Frank Turner im Schlachthof

Der Schlachthof in Wiesbaden ist ein Kulturzentrum in Wiesbaden, die WebSite ist zwar nur verfluchte Flash-Scheiße, die Lokalität jedoch ist durchaus ansprechend, in etwa wie die Batschkapp in Frankfurt, nur etwas größer und deutlich mehr punkig. Eine eigentlich gute Akustik im Saal und ausreichend Platz, reichlich Parkplätze in der Nähe.

Frank Turner jedenfalls war auf meinem Radar, auch aufgrund des folgenden Videos als alternativer Singer/Songwriter und Indie-Musiker einsortiert:

[youtube]YaLmmE2hVI4[/youtube]

[Frank Turner – Love Ire & Song]

falls youtube nicht läuft => click

So dachte ich kleine 16 Euro für ein Konzert mit ihm hier um die Ecke wären eine gute Idee. Um es kurz zu machen, sie (die 16 Euro) waren es für mich so was von nicht wert.

Die Vorgruppe namens Crazy Arms spielten Punk, oder so etwas in der Art. Leider kann ich es nicht genauer sagen, weil außer fürchterlich laut und völlig übersteuert ich kaum etwas musikalisches von den Jungs mitbekam. Der Sänger brüllte fortwährend ins Mikrophon, ob es ein Text war, oder das Rezept für Blätterteig kann ich ebenso nicht mit Bestimmtheit sagen, alles endete irgendwie auf „a“ oder „wah“, kann aber auch eine Störung im Mikrophon gewesen sein. Es ist schreckliche und überdrehte Musik die meinen Ohren wirkliche Schmerzen zufügte. Nach der 2. konzertierten Geräuschverursachung bin ich ans Schlittchen und habe mir meine Ohrstöpsel geholt. Danach war der Lärm, worin sicher auch irgendwo Rhythmus und Takt versteckt waren, seitens der Lautstärke zumindest erträglich. Den Rest der Laune verdarb mir der Mensch am Mischpult, der alleine die Bassgitarre jenseits erträglicher Lagen ansteuerte und er es partout auch nicht merkte, dass dies nichts mehr mit „Konzertklang“ zu tun hatte. So quält man Boxen, die einem nicht selbst gehören und man sehen will, wie lange sie mitmachen. Der Bassist selbst rupfte wie wild an seinem Instrument herum, als wenn es Baumwolle zu pflücken gäbe. Es hat keinen Spaß gemacht, absolut und wirklich nicht. Die restlichen 2 vertonten Startversuche einer Boeing 727 verbrachte ich außerhalb des kleinen Saals, leider ohne iPod vor der Tür, denn den hatte ich *argh* zu Hause vergessen.

Als dann Frank Turner auf die Bühne kam und gleich flott mit seiner Gitarre loslegte, wähnte ich den Abend schon gerettet, da fing der ebenso an wie seine Vorgruppe, zwar deutlich melodischer doch Punk bleibt nun mal Punk. Immer wieder schien ihm auch ein Zwerg ins Ohr zu pusten, er möge doch mit seinem Publikum kommunizieren. Um mich herum fingen dann vereinzelte Menschen an auf der Stelle zu hüpfen und zu zappeln. Nun begriff auch ich endlich, dass ich hier vollkommen und total falsch war und verlies vorzeitig die Startbahn das Konzert.

Musik ist Geschmackssache und das ist gut so. Wenn ich jemals so richtig gründlich vertan habe, dann wohl hier. *grusel*

10 Gedanken zu „Frank Turner im Schlachthof

  1. Schade, wenn ein an sich so großartiges Erlebnis, das Livemusik darstellt bzw. darstellen kann, zu so einer dumpfen Veranstaltung wird.
    Ich bin nur einmal geflüchtet, vor vielen Jahren, bei einer ganz und gar gruseligen Interpretation (anders konnte man das nicht auffassen) der Rocky Horror Picture Show, die ich sehr liebe und insgesamt an die 10 Mal live gesehen habe.

  2. @Katja
    Man kann nicht immer Glück haben und muss auch mal verlieren können. Nun bin ich gespannt, ob ich die Gattin, die ich im Übrigen aus einem merkwürdigen Bauchgefühl heraus für das Konzert hier erst gar nicht gefragt habe, erfolgreich für Gillespie begeistern kann, oder nicht. 🙄

  3. Der ist ja, nicht nur aufgrund seiner Musik, live ein echtes Erlebnis, das ich immer wieder als ungeheuer grandios empfunden habe. Ich hoffe, dass es ihn ganz bald auch wieder ein Stück dichter hierher verschlägt. Da würde ich glatt (fast ohne Bauchgrummeln) direkt wieder hingehen. 🙂

  4. @Katja
    Ja, mach mich nur heiss. . 😛 Dann frage ich wohl auch besser nicht, falls/wenn die Gattin nicht mag. 😳

  5. Alleine nach Wiesbaden ist mir noch ’ne Nummer zu groß und an ’nem Montag besteht auch keine Chance auf Begleitung. Leider. Sonst hätte die Frage gestern auch schon „bin da. du auch?“ gelautet. 🙂

  6. Ein klitzekleines bisschen neidisch bin ich sehr gespannt wie es euch (ich nehme an, da du von Karten sprichst, begleitet die Gattin dich) gefällt. 🙂

  7. @Katja
    Jap, die Gattin wird mich begleiten. Sie ist, was Konzerte angeht, sehr zögerlich, auch wegen der für sie zu stressenden Lautstärke dort. Da fällt mir ein, neue Stöpsel kaufen zu müssen. 😉

  8. Also ich war auch auf dem Konzert….und stimmt schon die Vorgruppe war echt ätzend laut (aba der bassist war süß :love: :-D) aber stimmt schon der Sänger hat die ganze Zeit nur geschrien…sonst hätte man nichteinmal Wortfetzen verstanden, weil Bass und Schlagzeug eindeutig zu laut waren! Allerdings finde ich das Frank Turner zwar am Anfang auch etwas übertrieben hat aber auch nur bei den ersten 3-4 liedern….außerdem war bei dem Konzert eigendlich super gute Stimmung vielleicht ein wenig zu gut da haben echt mache ausgesehen als hatten sie Krämpe nicht als wollen sie tanzen 😀 :-D. Aber für mich hat sich das Konzert echt geloht obwohl es für meinen Geschmack zu ruhig war (hör normalerweise Punkrock, Techno und Hardstyle) und meiner Mama hats auch gfallen 🙂

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