Gedanken zu Kommentaren

Muriel macht sich Gedanken und fragt:

….. Wo kommentiert ihr, wo nicht? Über welche Kommentare freut ihr euch in euren eigenen Blogs, und welche findet ihr doof? Und habt ihr in letzter Zeit vielleicht irgendwo einen Kommentar gesehen, der besonders eindrucksvoll beweist, dass es sich doch manchmal lohnt, das ganze Elend zu durchforsten, das unter vielen Blogbeiträgen vor sich hin gärt? (ganzen Beitrag bei Muriel lesen)

Grundsätzlich kommentiere ich dort, wo ich mich ‚wohl‘ im Sinne von „Willkommen“ fühle, wo ich direkt angesprochen werde (und es auch mitbekomme) und last-not-least wenn ich inhaltlich auch etwas sinnvollen beizusteuern habe, bzw. öffentlich meine Anteilnahme ausdrücken möchte. Aus den Haifischbecken der großen A-Blogs halte ich mich ebenso raus, wie aus den Politischen, oder denen die Tagesgeschehen zum Thema haben. Zu viele kranke Hirne halten sich dort auf und entwickeln aus einer gewissen Tradition (= Aufenthalt im Blog) eine fragwürdige Freiheit andere Personen zu maßregeln oder in ihrer Meinungsäußerung bloß zu stellen. Konfrontation auf fremden Plattformen sind mir zudem unangenehm, dort hätte ich das Gefühl ein Gastrecht zu missbrauchen, vor allem wenn der Betreiber des fremden Blogs mit mir ‚bekannt‘ ist.

Kommentare bei mir verstehe ich als Rückmeldung zu Artikeln, Mittel der kleinen Konversation, Möglichkeit andere Blogger kennen zu lernen, die vielleicht ähnlich ticken. Kommentare bestätigen in seinem Tun oder zeigen auf, was man anders machen kann, wenn man es denn will. Die Kunst die unweigerlichen Claqeure und Linkplatzierer von echten und ehrlichen Reaktionen zu unterscheiden braucht nur etwas Übung.

Die Art und Weise wie ein Blog geführt wird, welches Themen in welchem Ton behandelt wird, gibt letztlich auch den Tenor der Kommentare vor. Die Blogs, die sich kontrovers mit Gegebenheiten der Öffentlichkeit auseinandersetzen locken nun mal auch streitsüchtige Besucher an. Es gibt genug Menschen, denen das Spaß macht in der Anonymität zu pöbeln oder sich als Störer zu betätigen.

Im Arbeitstag über muss ich sehr häufig verteidigen, muss durchdringen zu völlig verbohren Hirnen, hilflos argumentieren und beschwichtigen, mehrfach erklären, stumpf begründen, geschickt ausweichen und mit teilweise auch sehr unhöflichen rabiaten Menschen als Kunden auskommen, deswegen gehe ich im privatem alle dem aus dem Wege. Hier will ich meine Ruhe, mag lesen, lachen, mitfiebern oder Anteil nehmen und mit den Menschen auskommen, nur nicht zanken.

Aus diesen meinen Überzeugungen habe ich deshalb einen eigenen Beitrag mit Trackback gemacht und nicht bei Muriel kommentiert, weil das meine Ansicht und Überzeugung ist und eben diese genau hier hin gehört.

13 Gedanken zu „Gedanken zu Kommentaren

  1. Ich hab schon mal einen Kommentar bei mir gelöscht….. 😳 solch Einen wollt ich dann doch nicht haben! Er gehörte einfach nicht auf meinen Blog! Dabei bin ich nicht streitsüchtig, anzüglich ….aber der Kommentator war es, ich war geschockt 😯 ….
    Meine Kommentare verstehe ich als Kommunikation mit dem Bloginhaber, ich hoffe etwas zum Thema beizutragen und das der Autor auch etwas davon hat….manchmal lese ich auch nur und freue mich über den Artikel kommentiere aber nicht!…weil mir das rechte nicht einfällt , weil ich nichts dazu zu sagen habe, weil alles gesagt wurde!
    Wenn ich kommentiere dann ist es mir wichtig das was ich zu sagen habe….hier fühl ich mich willkommen und du bist es bei mir auch! 😉
    Gute Nacht!

  2. Ich habe bei Muriel ja schon ausgiebig kommentiert. Und da du Muriel erwähnst und es mit deinen Worten ergänzt, kann ich es jetzt bei einem „Sehe ich genau so“ belassen 😀

  3. Wow, danke für die ausführliche Antwort. Ich kommentiere ja schon, ähem, hin und wieder auch mal bei den großen Blogs, aber bisher konnte ich da über die Behandlung nicht klagen. So richtig krank kam mir die Situation erst einmal vor, und das war nicht direkt in einem A-Blog.

  4. Ich kommentiere, wenn ich der Meinung bin, dass ich zum Thema etwas sagen kann oder Anteilnahme nehmen kann. Es gibt viele Posts die ich lese, aber keinen Kommentar hinterlasse. Der Grund dafür: Ich bin zwar interessiert, kann aber nichts Sinnvolles oder Neues dazu beisteuern. Und bloß „danke für den Tipp“ zu schreiben ist mir regelmäßig dann doch zu wenig. Wenn ich’s schreibe, dann habe ich wirklich einen Nutzen daraus ziehen können bzw. etwas Neues gelernt.

