Zickig

Ich bin heute zickig und grantig. Vielleicht weil schlecht geschlafen, oder nur doof geträumt, oder zuviel krudes Zeugs im Kopf, was weiß ich. Meine Mädels kennen das und wissen wie sie mich dann nehmen müssen. Menschen die ich mag, haben in der Verfassung rein gar nichts zu befürchten, andere die mich ärgern oder reizen, müssen da durch.

Wir treffen uns zufällig und schwätzen gezwungenermaßen einen Moment. Plötzlich fängt er mitten in der oberflächlichen Unterhaltung an sich mit dem gestreckten Stinkefinger an der Schläfe zu massieren, die anderen Finger formen eine Faust (Beispiel – nur ohne Handschuhe). Das ärgert mich und ich fordere ihn auf, während wir reden mir bitte doch nicht den Stinkefinger zu zeigen. Er hält inne und versucht meine dann doch etwas zu barsch geratene Zurechtweisung zu verdauen, indem er dümmlich und verlegen auflacht. Es wäre doch gar nicht so gedacht, er würde sich immer so an der Schläfe massieren und ich solle mich nicht so anstellen. Das ist mir gerade mal ziemlich egal, also bitte ich ihn zukünftig auf diese Geste in meiner Anwesenheit zu verzichten, oder einen weniger anzüglichen Finger zu nutzen. Ok, ich gebe zu, ich mag den Kerl nicht sonderlich, eigentlich kann ich ihn gar nicht leiden, doch begegnete ich ihm bisher ohne Vorbehalte. Und außerdem bin ich zickig heute, doch das erwähnte ich ja schon. Sein Lächeln verschwindet, weil er meinen Ernst bemerkt. Er fixiert mich und seine Mine wird ebenfalls ernst, ich solle doch jetzt bitte keinen Aufstand deswegen machen, er mache das schon immer so. Auf die Frage, woher ich denn bitte wissen soll, ob er mir gerade die Geste zeigt oder sich wirklich an der Schläfe massiert, weiß er nur zu sagen, dass er es ja eben aufgeklärt habe. Er massiert daraufhin mit einem Grinsen beiden Schläfen, mit beiden Stinkefingern. Nun ja, bevor ich ausfallend werde drehe ich mich um und lasse ihn stehen, ich kann ihn eh nicht leiden. Er wirft mir ein paar „Freundlichkeiten“ hinterher, die mich ahnen lassen, er mag mich eigentlich auch nicht. Beim Wort „Zicke“ drehe ich mich um und zeige ihm meinen Stinkefinger, aber nur einen, mehr ist der Typ eh nicht wert, denn ich mag ihn überhaupt nicht und ab heute muss ich mich mit ihm auch nicht mehr unterhalten. Und jetzt fahren wir einkaufen und vielleicht dann sonnen/schwimmen, vermutlich finde ich dann wieder zur innerlichen Ruhe und Gelassenheit zurück.

5 Gedanken zu „Zickig

  1. Das ist in der Tat ein bischen zickig. Aber manchmal hat sowas den Vorteil, dass Leute, die einem schon immer auf den Geist gingen, es endlich wissen und sich auch danach verhalten. Win-Win-Situation, gewissermaßen.

  2. @Muriel
    Ist ziemlich zickig für meiner Verhältnisse. Egal, es ist kein Verlust insofern tatsächlich WIN-WIN.

    Schwimmen ist übrigens nicht, zu viele Wolken, also shoppen. *grumpf*

  3. Also ich finde das Verhalten des Typen auch unverschämt. Und Ihr Verhalten sehr nachvollziehbar und auf angenehme Weise „zickig“: manchmal sind klare Verhältnisse danach doch angenehmer als der Zustand vorher. Von daher ein aufrichtiges „Gut gemacht“ von mir und die besten Wünsche für ein angenehmes Wochenende! Und wenn die Gelassenheit erst morgen zurückkehrt, dann gönnen Sie sich heute mal die Grantigkeit!

  4. Vergiss die Gummibärchen nicht 😉

    Bei mir hilft shoppen immer, drücke dir die Daumen für die gleiche Wirkung 😀

  5. @weltdeswissens
    Klare Verhältnisse sind allem vorzuziehen und deshalb zicke ich noch ein wenig und vernichte Kalorien in Form von Eis mit Sahne. Merci für die Zustimmung.

    @Axy
    Ich habe mir extra ein ganzes Paket dunkler Bärchen im Fruchtgummiladen besorgt, die muss ich noch verstecken. Shoppen war öde, Wiesbaden ist doof.

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