bestätigen. Unter XP konnte man einfach den Hauptordner „Offline verfügbar“ anklicken und die 10 Unterordner wieder abklicken. Anders unter VISTA, hier wäre es auch zu einfach, daher erlaubt es VISTA auch nicht, das ist den Machern dieses Stück gequirlten Softwarescheiße wohl zu logisch. Merkt man, dass ich sauer bin? Rückwirkend geht das „Offline verfügbar“ abschalten von Unterordnern also nicht. Man kann die nicht einzeln abklicken, immer muss der Hauptordner abgeklickt werden und dann muss nur die Unterordner „Offline verfügbar“ machen. Ganz besonders lustig fand ich, als eben einer der Hauptordner eine Sekunde lang nicht mehr auf „Offline verfügbar“ stand. Da sah ich, dass unmittelbar und ohne vorher ein „OK“ abverlangt zu bekommen die ganzen lokalen Offline-Dateien gelöscht wurden. Üblicherweise kann VISTA schon mal 10 Sekunden lang einen läppischen Link von 512byte vom Desktop entfernen, hier kann es plötzlich Giga-Bytes an Daten binnen Bruchteilen einer Minute vernichten. Der Vorgang des Löschens ist natürlich auch nicht aufzuhalten. Natürlich kam auch keine dieser bescheuerten „Wollen Sie“ und noch mehr nervtötenden „Wollen Sie wirklich“ Rückfragen. Schwups und weg ist das ganze Zeugs. Bombastisch. Zum Brüllen komisch. Wenn die gelöschten Offlinedateien etliche GB groß waren und man eigentlich keine Zeit hat, die benötigten 190 Ordner anzuklicken ist es nicht mehr komisch. Man macht es dennoch, man hat ja keine andere Wahl. Ich war innerlich am vulkanisieren. Ich brauch diese scheiß Dateien aber jetzt und nicht erst in den in etwa angezeigten 14h und 25Minuten.

Ok – ja, ich habe geklickt und ja ich bin auch dran schuld wissentlich geklickt zu haben. Dafür hat dieses Wunderwerk aber wirklich tolle transparente Fensterrahmen. #puke

Die Moral: Never touch a running System und schon gar nicht wenn Du keine Zeit hast.

4 Gedanken zu „Offline Ordner

  1. Es wäre zu einfach jetzt irgendwas von „windows sucks! use Linux/OSX/BSD/RiscOS/HP-UX/Multics/whatever instead!“ zu faseln und hier einen auf Troll zu machen… aber das ist nunmal was man von Kaizen hat: sinnlose, neue Funktionen die keiner braucht und alte, sinnvollere Funktionen die keiner jemals vollständig komplettiert hat.

    MS Windoof ist da sicher noch immer das System mit den meisten Problemen auf diesem Gebiet, Apple ist ebenfalls marktwirtschaftlich orientiert und somit auch keine tolle Wahl, dafür ist Linux aber auch nicht deutlich besser („How is the boring stuff in open source don? – It isn’t!“).

    Ja das nervt.. aber hat wer sinnvolle Alternativen?

  2. @Dr.Azrael Tod
    Es gibt in der Tat scheinbar keine wirklichen Alternativen hierzu, zumindest für Windows. Das macht die Sache für mich umso frustrierender. Letztlich ist es wie immer, man arrangiert sich mit Fehlern, akzeptiert deren Vorhandensein und lebt damit. Wenn Windows 7 kommt wird alles besser, hoffentlich. Davon leben die sicher auch zum großen Teil. Ich für meinen Teil spiele im privaten Bereich aber nicht mehr mit.

    P.S. Danke fürs „nicht trollen“. 😉

  3. Da wollte ich gerade trollen, besinne mich jedoch eines besseren.
    Deshalb in aller Kürze… Linux ist für mich die bessere Wahl, wenn auch nur privat. Ich kann dir, falls du mit 2 GB auskommst, das kostenlose Dropbox empfehlen. Das macht genau das, was dir unter Vista fehlt – wenn auch mit dem Umweg übers Internet. Offline sind alle Daten auf allen Rechnern vorhanden und wenn man online ist, wird umgehend synchronisiert. Und falls mal wie oben geschildert Daten gelöscht wurden, kann man diese bequem oder eine Vorgänger-, Vorvorgänger-, Vorvorvorgängerversion wiederherstellen lassen. Dass Dropbox auch auf deinem Mac läuft, sollte dich doch eigentlich so richtig anspornen. Kiek doch einfach nochmal da —> http://www.taxmantom.de/dropbox!

  4. So lecker das auch klingt, auslagern kommt nicht in Frage. Wenn es um Kundendaten geht, dulde und wage ich keine Experimente, schon gar nicht mit externen Dienstleistern. Ich könnte die Daten verschlüsseln, doch dann muss ich Files von ca. 500mb und drüber übers Web syncen. Wir sind zwar mit reichlich Upload gesegnet, aber das ist etwas arg. Im LAN geht es dank Gigabit auch bei dicken Brocken binnen weniger Minuten. 🙂

    Dennoch ist dropbox interessant, das merke ich mir für später. Merci tAXMAN

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