hocken

Brückentagssupportnichturlauber sind durchaus bemitleidenswert, denn sie dürfen in der Regel alleine die Tickets des Tages, sowie auch die Anfragen aus dem vorherigen Feiertag gleich mit bearbeiten. Das dies jedoch angesichts der Ruhe und Stille im Büro deutlich leichter und auch schneller von statten geht als sonst, muss ich mir bei Gelegenheit noch erklären lassen. Ok, aber deswegen schreibe ich nicht, sondern ich hatte gerade eine Begegnung:

Auf dem Weg zum Ban-Thai (ja – schon wieder), um mir das heutige Essen zu holen, muss ich mich hinter einer schlendernden Menschengruppe einsortieren. Nicht schlimm, ich habe Zeit, nur Hunger, also eigentlich doch keine Zeit. Die Gruppe Menschen besteht an der Spitze aus mehr oder weniger 5 vollschlanken Damen, deren Herkunft von der anderen Seite des Teichs herrührt (ich kann es hören und irgendwie auch sehen), einigen Passanten und einer Gruppe von 3 Müttern mit und auch ohne Kinderwagen. Es bleibt eine Mutter ohne Wagen stehen und bückt sich zu ihrem kleinen Mädchen herunter, welches sich zur Mutter wendet und in Absicht gleich loszuheulen schon mal das Gesicht verzieht. Ein Bällchen helles breit geplatschtes Eis liegt vor ihr am Boden. Eine Katastrophe – mein Elend beginnt, als ich hinter den Beiden mangels Platz und Möglichkeit mich vorbeizudrängeln leider warten muss, zumal ich ja Zeit habe und die Mutter plötzlich in die Hocke übergeht, um sich für weitere Beschwichtigungsversuche zum nun schon reichlich verheulten Kind zu verwenden.

*schnitt * Nun möchte ich vorweg schicken, dass Hüftjeans an Damen durchaus ein adäquater und auch vertrauter Anblick sind. Manchen Damen möchte man zwar gerne zuflüstern, doch alsbald bitte aktiv etwas gegen die rund herumlaufenden Rollschnitzel anzugehen, oder die Hosen zumindest passend zu wählen, weil hervorquellen von definitiv überzähligem Hüftfleisch wahrlich kein schöner Anblick mehr ist, zumal das Material auch so komisch wabert, oder man möchte schlicht und spontan Beifall klatschen, weil sie einfach toll in den Hüftjeans aussieht. *schnitt*

Der Nachteil bei sich hockenden Hüftjeans-Trägerinnen ist die begrenzte Stoffmenge der Jeans an der oberen Rückseite, genauer am Poansatz. Wie auch hier ich sofort feststellen musste, gibt dieser Stoffmangel einen ungehinderten aber dennoch ungewollten Blick auf Stellen des sich bückenden Unterkörpers frei, die originär ganz sicher nicht für die öffentliche Vorführung gedacht sind. Das perfide ist dann auch noch, dass sich modisch einwandfreie T-Shirts simultan zum sich hockenden Unterkörper nach oben bewegen, so dass zusätzlich zum Poansatz (mit Andeutung des Beginns Po-Ritze versteht sich) auch noch Teile des Rückens vorhangmäßig freilegen. Gemäß der scheinbar immer noch andauernden Mode kommt dort meist ein mehr oder weniger veritables Arschgeweih zum Vorschein. Der höfliche Mann schaut üblicherweise schnell weg, muss aber dann doch wieder hinschauen. Die Blicke werden unwiderstehlich angezogen, der Mann kann nichts dagegen machen, der Kampf ist schon verloren, bevor er überhaupt richtig angefangen hat. Ich habe mir sagen lassen, das ist zum Teil auch Sinn der Sache. Aber fragen könnte man mich vorher dennoch.

Ok, Sie ist also in der Hocke und spricht beschwichtigend auf die Kleine ein, das T-Shirt rutscht derweil hoch, das Arschgeweih bekommt Sonne, der Poansatz darf auch mal in die Welt hinaus. Sie hockt tiefer *schluck*, aus dem Poansatz wird der halbe Po, gekrönt von einem weißen Schlüpfer. Ich zwinge mich sogleich der humpelnden Oma auf der anderen Straßenseiten entgegen zu starren, doch es hilft nichts, wieder verloren. *damn* Die Mutter streift mit einer Hand ans Arschgeweih, gleitet dann pseudo lasziv hinunter in Richtung Po, tiefer in die mittlerweile klaffende Hüftjeans und findet dort den Bund des Schlüpfers. Fast ein Traum, ob ich die HandyCam schnell anschalten soll. Street-Porn – mal was Ganz neues. Oder ist das schon spannen? Mit einem beherzten Zug holt sie jedenfalls ihre Unterwäsche hoch an die frische Luft, zieht es fast mit Gewalt in Richtung des Geweihs. Sie hat völlig vergessen, dass Sie inmitten einer öffentlichen Strasse hockt. Oma schrei doch mal was, scheiß egal was, irgendwas. Sie tut mir den Gefallen jedoch nicht, also muss ich doch wieder hingucken – Looser. Der Zug am Schlüpfer endet erst, als das Arschgeweih von dem Mini-Bund bedeckt ist, mehr ziehen geht nicht. Wobei das sowieso recht schwierig ist, denn der Schlüpfer ist augenscheinlich fast nichts, ebenso wie das Bündchen. Ein Hauch von etwas das wie Stoff aussieht. Zur Sicherheit hält das Nichts jedenfalls zwischen Daumen und Zeigefinger fest.

