Geschichten

Lordfoltermord hat mit seinen Unfamos last Words Beitrag etwas lustiges entfacht. Meine unfamos last words aus dem wirklichen Leben haben natürlich auch eine Geschichte:

  • Lass mich mal, Du reißt den Bolzen doch ab.
    Das war mein Erzeuger, als er kurz bevor er das Weite suchte, um sich als Arschloch noch eben schnell zu verwirklichen, mir noch schnell beweisen musste, was für ein guter Vater er war. Er sah mich beim Reifenwechsel an meinem ersten Auto an den Bolzen schwitzen und wollte seinem Sohn zeigen wie man das macht. Nun, der Bolzen riss zwar nicht ab, aber das Radkreuz ging dafür entzwei.
  • Sicherung ist raus.
    Das war mein Alt-Geselle in der Lehre, bei den Schott Glaswerken in denen ich das Elektriker Handwerk erlernte. Wir sollten einen Monsterschaltschrank an einer Produktionsstraße abbauen und beim prüfen der Anschlüsse traten vereinzelt Glimmaktionen in der Prüflampe auf. Mir war das nicht geheuer, so wollte ich an den Sicherungskasten der Werkhalle und alles noch einmal prüfen. Das dauerte ihm zu lange und rief er obigen Satz und fing schon mal an mit einem großen zweihändigen Bolzenschneider die Zuleitungen zu kappen. Der Funkenregen sah toll aus, er hatte nur einen tüchtigen Schreck bekommen, weil Sicherheitswerkzeug und Ausrüstung verwendet wurde und einen ordentlichen Flattermann in den Beinen. Dennoch holte ich den Werksarzt, weil er sich auch keine Kippe mehr richtig drehen konnte, der Tabak schubbelte ständig von dem Papier runter.
  • Da kommt schon keiner.
    Das war mein bester Freund in Kindertagen, als wir im Kleingartenverein frischen Erdbeeren nachstellten und auch reichlich fanden. Hier lernte ich, dass einen Zaun zu überwinden um irgendwo hinein zu bekommen wesentlich leichter und auch schneller geht, als umgekehrt.
  • Los mach, sieht keiner.
    Das war mein Wachkollege in einer Munitionsablage. Das ist ein großes umzäuntes Gelände außerhalb einer Kaserne, in der scharfe Munition in abgeschlossenen Bunkern und unter kleinen Erdhügeln gelagert wird. Die Blase richtet sich grundsätzlich nicht nach Dienstplänen und auf einem völlig freien Gelände ist der Mann gehemmt. Also stellt ich mich in eine Bunkernische und entsorgte mich. Einen Tag später kam die Wachanweisung zukünftig nicht mehr auf dem Gelände der Munitionsablage zu urinieren, sondern um Ablösung zu funken. Die beiden Wachposten des gestrigen Tages, die zwischen xx-xx Dienst hatten, mögen sich bitte gleich nach Wachablösung beim Standortkommandanten melden.
  • Hast gesehen, so macht man das.
    Das war mein Beifahrer beim Werttransport, der mich beim Fahren mit dem gepanzerten Kleinlaster „einwies“. Grundsätzlich sollte nach seiner Maßgabe keine Handbremse angezogen werden, damit es schneller geht. An der nächsten Abholstation durfte ich dann übernehmen und an die Abholstelle anfahren. Ich parkte rückwärts und ganz dicht am Schaufenster, so wie er es wollte. Er stieg aus und ich ging nach hinten, um ihm beim Ausladen des Hartgeldes zu helfen. Das Auto rollte durch diese Bewegung oder wodurch auch immer nur 10 cm nach hinten und das Schaufenster war kaputt. Von da an fuhr er wieder selbst, weil ich hätte wohl nicht richtig zugesehen.

4 Gedanken zu „Geschichten

  1. Mannmannmann, oh Ruediger, das ist ja fünfmal Lebensgeschichte pur. Das müssen meine Nerven heute nacht erst einmal verarbeiten. Holde Nachtruhe, sei mir willkommen.

  2. @Schildmaid
    merci, beim schreiben war ich mir ob der Spannungsnote nicht bewusst. 😳 Die Nacht war hoffentlich geruhsam. 😉

  3. Ja, danke der Nachfrage, ich konnte dann doch gut schlafen. 😀

    Zum Thema unfamous last words fällt mir noch ein Witz ein:
    Was waren die letzten Worte des Sprengmeisters? „Wasn das fürn Kabel?“
    😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.