kein Entrinnen

Du kannst nicht flüchten, es gibt kein Entrinnen. Das ist ein mehr oder weniger bekanntes Filmzitat, z.B. als Ankündigung einer dramaturgischen Instanz im Western, weil just in der nun direkten Handlungsabfolge dem Helden etwas böses passieren wird. Eine andere Facette hiervon ist Werbung per Post. Also nutzloser Dreck, welcher auf wehr- und arglosem Papier mit allerlei wert- und sinnlosen Informationsgehalt gedruckt wurde und nun die Briefkästen in aller Welt mit enervierender Gleichmäßigkeit verstopft. Derartige Belästigungen landen in letzter Zeit häufiger auch in unseren Briefkasten und hinterlassen mal so am Rande erwähnt bei mir einen echt miesen Eindruck von den Auftraggebern. Rein aus Prinzip würde ich da nichts kaufen, egal wie billig oder bla-bla die auch sein mögen.

Wo immer diese Schmutzfinken auch unsere Adresse bezogen haben, ist mir ein Rätsel. Keiner von uns gibt die leichtfertig heraus, noch wird sie in Larifari-Gewinnspielen angegeben, die Adresse wird nicht verteilt, sondern nur an „zuverlässige Partner“ gegeben. Gegen das Impressum hier kann ich leider nichts. Der einzige Schutz den man sich hier einrichten kann, ist eine Adressgrafik zu verwenden oder irgendwelche Scriptgeschichten. Soweit ich das beurteilen kann, sind damit die meisten Bots ausgesperrt. Wir stehen auch in keinem Telefonbuch oder Adressverzeichnis, uns gibt es auskunftstechnisch einfach nicht. Da sind vermutlich Adresshändler, die sich auf halb legalen Wegen in den Besitz der Adressen bringen und diese fortan mit Werbung bombardieren. Werbung als E-Mail ist verhältnismäßig billig zu haben und geht auch schnell durch, aber diese Art des Spam kostet den Auftraggeber richtig Geld und ich glaube nicht, dass es sich gut umschlägt. Mir eigentlich auch egal,  sollen die doch daran bankrott und in Flammen aufgehen. Die verschwenden nur Ressourcen (Holz, Farbe, Benzin, Geld) und stehlen uns Zeit.

Jedenfalls hagelt es bei uns Kataloge, Kaufofferten, Produkthinweise und anderer Schmutz, den hier keiner haben will. Zeitweise habe ich das einfach als „unbekannt verzogen“ deklariert und in den nächsten Briefkasten gepackt, damit es zurück geschickt wird. Doch reduziert hat es die schiere Menge  nicht, es ist wohl billiger einfach weiter zu schicken, als faule Adressen auszusortieren. Üblicherweise wird unser Briefkasten entleert, die richtige Post aussortiert (was schon teilweise schwer genug ist) und der Rest wandert in die Papiertonne. Dort wird es dann recycled damit neuer Werbemist gedruckt werden kann und das lustige Spiel beginnt von vorne. So kann man den Wertstoffkreislauf auch verstehen. Papier wird an der Verrottung gehindert, indem es durch Briefträger, machtlose Empfänger, Müllfahrer und Papierverwerter permanent in Bewegung gehalten wird.

Perfide wie diese Auftraggeber aber nun mal sind, liefern die in dem ganzen Unrat auch lustige Bestellscheine mit vorausgefüllter Adresse, vollständigem Namen, persönlicher Kundennummer und jede Menge anderer privater Informationen, die einem das Bestellen ja so leicht wie nur möglich machen sollen. Das alles in die Papiertonne? Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand just genau den Fetzen verräterisches Papier findet und damit seinen Unfug treibt, ist sicher sehr gering, dennoch widerstrebt es mir. Also müssen wir Not gedrungen doch wieder das unliebsame Papier auf der Suche nach diesen persönlichen Informationen durchforsten. Damit nehmen wir auch unterbewusst die Aussagen auf und der Auftraggeber hat doch was er wollte. *argh*

Gerne würde ich das Zeugs sammeln, dann in deren Büro fahren und alles einfach auf deren Schreibtisch kippen. *hachz* Die voll geschissenen Windeln zwischen all dem Papier würde ich nicht erwähnen, die finden die dann sowieso.

13 Gedanken zu „kein Entrinnen

  1. Bei uns im Erdgeschoss hängt unser Briefkasten direkt über einem öffentlichen Altpapier-Eimer. Wenn man den Briefkasten öffnet, fällt die Post von selbst hinein. Das ist ein optimales Default-Verhalten, da wir so selten „echte“ Post kriegen.

  2. @Leonard
    Willkommen auf thatblog.

    Das geht bei uns leider nicht. Zudem weigern sich partout einige Dienstleister und andere Unternehmen auf elektronische Kommunikation umzustellen, sonst hätte ich das Namensschild am Briefkasten längst entfernt. Einen Eimer mit der Aufschrift „Post“ mag der Hauseigentümer nicht haben.

  3. Zahlst du GEZ-Gebühren? Da kommen viele Adressen her.
    Ansonsten hast du mein tiefes Mitgefühl! Bei mir kommen zum Glück (noch) nicht allzu viele Werbebriefe an.

  4. @juliaL49
    GEZ ja, will man sich nicht kriminalisieren, kommt man nicht drum herum. Und die Saftsäcke verticken Adressen?

  5. Ach, sorry, mein Fehler! Die GEZ kauft selber Adressen. Aber wer einkauft, ist sicherlich einem Verkauf nicht abgeneigt.

  6. @juliaL49
    merci für den Link. sehr spaßig, auch wenn es nicht wirklich spaßig ist. Wer kauft verkauft auch, stimmt vermutlich schon.

  7. Boah, das ist ja übel. Mein Mitgefühl!!! Die beste Tochter der Welt ist auch vorsichtig im Netz? Es ist echt wahnsinn, dass selbst beim Milchkauf mit dem Plastikgeld unsere Daten genommen, verkauft und unbestraft für alles verwendet werden!

    Sometimes life sucks big times! 😡

  8. @FrauLehman
    Der besten Tochter von allen wurde von frühester Kindheit an eingeschärft, derartiges strikt zu unterlassen. Und sie hält sich bis dato auch dran. Da ist sie folgsam. 😉

  9. Schöner Artikle gefällt mir. Bin heute das erste mal hier auf deinem Blog.

    [Edit: Den Link zu Deiner WebSite habe ich entfernt.
    Werbung (auch indirekte) für auch nur teilweise kommerzielle Webauftritte
    sind in den Kommentaren meines Blogs nicht erwünscht. Danke für Dein Verständnis.]

  10. @tonari
    Das freut mich, dass es bei Euch etwas geholfen hat. Da es freiwillig ist, ob sich diese Dreckschleudern an die Ausschlussliste halten oder nicht, glaube ich nicht dran. Eine bessere Quelle als so eine Liste gibt es nach meiner Meinung nach nicht. Danke für den Versuch. 🙂 Ich hege weiterhin die Hoffnung, dass es irgendwann aufhört, indem ich die Dinger als unzustellbar markiert wieder zurückschicken lasse.

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