und jetzt reicht es mir

Als Pendler auf der Autobahn erlebe ich so einiges, was mich immer wieder verbal entgleiten lässt oder auch sprachlos macht. Heute morgen wollte mich ein Verkehrsteilnehmer umbringen, zumindest dachte ich es. Deswegen ist meine Grenze erreicht und so habe ich heute eine Strafanzeige bei der hessischen Verkehrspolizei hinterlegt. Das geht zu meiner Überraschung sogar online, über ein Formular der WebSeite: http://www.polizei.hessen.de (rechts auf Onlinewache klicken).

Ich habe die Schnauze gestrichen voll, mich immer wieder von Rabauken, Rowdys, fast Unfallgegnern und potentiellen Mördern wie diesen von heute Morgen in Gefahr bringen zu lassen. Es reicht mir gründlich, ich habe es satt und deswegen tue ich etwas dagegen.

Anzeigentext:
Heute am 10.07.2009 um ca. 07.10 Uhr, kurz nach passieren der Schnellbahnbrücke am AB-Kreuz Wiesbaden auf der A66 in Richtung Frankfurt fahrend, wurde ich während eines Überholvorgangs bei ca. Tempo ca. 130/140km/h massiv von einem anderen Verkehrsteilnehmer bedrängt. Der Wagen fuhr bis auf wenige Zentimeter (Kennzeichen und Scheinwerfer des Wagens waren in meinem Rückspiegel nicht mehr zu erkennen) auf meinen Wagen auf und hielt diesen Anstand, bis ich den Überholvorgang beendete und auf die mittlere Spur wechselte.

Im weiteren Verlauf der Autobahn folgte ich dem Wagen, um mir sein Kennzeichen einzuprägen. Dabei fiel der Wagen durch weitere rücksichtslose Überholmanöver gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern auf, die er nicht scheute auch auf der rechten Seite durchzuführen. Dies geschah bei Geschwindigkeiten von ca. 120-150km/h.

Bei dem Wagen handelte es sich um einen Werkstattwagen, Marke Daimler, Modell DB-314, mit Aufdrucken der xxxxx GmbH, xxxxxxxx x, 65205 Wiesbaden Tel (06 11) xxxxxxx , mit dem amtl. Kennzeichen WI-xx xx.

Der Wagen war zu dem Zeitpunkt mit min. 4 Personen besetzt und soweit ich die Ladepritsche beim dessen Vorbeifahren einsehen konnte, auch gut bis voll beladen. Auf Höhe der Abfahrt Hofheim setzte ich mich neben den Wagen, um ein Bild des Fahrers mit dem Handy zu schießen. Dies gelang zwar, jedoch waren die Ergebnisse bei der späteren Kontrolle im Büro leider unbrauchbar. Es folgten einige Provokationen des Wagens auf Höhe der Abfahrt Hattersheim, in Form des Heranfahrens an meiner rechten Seite, während ich auf der mittleren Spur blieb. Direkte Drohgebärden konnte ich keine wahrnehmen, doch lies ich mich aufgrund dieser Art der Bedrängung zurückfallen. Fortan achtete ich darauf, dass der Wagen vor mir blieb. Soweit ich dann verfolgen konnte, bog der Wagen ca. 7.20 Uhr in die Ausfahrt FFM-Höchst ein.

Nach telefonischer Rückfrage bei der Fa. xxxxx GmbH, wurde dieser Wagen an einen Subunternehmer des Unternehmens verkauft, so das man selbst leider keinen Einfluss mehr auf den Fahrer nehmen könne. Der Name der Person, die den Werkstattwagen erworben haben soll, ist Herr xxxxxx. Dieser Herr könne unter 0174 – xxx xxx telefonisch erreicht werden. Mehrere Versuche meinerseits diese Nummer anzurufen und den Herren selbst zur Rede zu stellen schlugen wegen des permanenten Besetztzeichens fehl.

14 Gedanken zu „und jetzt reicht es mir

  1. …um ein Bild des Fahrers mit dem Handy zu schießen 💡 ……liest sich wie eine Selbstanzeige. Handy während der Fahrt kostet?€

  2. @Blinkfeuer
    nene, das Telefonieren steht im Bußgeldkatalog mit 40€. Die Kamera ist mit einem Druck aktiviert und ans Fenster gehalten. Das Verstellen eines Radiosenders ist gefährlicher. 😕

  3. Oh, oh, Ruediger. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht.

    Auch wenn das Diktieren oder Fotografieren nichts mit Telekommunikation zu tun hat, handelt es sich bei diesen Zusatzfunktionen dennoch um die Benutzung eines Mobiltelefons, die das Halten in der Hand erforderlich macht. Jede Benutzungsart des Handys ohne Freisprechanlage verbietet der Gesetzgeber.
    Quelle: ADAC

    Ich hatte zu einem ähnlichen Erlebnis mal das hier geschrieben.

    Blinkfeuer hat völlig recht. Das liest sich wie ’ne Selbstanzeige. Aber vielleicht drücken die ja in Anbetracht deiner Schilderung ein Auge zu. Bei der nächsten Anzeige würde ich jedoch auf Fotos verzichten und lieber eine ordentliche Personenbeschreibung abgeben.
    Ich hoffe, du hältst uns über den Vorgang auf dem Laufenden.

  4. @tAXMAN
    Nun denn, ich muss meine Quellen wohl neu sortieren. 🙄 Selbst wenn ich mir eine Anzeige deswegen einfange, trage ich die dann mit Anstand. Versprochen.

    Natürlich halte ich soweit machbar den Umstand hier auf dem Laufenden, bisher ist noch nichts passiert.

  5. Im Zweifel streitest du alles ab und wartest auf die nächste Gelegenheit. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben! 😉

  6. Wenn ich schon Scheiße baue, habe ich auch das Rückgrad die Konsequenzen zu tragen. 🙄 Vermutlich habe ich den Wagen heute morgen schon wieder gesehen, allerdings weit vorab und früh die AB verlassend.

  7. UPADTE:
    Heute kam der Anhörungsbogen der zuständigen Wache und morgen geht der wieder zurück. Ausgefüllt!

  8. @Silencer
    Bisher keine weitere Infos dazu. Den Anhörungsbogen habe ich abgeschickt, zwischenzeitlich 2 Mal versucht in der Wache anzurufen, leider ohne Erfolg. Sommerzeit und Behörden vertragen sich bei trivialen Vorgängen zudem überhaupt nicht, ist zumindest mein Eindruck auch in anderer Sache. Geduld ist wohl weiterhin angesagt.

  9. Ich glaube, ich verzichte in meinem Fall auf eine Anzeige, lieber Ruediger. Auch wenn ich mit dem Töchterlein eine gute Zeugin hätte. Aber mich nervt der Papier- und Behördenkram doch gewaltig. Und ich habe nicht mal den Fahrzeugtyp erkannt 😉 Es hat vor Wut nur fürs Kennzeichen gereicht 🙂

  10. @tonari
    Für eine Anzeige ist das Kennzeichen wichtig, sowie die Umstände, der Ort und die Zeit. Du wirst wissen, was besser für Dich ist. 🙂

    OT: Bisher musste ich keine Laufereien angehen, sondern konnte alles online erledigen, wenn man vom Gang zum Briefkasten mal absieht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.