verlockend – und doch wieder nicht

Vor 2 oder 3 Jahren habe ich mich schon mal für audible interessiert, weil deren Abo-Model für Hörbücher rein vom hören-sagen schon reizvoll war. Ein tiefer Blick in die damalige FAQ sagte jedoch etwas anderes, weil wenn das Abo erlischt gleichzeitig auch alle(!) bezahlten Hörbücher nicht mehr zur Verfügung stünden und man sein Geld quasi verbrannt hat. Das Brennen von CD ist keine Option, dann kann ich mir das Hörbuch auch gleich als CD kaufen. Wenn man es geschickt regelt, Angebote und Gebrauchtbörsen ausnutzt, kostet das auch nicht viel mehr.

Amazon verschickt derzeit einen Flyer mit seinen Lieferungen, der ein kostenloses audible Hörbuch-Abo für 30 Tage offeriert. Hört sich ja erstmal ganz verlockend an. Nun könnte man auf die Idee kommen, sich anzumelden, das Hörbuch zu laden und sich noch vor Ablauf der 30 Tage wieder abzumelden.

Liest man in den FAQ von audible findet man dieses:

Wenn Ihr Abonnement bei uns ausläuft oder Sie es kündigen, erhalten Sie automatisch den Status eines A-la-Carte-Kunden. Das bedeutet, dass Ihr Konto und somit auch Ihre Online-Bibliothek bestehen bleiben und Sie Ihre bereits gekauften Hörbücher so oft Sie möchten herunterladen können. Im Prinzip ändert sich für Sie also nichts.

Nur wenn Ihr Konto durch uns gelöscht wird – was wir nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch tun -, können Sie nicht mehr auf Ihre Titel zugreifen. [quelle]

Hörte sich immer noch gut an, könnte also klappen mit den kostenlosen Hörbuch. Ich war schon am ausfüllen, als ich beim Ausfüllen über einen Link zum Widerufsrecht innerhalb der AGB stieß:

…. Audible gewährt Ihnen innerhalb der ersten Vertragslaufzeit eines Audible-Abos oder beim ersten Einzelkauf eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Soweit Sie einen Vertragsschluss in Form des Einzelkaufs oder eines Audible-Abos vorgenommen haben, können Sie als Audible-Nutzer diesen Vertragsschluss innerhalb von 30 Tagen ab Datum des Vertragsabschlusses stornieren und erhalten von Audible den Rechnungsbetrag zurück. Dieses Sonderrecht gilt auch nach Download eines Audiotitels innerhalb der ersten 30 Tage. Im Zuge dieser Abwicklung werden die Audiotitel in Ihrer persönlichen Online-Bibliothek automatisch gelöscht und stehen Ihnen nicht mehr zum Abruf zur Verfügung. [quelle]

Liest sich für mich, als wenn nach Kündigung des Test-Abos das Nutzungsrecht erlischt und das kostenlose Hörbuch weg ist. *hm* audible mit seinem DRM stinkt immer noch und ich vermeide es weiterhin, mich mit denen einzulassen. Da pfeife ich auf das protzig publizierte TÜV-Zertifikat für sicheres einkaufen, wenn der Flyer doch nur eine Mogelpackung als Lockangebot ist.

13 Gedanken zu „verlockend – und doch wieder nicht

  1. Ich kann da als langjähriger begeisterter Audible-Kunde mangels Kündigung nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich bin mir so gut wie sicher, dass du die Hörbücher behalten und auch weiter nutzen kannst (Muss ja eigentlich auch, du hast sie ja erworben.). Nur erneut herunterladen kannst du sie nicht.

  2. ooooh, vorsicht mit audible, mit denen hab ich gaaaanz schlechte erfahrungen! ich hatte da mal ein probeabo für einen monat, gaaaaaaanz am anfang, als es die gab! ich hatte mächtig ärger mit denen weil die immer noch geld abgebucht hatten obwohl es nur ein probeabo war, das sich nicht automatisch verlängert, also keine kündigung und so… jaja, von wegen…

    das geht sogar soweit, daß ich mich weigere, bei itunes was zu kaufen, wenn es über audible läuft! 😉 denen trau ich keinen kieselsteinwurf mehr weit.

  3. @Muriel
    Deren DRM sah früher so aus, dass eine permanente Freischaltung der Files mit dem Audible-Server erfolgen musste. Die zitierten wie auch weitere FAQ hinterlassen einen richtig miesen Eindruck bei mir und daher werde ich mein Geld mit denen nicht verbrennen und mir meinen Rechner mit deren Schmutz auch nicht versumpfen. Wie bisher auch halte ich lieber die Augen, suche Sonderangebote und stöbere in Gebrauchtbörsen für Hörbücher. Sicher kommt man dann u.U. erst 3 Jahre nach Erscheinen an das Buch, doch kostet mich das dann nur noch einen Bruchteil. Und ich kann es hören solange und so oft ich will. DRM stinkt zum Himmel und Unternehmen, die diesen Mist ihren Kunden aufzwängen bekommen von mir keinen Cent. Das ist was grundsätzliches für mich. Auch iTunes durfte mich erst als Kunden begrüßen, als das DRM entfernt wurde. Dennoch danke für das Feedback und ich freue mich, dass Du mit audible zufrieden bist.

