Business-Ethik

Vor 2 Wochen wurde seitens der besten Tochter von allen kurzfristig eine Handy-Hülle benötigt. Da wir in der Wiesbadener Innenstand unterwegs waren, fiel die Wahl auf einen der aus dem Boden schiessenden Handy-Läden, von denen es in Wiesbaden innerhalb 1000 Fußgängerzonenmeter gefühlte 20 Stück gibt. Die Dinger sehen alle irgendwie gleich aus, große Reparaturschilder, Massenauslagen an Samsung-Smartphones, leere iPhone/iPad Kartons und riesige Wände mit billigsten Handy-Plastikhüllen in allen nur vorstellbaren Farben, Schattierungen und Preisklassen. Drinnen sitzen meist bärtige Männer mit eindeutigen Migrationshintergrund die ständig telefonieren. Ich mag solche Läden nicht und betrete sie auch nicht freiwillig. Die Ware ist billigster Mist und die Preise um ein vielfaches überhöht. Im Netz ist der Schund billiger und dort hat man auch noch das Warenfernabsatzgesetz.

Das alles wurde ignoriert und deswegen wurde eine der Plastikhüllen in dem Ladengeschäft “Poliphone, Marktstrasse 25 in Wiesbaden” erworben.

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Nach 2 Wochen löst sich eine farbige Verzierung in Form eines Plastikrings und ich ging erneut in den Laden zum reklamieren, Kassenbon inklusive. Im Laden hockt einer von den oben beschriebenen Kerlen, Bomberjacke, T-Shirt, spärlich Mimik, Telefon am Ohr, eine mir unbekannte Sprache leise vor sich hin murmelnd. Mit deutlicher Mühe kommt er zu mir als er sieht ich will nichts kaufen, sondern mit ihm reden. Ich zeige ihm die defekte Hülle, lege des Kassenbon daneben und bitte um Austausch oder um Erstattung.

Er nimmt die Hülle, schaut sie von allen Seiten an, schaut mich an und wählt an seinem Smartphone. Aha. Es folgen ein paar Sätze in fremder Sprache, dabei schaut er immer Wieder zu mir und ich werde böse. Ich bitte ihn in deutsch oder meinetwegen englisch zu reden. Extrem unhöflich absichtlich in Anwesenheit anderer in einer Sprache zu reden die nicht alle verstehen. Aber wer kennt das von den Leuten nicht. Er versteht nicht was ich meine und redet einfach weiter. Dann seine Frage, was ich denn wolle? Erneut führe ich aus, dass ich entweder Ersatz oder den Warenwert (zeigt dabei auf den Kassenbon) wieder zurückerstattet haben möchte. Er redet wieder ins Telefon, dreht mir den Rücken zu und kümmert sich nicht weiter um mich. Ich möchte mich nicht provozieren lassen, schaffe es aber nicht. So rede ich ihm in seinen Rücken, er solle jetzt gefälligst aufhören zu telefonieren und seinen fucking Job machen.

Er drückt mir als Antwort das Telefon in die Hand, ich soll mit Chef reden. *sigh Er ist demnach ein Ladenmonkey der dafür sorgt, dass nichts geklaut wird. Am Handy ein sehr laut und sehr schnell redender Mensch mit Migrationshintergrund, aber gut verständlich. Was ich wolle? Ich wüsste doch, dass ich kein Recht zur Reklamation habe. Ah.. lol. Es entwickelt sich ein kurzer Disput indem ich Dussel versuche dem Deppen am anderen Ende die fehlende Businesskultur beizubringen. Er wird richtig laut und unhöflich noch dazu. Als ich darauf beharre, dass selbst bei Kleinwaren eine Haftung bei augenscheinlichen Produktmängeln besteht, scheitere ich grandios, lasse mir über den Mund fahren und mich niederschreien. Ich frage nach seinem Namen und versuche gleichzeitig die Eigentümerkennung an der Ladentür zu finden, es gibt keine. Ich bekäme seinen Namen nicht und auch sonst nichts, ich solle den Landen verlassen. Er schreit weiter, unverständliches Zeugs in seiner Sprache, ich lege das Telefon auf den Tresen, lasse ihn weiter schreien, rufe ihm eine wenig freundliche Bezeichnung in deutsch und englisch für seine Person zu und verlasse den Laden. Der Ladenmonkey greift unbeeindruckt sein Telefon, setzt sich in die Ecke und telefoniert weiter.

Ich überlege jetzt, wie ich dem Kerl möglichst widerlich in seine Suppe spucken könnte, mir fällt aber nichts ein. Und bei einem Einkaufswert von 13,95€ ist das auch nicht wirklich verhältnismäßig und dient vermutlich nur der Pflege meines eigenen Egos.

2 Gedanken zu „Business-Ethik

  1. Alter Schwede, was ist DAS denn? Offensichtlich sind die an ihrem eigenen Geschäft ja nicht besonders interessiert. Sind solche Shops nur Fassade für andere Aktivitäten?

  2. Vielleicht so ein PopUpStore, der temporär leeren Verkaufsraum für billig Geld als Überbrückung mietet, sein Zeugs einstellt, verkauft und nach Ablauf der Zeit wieder abbaut und woanders von vorne anfängt. Meine Erfahrung mit anderen Geschäftsmenschen aus der Bevölkerungs-Schicht ist leider schon sehr ähnlich, also ist das kein Einzelfall sondern schon Muster. Lediglich Gastronomie scheint anders gepolt zu sein.

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