in Gedanken verschwunden

Man steigt aus dem Auto aus, drückt im gehen den Kopf für die Zentralverriegelung, geht durch die Gartentür weiter an die Haustür, schließt auf und lässt sie wieder ins Schloss fallen nachdem man drinnen ist, geht die knarzige Holztreppe hoch, schließt die Wohnungstür auf, geht in die Küche um sich dort Frühstück zu machen. Der Kaffee blubbert und verbreitet seinen Duft, die Croissants sind gepimpt, Frühstück starts now. Die Gedanken schweifen, während im Radio dumpfe Witze gerissen werden, um zwangsweise übermäßig gute Laune zu verbreiten. Die Digiknipse liegt ja noch im Handschuhfach, doch wieder vergessen. Nach dem Frühstück gehe ich an die Schlüsselschale, doch da ist er nicht. In der Küche, dort wo ich die Croissants gepimpt habe, liegt er nicht, am Frühstückstisch auch nicht. Auf dem Boden irgendwo? Auch nicht. …. äh … also er muss ja hier sein, weil sonst wäre ich nicht in der Wohnung. Dennoch öffne ich die Wohnungstür und schaue genau auf dem Board, auf dem ich manchmal Sachen ablege wenn ich zu wenig Hände habe, im Schloss steckt er natürlich auch nicht. Kein Grund panisch zu werden, er ist in der Wohnung, er muss in der Wohnung sein. Ich gehe den Weg nach, den ich gegangen bin nachdem ich vom Bäcker zurück kam. Weit und breit kein Schlüssel. Fassungslos lege ich das letzte Kaffee-Pad der Packung ein und lasse die Maschine heizen. Während ich den Einkaufszettel aktualisiere kreisen meine Gedanken wie wild um das Problem. Wo ist der Schlüssel hin? (… 5 Minuten später…) Ich will nicht panisch werden, bin es aber irgendwie schon. Zur Beruhigung öffne ich die Besteckschublade für einen Löffel Puddinglöffel und da liegt der Autoschlüssel und grinst mich blöde an. Wie kommt der da rein?

22 Gedanken zu „in Gedanken verschwunden

  1. Du beruhigst dich mit Löffeln? 😀

    Fiese Sache, ich kann die Croissants förmlich riechen, ich geh jetzt erst mal Brötchen backen.

  2. @Katja
    *argh* mit einem Puddinglöffel, mit einem Puddinglöffel…. *sigh* Das wird nicht mein Tag heute, ich sehe das schon.

    Gut back. 😆

  3. @Rüdiger: Na dann ist doch völlig klar, dass dein Unterbewusstsein dich bei der Entnahme des Nutellamessers schon beeinflusst hat, den Schlüssel dort zu deponieren, damit der ‚Frühstücksnachtisch‘ gesichert ist! 😀

    Danke! Backen und duften schon!

  4. @vanilleblau
    Unbewusste Handlungen im Alltag…. wo führt das hin? Kein Grund zur Sorge? Na ich weiß nicht. 😆

    @Katja
    lass doch ma gucken. 🙂

  5. schrecklich, diese kopflosigkeit.
    neulich habe ich meine brieftasche im kühlschrank verstaut, schön auf den Käse gestapelt.
    … gefunden nur durch zufall….

  6. Hätte jemandem, den ich kenne (will nicht deanonymisieren) auch passieren können. „Wo ist meine Brille?“ – „Weiß ich nicht, ich habe sie heute noch nicht gesehen.“ Halbe Stunde danach liegt die Wohnung in Schutt und Asche, Person öffnet die Kaffeedose. „Wie kommt sie denn da rein?!“

  7. @Katja
    merci. :top:

    @podruga
    … nur mal eben hingelegt … ich sach Dir, diese kleinen Kopflosigkeiten nerven jetzt schon kolossal.

    @Charlotta
    Jepp, man findet Sachen die müssen alleine dorthin gelaufen sein, müssen einfach.

  8. Alleine? Ist Deutschland arm, dass die Sachen sich hierzulande nicht einmal Kobolde leisten können, so wie in Kanada. (Vancouver, olle Verwandtschaft cirka 1994: Zuckerdose statt in der Küche in der Garage: „Diese verdammten Kobolde, so eine Scheiße auch!“)

  9. Ich tippe auch auf Messer rausholen, Schlüssel ablegen.
    Schlüssel habe ich irgendwie noch nie verlegt, wohl aber Häkel- und Stricknadeln (meistens in den Haaren zu finden) und ganz kurios: Ein PS2 Spiel, dass sich im Vorratsschrank wiederfand – aber nicht von mir oO

    Tanya, über Dusseligkeiten im Alltag schmunzelnd

  10. @Tanya: Stricknadeln in den Haaren kenne ich auch zur Genüge. Die finden sich natürlich erst dort, nachdem man schon fast das Sofa abgerückt hatte. 🙄

  11. @Tanya
    PS2 Spiele verstecken sich mit Vorliebe in Vorratsschränken. // Klingt schlüssig wie der Schlüssel in die Schublade gekommen sein könnte. Auch wenn der automatische Handgriff, den Schlüssel in die Schale zu legen, kaum das ich drinnen bin, eigentlich dagegen spricht. :donno:

    @Katja
    Was bin ich froh, das ich nicht stricke. 🙄

  12. Das ist wie verblühte Blumen ins Waschbecken legen und das Blumenvasenwasser ganz langsam und genüsslich in den Mülleimer gießen 🙄

  13. So etwas in der Richtung passiert mir 2-3 Mal die Woche. Allerdings NIE mit meinen Schlüsseln. Der Wohnungsschlüssel steck von innen (Tür ist abgeschlossen) und alle anderen kommen gleich (sofort, auf der Stelle) in das Schlüsselmäppchen, das auf dem Schrank neben der Tür liegt. Aber bei vielem anderen … 🙄

  14. @Ruediger:
    Oh ja! Weil ich mich kenne! Wenn die weg sind, tauchen die unter Umständen erst Tage später wieder auf. Kann ich mir nicht leisten! 😀

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