Zwangsfunker passé

Siehe da, die Bank hat mir Aufmerksamkeit geschenkt und angerufen. Leider wären nun alle MasterCard damit ausgerüstet, aber das wäre alles nicht so schlimm, weil völlig sicher. Schon alleine bei dem Satz sträubten sich mir alle Nackenhaare. Die Dame hat nur ihren Job gemacht und hat vermutlich sogar ein Gesprächsscript vor sich liegen. Man könne es also nicht deaktivieren oder die Karte austauschen, weil ja nun alle damit ausgerüstet wäre. Insofern wäre es sicher. Insofern? Aha, macht ja voll Sinn. äh, nur für mich nicht.

Ich bat also darum mir Anweisungen zu geben, wie ich die MasterCard-Karten zurückgeben könne, weil PayPass indiskutabel sei und wir sie deswegen nicht mehr wollen. Sie las scheinbar kurz im Script nach und improvisierte dann etwas. Eine einfache E-Mail an sie würde genügen. Sie sagte mir die Adresse und fragte dann, was ich zukünftig anstelle der MasterCard nehmen würde. Die Karte einer anderen Bank, sagte ich ihr, die wäre schon fertig zur Benutzung. Dann trat ein Moment peinlicher Stille ein.

Plötzlich erinnerte ich mich, dass meine Bank ja auch VISA im Angebot hat und so sprach ich sie schnell darauf an. Ja, meinte sie, die gäbe es noch. Diese Karten würden zumindest derzeit nicht mit Funktechnik ausgerüstet, sie wisse auch nichts davon, dass etwas in der Planung wäre. Sie würde mir die Gebühren der MasterCard erstatten und mir stattdessen 2 VISA Karten schicken lassen. Das wiederum finde ich sehr toll von der Sparda, da verzeihe ich ihr sogar die 3 Tage Wartezeit.

Die neue Wirecard wird dennoch Verwendung finden, z.B. in Online-Shops wenn ich drive-by-orders platziere. Es war mir schon immer ein Dorn im Auge, an jeden Online-Shop meine Kreditkarten-Daten zu hinterlegen, so oft wie die Datenbestände von Online-Shops dann geplündert werden, kann eine PrePaid-Karte nur von Vorteil sein, auch wenn der Komfort etwas leidet.

7 Gedanken zu „Zwangsfunker passé

  1. Es nervt mich, dass man sich gegen diese ungewollten „Wohltaten“ kaum wehren kann. ich stehe ohnehin kurz vor einer Prepaid-CC und spätestens dieses Zwangsverfahren überzeugt mich von der Notwendigkeit, das bald zu regeln.

  2. @Rabenhaus
    Drive-by-orders sind Bestellungen in Shops, die ohne Registrierung arbeiten. Ich mag es nicht sonderlich überall meine Daten hinterlassen zu müssen, also gibt es Fake-Anschriften und als Lieferanschrift eine Paketstation. Was mich richtig nervt ist, dass jeder Onlineshop die Kreditkarten speichert und dann sich nicht um die Sicherheit der Daten kümmert. Irgendwann kommt ein ScriptKid und knackt die Datenbank, wo aus Versehen umverschlüsselte Kreditkartenbanken liegen, die dann nach irgendwohin verkauft werden. Mit einer PrePaid Kreditkarte kann ich diesbezüglich Einladungen verschicken und muss mich nicht sorgen.

    @WdW
    „Die“ wollten das als Innovation verkaufen und ignorieren einfach, dass es auch aufgrund der sensibilisierten Öffentlichkeit keine gute Idee ist jeden machbaren Scheiss den Kunden aufzudrücken. Scheinbar macht man sich sich mehr Gedanken um den eigenen Profit, also alles andere. Auf der anderen Seite, es sind Unternehmen die Geld verdienen wollen. Wir als Kunden haben aber gottlob die Möglichkeit noch etwas auszuwählen. Es gibt immer mehrere Wege/Möglichkeiten, man muss sie nur finden.

  3. …danke für die Erklärung. Und wenn Du mir nun noch sagen kannst, was mit normalen Bankdaten ist, die zuweilen für den Einzug mittels Lastschrift hinterlassen werden, wäre ich Dir dankbar.

  4. @Rabenhaus
    Auch mit normalen Bankdaten bin ich kritisch. Wenn die Daten aus einer Datenbank geklaut werden, der Böse sich in einem harmlosen Shop mit den Bankdaten registriert und dann einkauft, gibt die Bank das Geld erst einmal raus. Es wird sich anhand der Adressen dann sicher irgendwann klären (hoffentlich), doch die Laufereien und den ganzen Knies hat man doch, evtl. sogar doch einen Verlust. Ich verstehe nicht, wie eine Bank eine Abbuchung von einem Online-Shop einfach so annimmt, ich weiß nicht ob und welche Prüfungen stattfinden. Die PrePaid ist daher aus meiner Sicht die beste Lösung, auch wenn der Comfort etwas leidet.

  5. Ich befürchte, die Wenigsten sind sensibilisiert, was ihre Daten anbelangt. Ab nächstem Jahr sollen z.B. alle Neuwagen mit einem Chip ausgestattet werden, der per GPS den Standort ständig verfolgen kann. Argument: „Damit man bei einem Unfall weiß, wo sich der Betreffende befindet“. Kommentar einer Freundin: „Die können doch ruhig wissen, wo ich bin“. Dass Versicherungsgesellschaften schon Interesse bekundet haben, wird dabei völlig ignoriert. „Punkte beim Einkaufen sammeln“ ist dch auch so ein Thema. Vor einiger Zeit hatte ich mir auch eine pjhysische Prepaid-Karte zugelegt, die – wie ich leider erst hinterher feststellte – eine Mastercard ist. Die ruht jetzt in einem kleinen Bett aus Alufolie in meiner Geldbörse. Aber solage ich keinen Alu-Hut tragen muss … 😀

  6. @Cookie
    Wenn es die Daten erst einmal gibt, finden die auch an anderer Stelle Verwendung, weil sich dort plötzlich passende Bedürfnisse bilden.

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