müde

Man steht in der Früh auf und weiß, der Tag wird im Resultat doch nur Scheiße. Doch anstatt man liegen bleibt und den Tag einfach aussitzt, steht man wider besseres Wissen auf.

Man will ein Paket zur Paketstation bringen. Nachdem man sich durch ausparkende Vollschwachmaten vom fahren nicht hat abhalten lassen, kämpft man sich durch wild parkende andere Vollschwachmaten zur bekannten Paketstation, vor der ein LKW parkt. Klar, gibt ja sonst kein Platz und 5 Meter weiter zu fahren kann man keinem zumuten, wegen der Umwelt und so. Nach endlosen Minuten darf man an die gewohnte Paketstation schreiten um festzustellen, dass sie voll ist und neue Pakete nicht annehmen kann. Aber da ist ja noch die neu eingerichtete Station, ein paar Straßen weiter. Die Neue hat auch Probleme, der Bildschirm lässt sich nicht aktivieren. Das Uhr im Auto zeigt 07.10 Uhr und das Thermometer -15°C. Ich gebe auf und fahre nach Frankfurt. Das Paket kann ich in der Mittagszeit auch in der dortigen Post abgeben.

Die erste Hälfte des Arbeitstages zehrt schon ungemein. Wo kommen denn plötzlich all die Leute mit Ihren Problemen her? Und warum kommt das alles gerade so geballt? Zwischen den Jahren war es so schön ruhig. *sigh* Zur Mittagszeit schleppe ich das unförmige 6KG Paket zur Post, die Schlange dort ist zum abgewöhnen. Ich marschiere zur lokalen Paketstation. Sie ist willig und öffnet ein Fach, doch habe ich mich um ca. 1cm verschätzt, es passt nicht. *argh* Also doch in die Schlange und nervenden Kleinkindern beim um die Mutter herumspringen beobachtet. Der iPod versüßt die Wartezeit, dann Essen holen. Der Türke braucht etwas länger, weil der Spieß gerade abgeerntet war. Ich geh vor die Tür, weil ich den Gästen an den Tischen nicht länger beim essen zusehen mag, mein Magen knurrt.

Die zweite Hälfte des Tages ist arbeitstechnisch nicht viel besser, weniger Hotline, viele Textbausteine mit wenig Anpassungen und doch muss ich aufpassen. Um 17.00 Uhr ist der Berg endlich so klein, dass man drüber schauen kann. Tagesziel erreicht, irgendwie. Ich mag nicht mehr und will heim. Noch 2 Äpfel beim Gemüsehändler für die Heimfahrt, einer fällt mir beim Fummeln des Autoschlüssels aus der Manteltasche in den Matsch, den lasse ich besser liegen. Der Andere schmeckt nicht sonderlich gut, wohl der Falsche in den Schneematsch gekullert. Auf der A66 geht es zügig und ohne die gewohnten PS-Deppen, dafür ist die Wischanlage leer oder eingefroren, das Thermometer zeigt -7°C, der Blick durch die Scheibe macht Kopfschmerzen. Die Tankstelle an der Autobahn hat kein frostsicheres Wischwasser zum nachfüllen, müsste ich kaufen. Leck mich doch, die letzten 10 Kilometer schaffe ich auch noch. Die Tanklampe geht kurz nach verlassen der Tanke an. Das ich den leeren Labello vergessen habe zu ersetzen ist nun auch egal. Ich mag heute nicht mehr.

sleepy

[quelle: gaara-nyu @ deviantart]

10 Gedanken zu „müde

  1. wenigstens den frust von der seele geschrieben, das ist doch auch schon was wert. auf dass morgen alles viiiel schöner wird!
    (dabei sagte mein wetterfrosch, dass heute im raum frankfurt eitel sonnenschein herrschte…)

  2. Meistens mag ich das Internet ja so wie’s ist, aber manchmal empfinde ich die Möglichkeiten einfach als total unzulänglich, weil ein Blick, eine stumme Geste, eine vorsichtig wortlos abgestellte Tasse heissen Tees soviel einfacher ausdrücken könnten, was mir gelegentlich mit Worten so schwer fällt.

    Fühl dich mal lieb gedrückt – falls du magst. Ich hoffe, heute sieht die Welt wieder freundlicher aus. 🙂

  3. @Katja
    Ich mag sehr gerne gedrückt werden (merci!) und muss auch die Gattin nicht fürchten,denn die erlaubt es solange es im respektvollem Abstand geschieht. 😀

    Der Tag heute war ebenso betriebsam, doch deutlich weniger anspruchsvoll und Kräfte zehrend. Das hat sich alles auf gestern konzentriert.

  4. Solch ein Tag hat einen Vorteil: Du kannst ihn als Kontrastmittel benutzen für die normalen oder gar schönen Tage. Selbst ein „normaler“ Tag wird schillern im Vergleich!

  5. @noch ein Markus
    Ne, war nicht mein Tag.

    Man kann als angemeldeter Kunde auch dort Porto kaufen, oder wie in meinem Fall nach Onlinefrankierung ein Paket dort einlagern. Sehr praktisch das Ganze, weil unabhängig von Öffnungszeiten nutzbar, wenn die Station nicht gerade voll oder unbenutzbar ist.

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