Und dann war da noch

  • der Tankstellenkunde, die morgens um 7 Uhr für 150 Euro Jungen-Spielzeug (Autos und Zeugs) und Süßigkeiten zusammen kaufte. Die Frage an den noch halb schlafenden Kassierer nach Geschenkpapier schien für ihn völlig normal und überhaupt nicht abwegig. Es mag tausende Gründe für seinen Kaufrausch geben, für mich sah es sehr nach vergessenem Geburtstag aus.
  • die Frau, die sich im Stau auf der A66 die Augenbrauen machte, als er anfuhr.
  • der Hund, der sich auf einer Nebenstraße stehend im Licht meines Autoscheinwerfers sonnte und sich keinen Zentimeter bewegte. Nach endlosen 5 Sekunden trottete er dann weiter und schaut mir im Vorbeifahren sogar noch nach. Den Gedanken, der er in diesem Moment gerade hatte, hätte ich gerne erfahren.
  • die Situation, dass sich aufgeilende Menschen im Schritttempo fahrend an einem Unfall vorbei quälten. Wäre die Polizei nicht schon da gewesen, wären sicher welche ausgestiegen und hätten mit dem Handy schnell noch ein paar Photos machen wollen.
  • die Voicemailbox im Büro, die zwischen 2 und 3 Uhr Ortszeit(!) im 10 Minuten Rhythmus angerufen wurde und der Anrufer jedes Mal dieselbe Nachricht hinterließ, bis der Speicher voll war. Als sich die Mailbox dann gegen 3.15 Uhr verweigerte, schrieb er eine(!) einzelne E-Mail mit dem Wortlaut seiner Ansagen an meine Adresse.    Er ist Australier, muss ich also nicht verstehen.
  • die Idee, sich einen mobilen Würstchenstand in den Kofferraum zu installieren, damit man im Stau stehend zumindest noch ein kleines Geschäft machen kann.
  • die Frage ob es tatsächlich stimmt, das Unternehmensberater und Consultants zu Beginn Ihres Studiums eine Broschüre mit 100 auf ewig gültigen Phrasen und Schlagwörtern bekommen und diese auswendig zu lernen haben. Anders kann ich es mir nicht mehr erklären. Doch kann man mit denen richtig gutes Bullshitbingo spielen.
  • mal wieder ein kaputtes Kaffeepad, welches seinen Inhalt mal wieder auf dem Tisch verteilte. Warum diese Trottel die Verpackungen derart klein gestalten müssen, dass die Schweißnaht den obersten Pad mit anheftet, erschließt sich mir nicht.
  • die Postangestellte, die mir unbedingt Versicherungen, Girokonto und noch etwas anpreisen wollte musste, fast hätte sie vergessen das Portogeld von mir zu verlangen. Nächstes Mal vielleicht.
  • der Mann, der am Telefon seine Fassung verlor, weil ich ihm seine verlorene Lizenz nicht ersetzen wollte. Es fehlte ihm völlig an Verständnis, dass mir sein Versprechen nicht ausreichte und ich auf die Vorlage eines Kaufbelegs bestand. Er will mich nun schon wieder einer persönlich verklagen. Na dann ____have fun____ *sigh*

13 Gedanken zu „Und dann war da noch

  1. Wenn Dir mit Klage gedroht, wie in dem beschriebenen Fall, siehst Du das 100%ig locker, oder gibt es da einen klitzekleinen Teil in Dir, der dann doch Bammel hat, auch wenn sich die Bedenken als unbegründet erweisen?

  2. @noch ein Markus
    Treffer. :top: Das kommt davon wenn man im Bad etwas zu viel trödelt und zu spät auf der Piste steht. Das nutzen die anderen Verkehrsteilnehmer schamlos aus und stellen sich einfach mal so hin. Kein Unfall oder Panne, einfach mal so nichts.

    @AndiBerlin
    So oft wie man mich schon verklagen wollte, müsste ich ein Abo in bundesdeutschen Gerichtssäälen haben. 😛 Er war nur sauer, weil ich ihm, ausgerechnet ihm dem einzigen Menschen der Welt, der auch wirklich immer die Wahrheit sagt, nicht geglaubt habe. Und selbst wenn er deswegen ein Fass aufmachen will, ich reiche ihm noch den Hammer. 😀 Kein Kaufbeleg – kein Warenersatz => Ende Diskussion. Have a nice day. 😆

  3. Oh, ich hab auch schon mal die Tankstelle, bzw. den Buchladen am Bahnhof für Geschenke missbraucht. Kriegt man manchmal gute Sachen, so auf die letzte Minute. Wobei ich Geschenkpapier immer noch selbst zuhause hatte.

    Zum Thema „Gaffer“ fällt mir eigentlich nur der neulich gelaufene Tatort ein, der auch wieder daran erinnert hat dass nur Menschen die Helfen an einem Unfallort etwas zu suchen haben sollten. Naja, jedenfalls hab ich das so entnommen.

  4. Ich kann Kunden auch nicht ausstehen. Uns hat kürzlich einer wegen gewerbsmäßigen Betrugs angezeigt, weil wir gerne Geld für unsere Lieferung haben wollten.

  5. @Muriel
    Ist ja nicht so, dass ich kein grundsätzliches Verständnis fürs verlieren und die Misere danach hätte. Diese Sorte Mensch geht in einen Buchladen und ‚verlangt‘ ein neues Exemplar seines vor 11 Monaten gekauften Buches, weil es versehentlich verbrannt ist.

  6. @ruediger: Ich kenn sowas durchaus. Letztens erst eine Kundin, die von uns genau das bekommen hatte, was sie auch haben wollte, und jetzt aber festgestellt hat, dass es gar nicht den gewünschten Zweck erfüllt – was wir ihr vorab gesagt hatten. Sie eröffnete das Gespräch mit: „Ich wollte gerne wissen, warum ich mein Geld nicht zurückbekomme, nachdem Sie mich falsch versorgt haben.“ Ich habe mich dann sogar noch bereit erklärt, den gekauften Artikel zurückzunehmen und fragte sie, ob sie mir vielleicht sagen könnte, wie ich ihre Ärztin erreichen kann, damit wir gemeinsam vielleicht doch noch eine passende Versorgung für sie hinbekommen. Sie antwortete: „Warum sollte ich das denn machen?“ Das sind so diese Momente, in denen ich mich frage, ob es wirklich irgendeinen Sinn hat, das genervte Stöhnen noch zu unterdrücken.

  7. @Muriel
    Ein Kunststück, wer gemäß Deines Beispiels noch freundlich bleibt.

    Mir passiert es immer öfter, dass der Kunde ab einem Punkt wo es mir schlicht zu viel wird, auch mal Wind von vorne bekommt, dass er selbst massiv Scheiße gebaut hat, die ich nicht für ihn auslöffeln kann, weil Situation völlig durch ist. Vorher denken und ggf. auch mal fragen und nicht hinterher heulen und andere Leute für eigene Unfähigkeit verantwortlich machen helfen. Ob das dem Kunden dann passt oder nicht ist mir dann egal, irgendwann ist leider nun mal Schluss mit Kunde ist König und hat immer Recht. Im Software-Support ist das so, wie es in Deinem Bereich ist, kann ich es nicht beurteilen.

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