Nervös

Das Handy am Ohr gehe ich im Luft- und Sonnenbad (Lufti) am FKK-Bereich vorbei, der sich hinter einem hohen Bretterzaun befindet. Eine füllige Frau stürzt mit einem riesigen Handtuch bekleidet aus dem Eingang, als wenn sie den nächstbesten Menschen der nicht flüchtet auffressen möchte. „Habbe sie do ewe üwwer de Zaun gegnipst?“ „Nein“, sage ich nachdem ich das Telefon kurz vom Ohr nahm, „ich telefoniere.“ Sie schaut wütend auf mich, dann aufs Telefon in meiner Hand, dann wieder auf mich. Ich gehe meines Weges und spüre noch viele Meter weiter ihren Messerblick im Rücken. Kurz vor dem Aufgang zur öffentlichen Liegewiese drehe ich mich um. Sie steht steht immer noch da, die Hände in die Hüften gestemmt, schaubend und nur auf einen Anlass wartend mir hinterher zu stürmen und mich platt zu walzen. Die Gattin kommt und drückt mir die Liege in die Hand, während sie am Automaten um die Eintrittskarten steht. Wenn sie wüsste, dass sie mich wohl gerade gerettet hat. Die Furie wacht weiter am Zaun entlang, ich scheine entlastet, froh darum.

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