Sitzbank – Stöckchen

Der Andersreisende glaubt sich unnötigerweise mit einem Stöckchen über Parkbänke revanchieren zu müssen. 🙂

Auf der Rückseite des Wiesbadener Kurparks gibt es einen kleinen Platz, beseht mit weißen Kieselsteinchen und der sich sehr einladend gibt. Zur Parkseite hin öffnet sich der Platz zu einem kleine Gewässer mit einer hoch aufschießenden Fontäne, die andere Seite wird von dem alten Kurhaus/Kasinogebäude begrenzt. An der Stirnseite gibt es eine kleine Konzertmuschel, die gerade Sonntags gerne für musikalische Aufführungen genutzt wird. Dort gibt man in der Regel Jazz oder Klassik, Swing oder auch mal Pop, eher etwas der Umgebung angemessene Unterhaltung. Denn es ist ein Park zum lustwandeln, zum gemütlichen Durchschreiten, sich auf die Wiesen zu legen, usw. Rings herum ist parkmäßig viel grün und auch reichlich Platz zum verweilen.

Dort haben es mir ganz besonders hölzerne Sitzbänke angetan, die entlang des Gewässers aufgereiht stehen. Sich abends dort in der noch warmen Sonne zu platzieren, der Fontäne zuzusehen und zu hören, links und rechts liegen oder sitzen Menschen auf den Bänken, im Rücken rennen die Kinder über die Kiesel, oder Boule-Spieler versuchen verbal den unebenen Boden in ihre Würfe mit einzukalkulieren, usw. … all das verursacht eine Art Urlaubsstimmung. Alles ist sehr gemütlich, wie auf eine geheimes Kommando hin.

Überhaupt ist das Gehen auf kleinen Kieselsteinen, mit dem daraus resultierenden Knirschen irgendwie interessant zu verfolgen. Fast jeder Schritt lässt sich aufgrund der Heftigkeit des Knirschens bewerten und beurteilen. Hat es jemand eilig, oder einen Hund dabei, wird ein Kinderwagen geschoben, joggt man, sind es alte oder junge Leute, die Geräuschkulisse alleine ist wie gesagt sehr interessant zu verfolgen.

Jedenfalls hatte ich für dieses Stöckchen diese Bänke im Sinn, schon nur wegen des Ausblicks und der generellen Gemütlichkeit die man empfindet, wenn man dort sitzt. Leider hat mir die Parkverwaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn aufgrund der kalten Witterung hat man die Bänke schon in Sicherheit gebracht:

Konzertmuschel 01

Konzertmuschel 02

Schade eigentlich, denn es lässt sich dort auch außerhalb der warmen Jahreszeit sehr gut sitzen.

Das Stöckchen ist damit fertig geschnitzt, wenngleich auch mit einem anderen Inhalt als beabsichtigt. Man möge es mir verzeihen.  8)

7 Gedanken zu „Sitzbank – Stöckchen

  1. Das stelle ich mir sehr romatisch vor… *seufz*

    Da an einem warmen Herbstabend zu sitzen und die letzen Sonnenstrahlen zu genießen wäre bestimmt schön gewesen. Wobei… irgendwie gabs dieses Jahr nicht wirklich einen Herbst. Das war ein Sommer mit herbstlichen Tagen und plötzlichem Wintereinbruch. Bin für eine Sommerverkürzung und mehr Herbst!

    Aber duuu… erfahren wir eigentlich noch, worum es beim Daumen drücken geht? *neugierig guck*

  2. @Axy
    Ach ob es romantisch ist kann ich gar nicht sagen, es ist angenehm, gemütlich, nett, heimelig. 😉

    bzgl. der Daumen: Der ist wichtig, weil ich die Bedeutung, den guten Zweck als solchen gut gebrauchen kann, denselben aber nicht in die breite Runde des Internet streuen möchte. Bitte nicht persönlich nehmen, es ist der Versuch eine bestimmte Grenze zu wahren, die ein Blogger manchmal nur schwer wahren kann, aber eigentlich immer sollte.

  3. Knirschende Kieswege erzeugen bei mir auch ein heimeliges Gefühl. Herrlich ist da auch, mit geschlossenen Augen erst mal hinzuhören und sich den oder die Menschen vorzustellen, die das jeweilige Geräusch erzeugen bevor man tatsächlich hinguckt.

  4. Hey, ich wußte, dass das ein toller Stöckchen-Beitrag bei Dir wird. So „unnötig“ war das Stöckchen-Werfen retour in Deine Richtung also nicht 😀 Auch wenn die Bänke nicht mehr an den Plätzen stehen, wo Du sie Dir erhofft hast, sind die Fotos trotzdem (wie immer) toll geworden. Ab und zu brauchst Du ja auch eine Herausforderung. Ich freue mich. 😀

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