    @Ehefrau
    Keine schöne Erfahrung. Auch deswegen vermeide ich automatische Abbuchungen vom Konto wo ich kann. Das geht 99 Mal gut, aber der 100. macht alles zunichte.

  4. Was spricht eigentlich gegen die altmodische Variante, die Hörbücher im Buchladen des Vertrauens zu kaufen? Ist zwar nicht umsonst aber ohne Tücken und auf den PC übertragen kann man ja immer noch.

    Und teilweise kann man auch von der Bücherei ausleihen. Vorausgesetzt, das Hörbuch ist relativ neu und die CDs noch nicht zerkratzt.

    Grüßle
    Axy

  5. @Axy: Ich will hier nicht der Audible-Troll sein und gehe deshalb nicht näher auf den wirklich astronomischen Preisunterschied ein. Aber aus Neugier: Sind gekaufte Hörbuch-CDs wirklich völlig tückenfrei? Ich kenne es von Musik-CDs, das die einen Kopierschutz haben, der teilweise auch als Abspielschutz fungiert.

  6. Ufff… also mit meinen CDs hatte ich bisher noch nie Probleme. Ich konnte alle mit Winamp anhören. Natürlich kann es sein, dass die neueren geschickter „geschützt“ sind. Wobei ich CDs, die sich nicht am PC abspielen lassen, als Schrott empfinde. 🙄

  7. @Axy
    Weil die im Buchladen schlicht zu teuer sind. Jedes Buch wird 3 Monate nach erscheinen für den 1/10 des Preises verramscht, die CDs sind aufweniger zu produzieren und halten Ihren preis. Erst in Weltbild oder Amazon Marketplace, Flohmärkten oder wo sonst noch immer kann man etwas Geld sparen.

    In Wiesbaden ist es möglich Hörbücher zu leihen, die Auswahl ist gar nicht mal Schlecht doch die Verfügbarkeit eine Ohrfeige. Man kann sich Bücher reservieren lassen, doch nur einzelnen CDs und nicht ganze Folgen. Wenn man dann mal das Glück hat ein Buch zu ergattern ist das derart verschandelt, dass ein Hörgenuß nur mit extrem ausgeweiteter Toleranz möglich ist. Das System taugt hier einfach nichts. Vor langer Zeit hatte ich versucht einen privaten geschlossenen Tausch/-Leihzirkel aufzuziehen, doch scheiterte dies an der Menge der Teilnehmer. *öhm*

    @Muriel
    Die Zeiten in denen der Kopierschutz auf CDs eine Abspielung nur an einer HiFi-Anlage erlaubte und auch nur dann, wenn dort ebenfalls kein PC CD-Laufwerk eingebaut war, sind meiner Erfahrung nach vorbei. Audible hat der Vorteil des Online-Shoppens und der sofortigen Verfügbarkeit.

  8. Ich bin natürlich kein Richter oder Analt, aber die Hörbücher kann dir keiner wegnehmen. Hoff ich zumindest. 😉

  9. Ehrlich gesagt halte ich mich von solchen Downloadseiten sowieso fern… weil ich sonst nur anfange zu denken „Wieso nicht gleich umsonst downloaden, es gibt ja genug Quellen“ O:-)

    Bei der Bücherei hier ist es so, dass die CDs auch einzeln sind, aber nur als Set ausgegeben werden. Das heißt, man muss das erste vormerken. Und besonders schön ist es, wenn man gleich am Abgabetag abholt – dann muss man nämlich nicht mal die Vormerkgebühr zahlen. Als Schüler mit Internetzugang (die Bücherei ist online) ja kein Problem 😀

  10. Meine Erfahrung mit audible ist sehr positiv. Ich habe zweimal die Probezeit genutzt (neu eröffnetes Bankkonto) und die damals erworbenen Titel kann ich heute immer noch abspielen. Ja, die müssen mit dem Server abgeglichen werden, aber sobald die z.B. in iTunes freigeschaltet sind, kann ich die immer wieder anhören. Und ich kann mich auch noch immer ins Konto einloggen und die Titel runterladen. Kann sein, dass sich das mittlerweile geändert hat (ist ein paar Monate her seit dem letzten Mal).

  11. @Time
    willkommen auf thatblog. Doch das geht. Viele DRM-Anbieter bestanden darauf, dass man nur ein Nutzungsrecht erwirbt und kein Eigentum. Nach dem Aufweichen dieser unsinnigen und kundenverachtenden Umstände (Apple ohne DRM, Amazon verkauft mp3, usw.) gilt dies nur noch bedingt. Napster (siehe #10) war oder ist noch Modell welches noch so funktioniert. Die Kündigung des Abos zieht den Entzug der Nutzungslizenz mit sich und alle herunter geladenen Songs sind fortan tot.

    @Axy
    Nun ja, die „für-lau“ Quellen verstoßen gegen das Urheberecht und bei den Downloadportalen zahlt man dafür, dass man gegen kein geltendes Recht verstößt. Mit unserer Bücherei habe ich keine guten Erfahrungen gemacht und so lasse ich es sein. Das Personal dort ist indes wirklich bemüht und auch im Rahmen der Möglichkeiten recht engagiert.

    @juliaL49
    Danke für den Hinweis. Dennoch lasse ich es lieber sein, ich mag mich nicht ärgern. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.