String-Tangas nennt deswegen so, weil sich das Wäschestück auf Höhe der Poritze zu einem schmalen Faden verjüngt und im Dunklen der Hose verschwindet *flossing her ass* | Soll ich mich räuspern oder sonst irgendwie zu erkennen geben, dass ich nicht vorbei komme und unfreiwillig Zeuge ihrer Vorführung bin? Warum drehe ich mich nicht um? Nun, weil ich dann nicht sehen könnte, falls die Oma was von mir wissen will, die Uhrzeit oder so. Sie zieht immer weiter, oder hält fest, oder was auch immer, der Stoff dehnt und zieht sich, so dass die hauchdünne Spitze bereits ziemlich verzerrt. Bloß nicht reißen jetzt. Das Kind beruhigt sich derweil und sie steht endlich wieder auf, das T-Shirt fällt auf normal, der Poansatz verschwindet und dann macht sie einen Schritt zurück …. mir auf den Fuß. Sie erschrickt und quietscht, ich autsche, sie dreht den Kopf zu mir. Sie erinnert sich daran was sie gerade gemacht hat, ich kann es sehen. Sie schlägt die Augen nieder sagt hastig „Entschuldigung“ meint aber wohl „wah Flucht“ . Daraufhin greift sie sich eiligst das leise schluchzende Kind hoch in den Arm, zieht den eigenen Kopf leicht ein und hastet in Richtung Eisdiele, vermutlich um Ersatz für das geschmolzenen Bällchen auf dem Boden zu besorgen.

Nur gebloggt, weil die liebe Krisenmanagerin quasi drauf bestanden hat und was soll ich sagen, sie hat Recht. Es geht besser, danach. Fast glaube ich die Gattin zu hören die da sagt, „warum zweifelst Du überhaupt daran, dass Frauen überhaupt je Unrecht haben könnten?“ Tut mir leid.

7 Gedanken zu „hocken

  1. Nie wieder werde ich mich in der Stadt bücken……….Auch wenn ich keine Hüftjeans trage…………Wer weiß, was Euch Männern sonst noch so auffällt? 🙂
    Wie wäre es, wenn statt des Starrens Du den Weg zur Eisdiele gegangen wärst und das arme Kind von seinem Leid erlöst hättest 🙂

  2. @sevenjobs
    *lol* Ich habe nicht gestarrt, nur geguckt. Dem heulenden Kind kurzerhand Ersatz zur Verfügung zu stellen hätte mir jedoch mein Mittagessen versaut, weil ich diesmal nur Abgezähltes dabei hatte. 🙄

  3. Tröstet es dich, wenn ich schreibe, dass ich auch wie gebannt geguckt (und gegrinst) hätte ?
    Nur einen soooo schön bildlichen Artikel hätte ich danach nicht hinbekommen. Bei mir wäre es vermutlich nur ein zynischer Zweizeiler gewesen 😉

  4. Ich danke Dir für diesen Beitrag. Leider werde ich regelmäßig im Büro Zeuge eines Ähnlichen Schauspiels. Nur versteckt sich in diesem Falle das „Stück“ Stoff hartnäckig, so dass ein unverhülter Blick in „die Kimme des grauens“ unvermeidlich wird…..

    Schwupp ist der Tag im Eimer….
    Es stellt sich mir die Frage warum das so zur Schau gestellt wird!!! ICH WILL DAS NICHT!!!
    Sollte Mann sowas ansprechen?

  5. @ISMO
    alder, das ist ein heikles Thema, also das Ansprechen meine. Wenn die Eigentümerin der Ritze des Grauens fies drauf ist, …. . Ich halte mich da raus und gebe die keine Ratschlag, am Schluss bin ich der Arsch. Obwohl.. Du könntest die Eigentümer der Ritze des Grauens aus versehen beim Bücken anrempeln, weil nicht gesehen und so, und dann fällt halt ein Stück von Wurstbrötchen hinein. Bitte aber erst machen, wenn Du das OS3.0 drauf hast und wegen der Cam und so. 😀

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