Bienen

Der Stich weckt mich auf, also einer im Ellenbogen, weil ich mich im Schlaf ungeschickt bewegt habe. Die Sonne strahlt durchs Fenster, leise zwitschern die Vögel dazu, es ist sehr hell und rein akustisch wird es ein schöner Tag. Weil das Zwiebeln im Ellenbogen nicht aufhören will, öffne ich notgedrungen die Augen und stehe auf. Die beste Tochter von allen schläft noch, Kaffee und Brötchen von gestern werden sitzend im Sonnenfenster genossen. Urlaub ist was geiles. Dann summt es um mich herum und eine kleine Biene fordert Aufmerksamkeit. Die muss durch die Küche gekommen sein, denn die anderen Fenster hier sind alle fliegenschutzvergittert. Sie platziert sich trudelnd am Rahmen des Fensters und bleibt da hocken, selbst sachte Bewegungen mit der Hand meinerseits ignoriert sie, sie hockt da völlig dröge und macht einen benommenen Eindruck. Ich stülpe ein Glas über sie (ich bin allergisch gegen Stiche) und bugsiere eine Karte unter sie. Sie hilft mit, geht freiwillig auf die Karte und rührt sich danach nicht weiter. Am Küchenfenster stelle ich das Glas mitsamt der Karte auf den Außensims, sie rührt sich weiterhin kein Stück. Erst als ich das Glas lupfe und mich hinter dem nunmehr geschlossenen Fenster verberge, geht sie ein Stück von der Karte runter, spreizt die Flügelchen und fliegt davon. Als wenn sie es gewusst hätte. Bienen sind erstaunliche Tiere.

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