so war das – Teil 2

(Was bisher geschah)

Wie Jungs nun mal sind, gingen wir natürlich nicht und ließen ihn mit seinem Schmerz alleine. Wir gruppierten uns stattdessen scheinheilig um ihn herum. Der Arme ging jetzt sogar etwas in die Knie und jammerte weiter. Wir schauten dann genauer hin und sahen zwischen seinen Knien einen grauen Stempel, der auf Höhe seines Bauches endete. Ein Poller, der einzige Poller auf breiter Flur und er muss volle Wucht dagegen laufen. Unvermutete Treffer in der männlichen Körpermitte sind extrem schmerzhaft, zumal wenn sie von etwas metallischem ausgeführt werden. Zwei von uns ergriffen breit grinsend den Leidenden und versuchten ihm so etwas mehr Halt zu geben. „Nicht bewegen, bloß nur nicht bewegen, das tut so säuisch weh.“ „Ja nun komm, so schlimm ist es doch nun sicher auch nicht“. „Halts Maul Mensch, sonst fängst Du dir eine“, zischte er. „In dem Zustand machst Du erst mal gar nichts“, feixte ein anderer. Darauf folgte nur ein tiefes Stöhnen.

Ein Poller hatte also unseren Freund gefällt, mitten im schnellen Schritt und unverhofft lief er in voller Fahrt auf das Ding auf. Als wir ihn dann doch vorsichtig und unter stetiger Ermahnung Vorsicht walten zu lassen, von dem Poller geschält hatten, legten wir ihn in fetaler Grundhaltung auf die Weise neben dem Weg. Der Poller war ein ganz fieser, den man umlegen konnte. Blöderweise war der Penuckel, an dem man einen 3-Kant-Schlüssel zum lösen der Arretierung ansetzen konnte, exakt in Höhe der Kronjuwelen. Wir verzogen jeder für sich das Gesicht, denn der Penuckel war nicht als Inbuss gebaut, sondern zum drüber stecken. Also ragte ein scharfkantiges Dreieck etwa 3 cm Ding in die Welt hinein. Blödes Pech aber auch.

Carlo richtete sich etwas auf, beide Hände neben sich auf der Wiese aufgestützt, etwas blass um die Nase und um Fassung ringend. „Hei, geh mal ins rüber Gebüsch und pinkle“, forderte ihn Funky auf. Carlo schaute unschlüssig und verwirrt zu ihm. „Ja mach schon“, fuhr der fort, „macht man doch so auch im Fußball, wenn der Ball in die Weichzeile geht, so schnell wie möglich aufs 00 und laufen lassen, das entspannt.“ Das sei so ziemlich das Blödeste, was Carlo bisher gehört hatte, mühte sich aber dennoch auf die Knie und kroch auf allen Vieren ans nahe Gebüsch. Da er nicht stehen konnte, richtete er sich beim Gebüsch angekommen schwer ächzend auf seine Knie und fummelte an seiner Sporthose. Das musste höllisch weh tun. Er stöhnte als es leise zu plätschern begann und wir konnten nicht mehr an uns halten und prusteten laut los. Carlo war zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als hinter dem Gebüsch leise Stimmen zu hören waren. Wir erstarrten, Carlo weiterhin auf den Knien die Blätter benetzend, dreht etwas den Oberkörper in unsere Richtung, und zischte immer noch tröpfelnd „Verdammt, da ist ein Gartenzaun und bei mir ist alles feuerrot und brennt wie Sau.“

(Fortsetzung folgt)

5 Gedanken zu „so war das – Teil 2

  1. Der arme Kerl! Und dann noch die Weichteile!
    Mir ist das auch einmal passiert… Obwohl ich ein Mädchen bin, fand ich das auch megaunangenehm! 😯 Ich war mit Kollegen in der Mittagspause unterwegs vom Messeturm zur Kantine im Haupthaus und da die Pause kurz war, hatten wir alle einen recht beschwingten Schritt drauf. Dabei gequatscht, nicht geradeaus geschaut und – bumm!
    Tough wie ich nun einmal bin, habe ich das mit einem – sehr gequälten – Lächeln überspielt. Als ich mich abends ausgezogen habe, traf mich fast der Schlag: Mitten im Unterbauch (ja, ich bin mit 1,60 m etwas kleiner als der handelsübliche 14-jährige…) hatte ich einen kindskopfgroßen blauen schwarzen Fleck, der mich in diversen Schattierungen über mehrere Wochen (!) begleitet hat!

  2. @Silencer
    Jupp – heute habe ich leider keine Zeit mehr, die Küche einer Freundin muss fertig gebaut werden. Der Leidensdruck ist recht groß und mehr als nur verständlich. Nach einem Umzug will man auch irgendwann mal fertig werden, näch.

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