6.15 Uhr

Wir mögen es in den wärmeren Jahreszeiten bei offenem Fenster zu schlafen. Zumal wir den Vorteil einer Dachwohnung nutzen können, dass man zwar ängstlich sein darf, aber dennoch nichts zu befürchten hat. Unsere Gegend ist sehr ruhig, insofern hört man nur sanftes rauschen der Autos auf der Sonnenberger und sonst nichts. Das Haus in dem wir wohnen steht oben auf dem Sonnenberg, mit Blick ins Wiesbadener Tal:

Fensterblick Schlafzimmer 2009.06.13

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Wir haben also grundsätzlich unsere Ruhe, außer heute morgen um 6.15 Uhr. Da mussten sich die Bauarbeiter auf der Großbaustelle (ca. 500m Luftlinie hinter den Bäumen)

Fensterblick Bad 2009.06.13

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scheinbar über eine Strecke von etlichen hundert Metern in Ihrer Muttersprache (vermutlich kroatisch) unterhalten. Aber nicht so in der Art „Hey ******, wo ist der Hammer?“, sondern hier wurde eine regelrechte Unterhaltung geführt. Üblicherweise hört man nichts von der Baustelle, die ein Altersheim zum Ergebnis haben wird, weil die vielen Nebengeräusche der Umgebung alles überlagern, außer natürlich Maschinenlärm, doch nicht schon um 6.15 Uhr. Dankenswerterweise  werden Maschinen erst nach 09.00 Uhr eingesetzt, das ist eine Auflage im Wohngebiet.

Die Schreierei auf der Baustelle bahnt sich letztlich ihren Weg durchs Unterbewusstsein und erzwingt die Aufmerksamkeit, bis sich… ja bis sich die Augen mühsam öffnen und die strahlende Sonne erblicken. Ab diesem Zeitpunkt sind selbst die leisesten Geräusche, soweit diese auch entfernt sind, unmenschlich laut und verhindern so erfolgreich ein erneutes hinweg dämmern. Die Gattin zieht die Decke übern Kopf und grummelt unverständliches, ich glaube lästerliches Fluchen, sowie die Worte Kaffee und Frühstück zu erkennen. Um 6.30 Uhr ist man dann endgültig wach, um 7.00 Uhr beim Bäcker, dessen herzfrische Bedienung zur eigenen Überraschung noch gar nichts gerichtet hat. Unter enervierendem Geschnatter, weil ich heute so früh bin (ich mag sie sonst wirklich) wird die Bestellung eilig gepackt, man selbst ist noch in halber Trance und glaubt den sanften Druck der Bettdecke auf dem Körper noch zu spüren. Um 7.15 sitzt die Gattin schon mürrischen Blickes, aber mit verhaltener Vorfreude vor dem Frühstück. Um 08.00 Uhr liegt sie schon wieder und schläft tatsächlich noch einmal ein, die Glückliche. Ich kann das nicht, wach ist wach. Zur Erinnerung, heute ist Samstag.

Zur Strafe der frühmorgentlichen Ruhestörer gehen wir heute ins Schwimmbad um dort schlimmstenfalls ein Nickerchen in der Sonne zu nehmen, zu lesen, zu faulenzen und ach das war heute viel zu früh. Und jetzt geh ich die Gattin wecken, sie hat genug geschlafen.

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