Damalsbiszumabwinkenhörenmusik-07

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[Gerry Rafferty – Baker Street]

In Mainz, genauer am unteren Ende der Gaugasse, war 1978 ein kleiner Plattenladen in der Größe eines Wohnzimmers. Der Typ drinnen war eher Musiker als Verkäufer, lange Haare, immer einen Kaffee und einen Aschenbecher mit Kippen auf dem Tresen, Hascher und ein Pfundskerl. Er war sehr freundlich zu mir musikbegeistertem Teenager und lies mich immer wieder mal ein paar Stunden am ‚einzigen‘ Probeplattenspieler sitzen um neue und geheime Indi-Platten zu hören.

Das Taschengeld war knapp, die Möglichkeiten sich etwas dazu zu verdienen waren kaum vorhanden. Zeitungen austragen war so ziemlich das Einzige was ging und das war richtig mies bezahlt. Die Alben und Schallplatten waren damals noch orbitant teuer, Alben kosteten 19,90-22,90DM, normale  LPs 14,90DM und Doppel-LPs gar 29,90 DM. Es war die Zeit, in der man mit dem Radio-Cassettenrekorder Sonntags Abend um 18.00 Uhr die SWF3 (heute SWR3) – Hitparade aufzeichnete. Doch da gab es nur Charts und Main-Stream, das wurde mir schnell langweilig und auch deswegen war der Laden einer der Lieblingsplätze in der Stadt, er war auf Indi-Musik spezialisiert, also Sachen die keiner der großen Läden wie Rheinelektra, Karstadt oder Kaufhof hatte. Dort jedenfalls habe ich „Baker Street“ als britischen Import (49,90DM(?)) schon Wochen vorher hören dürfen, bevor es auf den deutschen Markt kam. Was war ich stolz meiner Clique ein lässiges „das kenne ich schon lange“ entgegen schleudern zu können, als es endlich in der Charts auftauche. Das war wirklich wichtig :razz:. IMHO ist „Baker Street“ auch heute noch ganz große Musik.

4 Gedanken zu „Damalsbiszumabwinkenhörenmusik-07

  1. Ein Lied, das man wirklich immer und immer wieder hören kann. Was mir von ihm auch noch sehr gut gefällt, ist „Right Down The Line“ und „The Royal Mile“. 😀

    OT: Wo ist denn der „Gefällt mir“-Button?

  2. Wirklich eines der Stücke, die ich zeitlos gut finde. :love:
    Hachz und an so einen Plattenladen habe ich auch noch Erinnerungen. Man musste von der Straßenebene eine enge Treppe runter um hinein zu gelangen. Wenn man nicht wusste, wo und dass da überhaupt ein Laden war, konnte man das leicht übersehen, weil nur ein kleines Schild an der Tür darauf hinwies. Der Laden selber, mehr Keller als Laden, war komplett unübersichtlich und trotzdem wusste der Typ, dem er gehörte, auf Anhieb genau, was er da hatte und wo sich die entsprechende Scheibe befand. :hachz:

    Wenn man sich mal überlegt, was da heutzutage für ein schöne-Erinnerungen-Potential verschenkt wird, wenn man sich die Musik nur noch steril über eine Datenleitung aus dem Web runterlädt. 😀

  3. @Katja
    Knie in Wiesbaden war auch so ein Kellerladen, schrecklich eng und jeder Winkel war voll gestopft mir Platten und Regalen und Boxen und und und. :top:

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