Pestmaschinen – Teil 2

(Was bisher geschah)

Kandidat #2:

Er macht alles richtig, Flaschen richtig herum, werden sofort erkannt, ein Profi, nur den Gewinn will der Automat nicht ausdrucken. Auf den Zuruf „Könnte mal jemand bitte zum Automaten kommen?“ betritt ein wüst aussehender Mensch aus dem Hintergrund der Maschine in der Maschine arbeiten Menschen? 😯 die Bühne. Es offenbart sich ein schrecklicher Anblick, sein mittellanges aschblondes Haar strähnig und gleichzeitig zerzaust, kleine wirre blaue Augen ständig in Bewegung, das Kinn stoppelig, sein Hemd (CI konform mit Aufdrucken und in Farben des Discounters) an den Ärmeln fleckig und in Teilen aus dem Hosenbund hängend. Er nesselt an seiner Hose, die früher wohl mal eine Jeans war (erkennbar an Resten der blauen Grundfarbe an den Seiten seiner Beine) und fischt einen kleinen Schlüssel hervor. Den steckt er in ein unauffälliges Schloss und öffnet die große Frontklappe der Maschine. Dabei entlässt dabei einen betörenden Duft aus alten Trinkflüssigkeitsresten in die Welt. Die Schlage geht auf ein unausgesprochenes Kommando hin geschlossen etwas auf Abstand, während der Wirre derweil geräuschvoll im Inneren des Höllendings werkelt. Die Klappe schlägt mit einem lauten Knall zu und der hilfreiche Mensch kündigt mittels eines genuschmurmeltem „S geed jez widdär“ den Fortgang unserer umweltschonenden Tätigkeiten an. Der Ausdruck klappt auch tatsächlich wieder. (ca.15 Flaschen in 5 Minuten)

Kandidat #3

Hat den Löwenanteil der zuvor geschätzten 60 Flaschen in seinem Wagen. Geübt geht er vor und entsorgt alle Flaschen in das schwarze Loch. Es blinkt nichts rot, der Wagen wird leer, wir sind alle zufrieden, er ist richtig schnell. Ausdruck – Highscore – Stirnrunzeln. Er ruft den Nuschler hervor und moniert, dass da etwas nicht stimme, denn der Ausdruck wäre unvollständig. Der wirre Mensch öffnet seinen Verschlag und lockt Kandidat #3 so nach hinten, wo man ein eises Klirren und Frankfurter Platt ausmachen würde, könnte man etwas verstehen. Kandidat #3 kommt mit 2 Zetteln aus dem Verlies und schreitet stolz in Richtung der Kasse. (ca. 40 Flaschen –  5 Minuten)

Kandidat #4 und #5

beide unspektakulär, routiniert und sicher (jeweils 2 Flaschen – 1 Minute)

Fortsetzung ….

11 Gedanken zu „Pestmaschinen – Teil 2

  1. Ich dachte immer bei Nuschmurmeln handele es sich um kleine, pelzige Tierchen mit etwas vorstehenden Schneidezähnen, die sehr zurückgezogen auf tuffig fluffigen Laubwaldlichtungen leben, 10 Monate des Jahres dicht aneinandergekuschelt schlafen und sich nur von Walderdbeeren und Waldmeister ernähren.

    Heisst das Verb eventuell so, weil der junge Mann so klang als hätte er einen Nuschmurmel im Mund? 😀

    Ich mag deine Alltagsbeobachtungen. 🙂

  2. @Katja
    *mei wia liab* Du hast es so schön beschrieben, richtig puschlig. *hachz * Aber sind die Laubwaldlichtungen nicht eher tuffisch-fluffisch ? 😀

    Ich weiß nicht, ob er so ein Ding im Mund hatte. Ich dachte es wäre besser, ihn nicht ganz so offensiv anzusehen, wer weiß wie er das interpretiert hätte. Aber gekaut hat er was, glaube ich. Könnte aber auch die Zunge gewesen sein. :donno: 😀

    Notiz an mich: Ich brauch noch einen *hachz* smilie

    Nachtrag: merci für Dein Kompliment oops:

  3. Nur hessische Laubwaldlichtungen sind das. Da dein Publikum hier aber internationaler ist, dachte ich, ich drücke das besser allgemeinverständlich aus, damit alle die Chance haben, sich bewaffnet mit Walderdbeeren auf die Suche nach einem Nuschmurmel zu machen.

    Der hat drauf rumgekaut? Dann war’s zum Glück kein Nuschmurmel. Die fühlen sich zwar in warmen menschlichen Mundhöhlen recht wohl und viele halten ihre 10 Monate Schlaf auch an ebensolchen Stellen, aber sobald man drauf beisst, sondern sie ein Sekret ab, das die Zunge auf 40 cm Länge anwachsen lässt. Vielleicht hat er natürlich auch auf seiner so angewachsenen Zunge rumgekaut und es klang deswegen ein bisschen undeutlich. Das geschähe ihm dann aber auch ganz recht. 8)

    Au ja, wie *hachz* aussieht, wüsste ich auch gerne. 🙂

  4. @Katja
    Sehr umsichtig, vielen Dank. Daran hatte ich gar nicht gedacht. 😉

    Nee, dann war das kein Nuschmurmel beim Öhi, weil der hat gekaut. Irgendwie.

    Ein *hachz* sieht jetzt so aus => :hachz:

  5. Aaah! Der stützt den Kopf auf die Hand? Im ersten Moment dachte ich, er fängt von links her an, wegzuschmelzen. 😀
    Vielleicht natürlich auch, weil ich *hachz* so mit Schmelzen assoziiere. :hachz:

  6. Lange nicht mehr so gelacht, deine Beschreibungen bringens auf den Punkt :top:

    Fast zur Weißglut hat mich aber mal einer dieser Sofort-Foto-Automaten gebracht, den ich wegen Dringlichkeit benutzt habe. Nachdem ich eine gefühlte Endlichkeit damit verbracht habe, die fast 200 Fotos so anzupassen, das keiner Personen im Bild der Kopf abgeschnitten wird, kam ich endlich zum eigentlichen Auftrag. Leider musste nach weniger als zehn Bildern die Druckerpatrone gewechselt werden… Die Patrone war zwar mit Hilfe einer netten Angestellten schnell gewechselt, aber der Auftrag weg, also alles nochmal von vorne. Ich stand über ne Stunde im Drogeriemarkt… *schauder*

  7. @Katja
    Der neue soll verzückt und entrückt in die Welt schauen, dabei seinen Kopf auf der Hand abstützen. Muss ich einen anderen suchen? 😉

  8. @Axy
    merci für das Kompliment. 😉

    An einem solchen Automaten bin ich vor Jahren schon mal gescheitert, weil ich nicht begriffen habe, wie das Ding bedient werden wollte und habe es dann gelassen.

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