  5. Du sprichst mir mit Deinem Kommentar aus der Seele.
    Auch ich lese in einigen Blogs regelmäßig, gebe aber nicht ebenso regelmäßig Kommentare ab. Die 375ste Wiederholung des bereits Gesagten braucht kein Mensch. Es sei denn, es geht um aufrichtige Anteilnahme oder Gratulationen verschiedenster Arten. Ich denke, es nimmt Dir auch niemand übel, wenn Du nicht täglich Deine Meinung zum Geschriebenen äußerst. ich jedenfalls freue mich, wenn Du vorbei schaust und ein *zwinkern* bei mir hinterlässt. Und ich fühle mich hier auf Deiner Seite angenommen und dann mag ich auch ab und an meinen Senf dazu geben.

  6. @Bonafilia
    Kranken Köpfen darf man außerhalb entsprechender Einrichtungen keine übermäßige Aufmerksamkeit schenken. Das habe ich in großen Foren mitunter sehr schmerzhaft gelernt, als ich die noch moderierte und das gilt auch im Kleinen hier in der Blopshäre. Bisher wurde ich im Wesentlichen von bösen Kommentaren verschont, nur 3 Mal musste ich löschen und den Nutzer auch sperren. Das fühlt sich dann zwar so ein wenig wie Zensur an, doch das nur kurz. Merci für Deine Ansicht und Kompliment. 😳

    @quadratmeter
    merci. 😉

    @muriel
    Es ist nicht immer einfach sich mit meiner Einstellung einen Kommentar zu verkneifen, (frei nach Nuhr) man muss auch mal die Klappe halten können. In der Regel lese ich erst 2-3 Wochen auf einem Blog mit, studiere auch die Kommentare, dann gibt sich schon ein Eindruck dessen, welcher Ton dort herrscht und wie die Stammleserschaft drauf ist. Ganz besonders schlimm finde ich es, wenn es doch einmal zum Zwist kommt und der Blogbetreiber sich offensichtlich nicht traut dazwischen zu gehen, weil er Leserschaft nicht verprellen will oder die Situation nicht überblickt. Ist mir gerade zu Anfang auf fremden Plattformen recht häufig passiert.

    @Andersreisender
    merci. 😉

    @Tonari
    Sehr freundlich, merci. :wink::

    *eeeek* eine Karte aus San Francisco :mrgrren: Ich habe mich sehr gefreut, merci.

  7. Ich lese viele Blogs, kommentiere aber nur in sehr wenigen. Ich weiss, dass das doof klingt, aber für mich fühlt sich das Kommentieren in einem „neuen“ Blog häufig so an, als würde ich mich in einer Kneipe zu wildfremden Menschen an den Tisch setzen und einfach mitreden. Dabei ist ja häufig gerade das freundliche Miteinander in den Kommentaren mit ein Grund, dort gerne zu lesen.
    Es dauert also ein bisschen bis ich dahingehend aus meinem Schneckenhaus rauskomme und was sage und das auch nur bei Themen, wo ich gerne etwas beitragen / anmerken mag und nicht des Kommentierens willen.
    Auf richtig großen Blogs würde ich nicht kommentieren. Hier fühle ich mich willkommen, da fällt mir das leichter. 🙂

  8. 95% der s.g. Web 2.0-Menschen konsumieren und nur 5% interagieren, also kommentieren. Ich finde, das ist ein schlechtes Verhältnis, kaum ein großer Unterschied zum Web 2.0

    Dabei leben die Blogs, Foren, etc. von den Kommentaren, Meinungen … es ist das MITMACH-Web.
    Und jeder Blogger ist eine Rampensau, sonst würde er für sich schreiben und nicht öffentlich.
    Dennoch kommentiere ich nur dann, wenn ich etwas zu sagen haben und der Meinung bin, dass es zum Thema passt.

    … und manchmal, weil ich darum gebeten werde 😳

  9. @Katja
    merci. 😳

    @Meg
    Das die Schere zwischen den Konsumenten und Interagierenden weit auseinander klafft dürfte klar sein, aber so weit? Sind das Schätzungen, oder von Gardner und/oder Konsorten?

  10. @Meg
    In meinem Kopf formt sich gerade das Bild eines schwarzes Loches, was alles in sich aufsaugt, unter anderem auch sich selbst. 😛

  11. Lieber Rüdiger, ich kann es nicht als Zensur empfinden, wenn ein Vollpfosten, der mit seinen Kommentaren nur stören, pöbeln und bashen möchte, gesperrt wird.
    Mein kleines Spaßblog sehe ich als eine Art virtuelle Stube an. Wenn da jemand uneingeladen rumnervt, wird er halt vor die Tür gesetzt. Das Leben ist einfach zu kurz, um die Zeit mit Trotteln zu vergeuden.
    Ich musste erst einmal jemanden hinauswerfen. Zum Glück gehen meine Lesenden sehr höflich und respektvoll mit mir und auch miteinander um. So lob ich das. 😀

  12. @Schildmaid
    Auch kontroverse Meinungen sind dennoch Meinungen. Zu schnell wird beim moderierenden Eingreifen dieser Schreckensruf laut, meist um Leute aufzurütteln, die sich letztlich gar nicht dafür interessieren was, sondern nur das etwas vor ihren Augen verborgen bleibt. In Blogs passiert dies ja gottlob weniger, Foren sind hier deutlich sensibler aufgestellt. Merci für Deine Ansicht. 😉

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