Antwort zu anonym.

Mary beschäftigt sich gerade mit Bedenken über die Wahrung der Anonymität beim bloggen im Allgemeinen. Anstatt ’nur‘ zu kommentieren, gibt es m2c zu dem Thema:

Geschäftliches und hat in meinem Blog nichts zu verloren. Das mag auch damit zu tun zu haben, dass ich nicht anonym blogge. Die Entscheidung hierzu (anonym oder nicht) muss man mit sich selbst spätestens dann treffen, wenn man mit einer eigenen Domain bloggt und sich über die zukünftigen im Klaren ist.

Hätte ich das Bedürfnis aus dem Büro etwas zu verbloggen, dann nur komplett anonym, so das kein Bezug zu mir oder mir bekannten Personen hergestellt werden kann. Nicht unbedingt weil ich dann ungehemmt über Person herziehen könnte, sondern weil nicht jeder das Medium Blog so sieht wie wir es tun. Es erzeugt unglaublichen Druck bei anderen Menschen, wenn sie Texte über sich lesen (auch wenn diese anonymisiert sind, aber sie selbst wissen ja wer gemeint ist) und selbst einen Bezug zum Autor haben. Das erzeugt nur zwischenmenschlichen Stress, den ich so gar nicht brauchen kann. Schließlich muss ich mit den Leuten einen Großteil meines wachen Tages verbringen, da braucht es Rücksicht und auch Vorsicht. Wenn ich ohne das Büro keine anderen Blogthemen mehr fände, würde ich sofort und ohne zögern das Blog schließen. Arbeit ist Arbeit für mich, mehr nicht.

Im neuen Büro weiß keiner von meinem Blog. Sie würden es vermutlich finden, wenn sie denn danach suchen. Ich erzähle auch niemandem von meinem Hobby, solange man mich nicht fragt. Im alten Büro haben viele das Blog gekannt und (man stelle sich hier meine vor Stolz verbeulte Brust vor) nach eigenen Bekunden auch immer wieder mal gerne gelesen. Diese Art von Bestätigung war sehr schön zu erfahren.

Die Grenze zwischen privatem und persönlichem zu ziehen ist je nach Thema des Blogs einfach, oder auch gerade deswegen nicht. Für mich habe ich es so gelöst, dass ich nur veröffentliche, was ich einem weitläufigen Bekannten auch bei einer Tasse Tee erzählen würde, gar zu persönliches oder privates, Bilder mit meinen Lieben (eine genehmigte Ausnahme gab es hier), mit mir und/oder Verwandten gibt es in der Öffentlichkeit nicht.

8 Gedanken zu „Antwort zu anonym.

  1. Wer anonym bleiben möchte, der soll generell einen grossen Bogen rund um das Internet machen und gleichzeitig sein Handy wegwerfen. Alles andere ist frommer Selbstbetrug.

  2. @vanilleblau
    Das Internet per se verrät nichts ja persönliches, außer Wohnort, Provider, System, Browser. Es erst mit den Informationen die man selbst preis gibt und den Verknüpfungen wird es persönlich und womöglich auch unangenehm. Surft man lediglich ohne sich irgendwo zu betätigen, zu registrieren oder einzutragen weiß keiner wer man ist, einem Bummel in der Fußgängerzone gleich.

  3. An sich schon richtig. Sobald ich jedoch mit meinem Handy surfe bin ich dran weil ich damit meine Nutzerdaten automatisch rückverfolgbar mache. Ich meinte auch nur, dass sich heute alle über den allgemeinen, sowieso nicht vorhandenen und lächerlichen Datschutz aufregen, gleichzeitig aber bei facebook, twitter und Co. „freiwillig“ einen Freibrief zum Verkauf und Handel ihrer persönlichen Daten zustimmen. Zusammengefasst wollte ich auch nur bemerken, dass heute jeder auf Teufel komm raus das Internet „nutzt“ und in Wirklichkeit keine Ahnung hat was er tut 🙂

  4. Sobald man sich im Internet „herumtreibt“, gibt man einen Teil seiner Privatsphäre auf. Welchen Teil, das liegt an einem selbst. Bei mir ist es so, dass ich zwei Blogs führe, wobei einer davon mehr erotischer Natur ist. Ich stehe inhaltlich absolut zu dem was und wie ich blogge und bei beiden lesen auch Freunde von mir mit.
    Da ich jedoch selbstständig bin, möchte ich nicht, dass diese Seiten neben meinen geschäftlichen Webseiten auftauchen, sobald man nach meinen Namen googelt. Mein Privatleben geht keinen Kunden etwas an. Daher gibt es mein alter ego „Cassy“, die aber nichtsdestotrotz „echt“ ist.
    Ich stimme Vanilleblau insofern zu, dass viele heutzutage sehr freizügig mit Daten und Informationen „um sich werfen“, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Gerade jüngere Menschen sind sich dessen oft nicht bewusst. Das Wort „jeder“ würde ich aber nicht verwenden. 😉

  5. ich hatte ja früher mal einen anonymen blog auch über die arbeit. meine meinung hat sich insoweit geändert, dass ich diesen blog geschlossen hab und dass im büro auch niemand wissen soll, dass ich einen blog habe. auch wenn ich nichts über die arbeit in meinem jetzigen blog schreibe, geht es viele im büro auch nichts an, was ich privat noch so treibe 😉

  6. Hey Rüdi-Lein! 😀 Mir geht es auch gar nicht so sehr darum, dass meine Leser nicht wissen sollen, wer ich bin. Das kann man auch so sehr leicht rausfinden. Mir geht’s darum, dass mein Umfeld nicht einfach so meinen Blog finden kann. Die Richtung ist mir wichtig. Na und selbst wenn – es steht ja auch nur da, was stimmt. Und so wild ist das alles nicht – auch nicht, wenn wir alle über Chef schmunzeln und auch nicht, wenn ich mich über meine Kollegen aufrege (außerdem hab ich ja 2 Chefs und viele Kollegen), so.

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