Belästigung Teil 2

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Szenen einer Ehe

Vor kurzem habe ich meine eigentlich gerne genutzten Sennheiser Bluethooth onEar MM 450 Travel verkauft, beim Sport haben die sich zunehmend als unpraktisch erwiesen. Zu groß, zu unhandlich, zu schwitzig beim stationären Fahrradfahren. Jetzt habe ich mir als Test ein paar günstige BT inEar mit Ohrbügel beschafft und es geht tatsächlich besser. Nur die GummiNupsies für Ohr sind nach einigen Trageversuchen dann doch zu klein. Jetzt finde ich aber die Anderen nicht die noch in der Lieferverpackung waren. Das macht mich kirre, weil ich solche Ersatzteile in einer festen Schublade im Speicher fast schon horte.

Die Schublade sieht komisch aus, kann aber auch sein da die Kommode vor kurzem für Handwerker verschoben wurde. Muss ich mich später kümmern, erst will ich die anderen Nupsies finden. Die Gattin vernimmt mein schimpfen und maulen über meine mir selbst ungewohnte Schlamperei, während ich diverse in Frage kommende Stellen der Wohnung durchsuche, sagt aber nichts.

Irgendwann fragt sie dann doch latent genervt und ich schildere, dass ich die GummiNupsies der neuen Ohrhörer suche, weil ich die in meiner Kleinteileschublade nicht finde. Sie hätte da letzt aufgeräumt, ich solle mal genau schauen. *gulp SIE HAT WAS? Meine Schublade war peinlichst sortiert, ich hätte blind und des nachts um 3 dort hineingreifen können und hätte sofort gefunden was ich gesucht hätte. Ok, um 3 Uhr Nachts sucht man dort i.d.R. nichts, aber ich hätte können.

Ich nehme also die Schublade auseinander und finde die Nubsies und sortiere danach alles wieder so, wie ich es für richtig halte (Kopfhörerzeugs zusammen, div. Kleinelektronik, Fotozeugs, USB-Kabel, Batterien, usw.) Die Gattin kommt vorbei, sieht was ich mache und beschwert sich, ihre mühsam errichtete Ordnung würde ich ja wohl gerade wieder zunichte machen. Sie fände dort jetzt sicher nichts mehr. Ich erwidere, dass sie sonst auch  nicht an die Schublade ginge. Ja schon meint sie, aber es könnte ja mal sein.

Da sagst Du als ordnungsliebender Mann nichts mehr.

Zicken-NAS

Das Backup-NAS meldet sich mit einem Problem. Der einmal im Monat laufende SAMRT-Test der alten Platte meckert darüber, dass ein “complete-read-write-fail” aufgetreten ist. Die Oberfläche des Backup-NAS meldet zwar der Platte ginge es gut, doch dem SMART vertraue ich mehr. Die Platte muss raus, denn der baldige Ausfall ist im Bereich des Wahrscheinlichen.  

Auf Amazon entscheide ich mich erneut für eine WD-RED, also eine Platte speziell für NAS konzipiert. Zum Austausch fahre ich das NAS herunter, nehme den Träger aus dem NAS, tausche die Platte aus und schalte das NAS wieder an.

Nach weniger Minuten kann ich die Oberfläche wieder aufrufen und im Speichermanager die neue Platte sehen. Die ist natürlich noch nicht nutzbar, weil neu und noch nicht formatiert. Beim Versuch dieses zu tun, kommt jedoch vom NAS immer wieder der Fehler

“[Single Disk Volume: Drive 1] Formatting failed(Cannot unmount disk)“

Ratlos recherchiere ich und finde heraus, das dies scheinbar eine Eigenart des QNAP-2-Bay-NAS ist. Die erste Platte in einem 2-Bay-NAS ist die Platte auf der auch das System selbst läuft, die kann nicht im laufenden Betrieb neu formatiert werden, man läuft sonst in ein Henne-Ei-Problem.  

Die Platten #1 und #2 einfach zu tauschen löst das Problem auch nicht, weil auf der Platte #2 das System nicht zu finden ist, also wird das NAS Startprobleme haben. In einem 4-Bay NAS mit RAID 5 kann man die neue Platte einfach einstecken, das System kümmert sich um alles weitere. Mein Backup-NAS ist nur ein 2-Bay (Schächte). 

Die Lösung ist eine komplette Neuinitialisierung des NAS:

  • man sollte ein valides Backup der Daten haben, oder sofern die ‚malade‘ Platte noch nicht ausgefallen ist sollte man dieses nun erzeugen, denn am Ende der folgenden Vorgehensweise sind die Daten weg, das lässt sich leider nicht vermeiden
  • in der Systemsteuerung eine Sicherung der Config herunterladen
  • NAS über die Oberfläche sauber herunterfahren
  • beide Platten aus der jeweiligen Schachtverankerung lösen und etwas herausziehen
  • das NAS starten und evtl. mit dem Qfinder im Netzwerk suchen (nur falls der DHCP eine andere IP vergibt)
  • die Oberfläche begrüßt mich mit dem Assistenten zur Neuinitialisierung des NAS
  • dem Assistenten folgen, bis die Aufforderung kommt die erste Platte wieder einzustecken
  • dann die Einrichtung von Netzwerk, Zeitzone, NTP, bis es zur Einrichtung der Festplatten geht
  • für meine Zwecke reicht ein JBOD, ich stecke die 2.Platte wieder ein und kann nun das JBOD auswählen
  • die beiden Platten werden anschliessend neu formatiert und in das neue JBOD eingebunden
  • nach 15 Minuten ist das BackupNAS wieder online und hat das JBOD online
  • nun noch die zuvor gezogenen Sicherung der Config wieder zurückspielen und im Freigabemanager ggf. die Freigaben überprüfen und ggf. neu erstellen

Die Oberfläche des Systems suggeriert einem, das man die Platte quasi im laufenden Betrieb austauschen kann. Man kann nicht, deshalb dieser Blog-Eintrag.

Privatsphäre

In heutigen Zeiten, in denen nahezu jeder eine erhöhte Wahrnehmung der Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte entwickelt oder schon hat, ist Entscheidung von Evernote die Notizen seiner Nutzer aktiv von Menschen lesen zum lassen schon als übertrieben dämlich zu bezeichnen. (Was ist Evernote?)

Mit diesem Bruch der Privatsphäre wolle man überprüfen, ob “das Maschinen gestützte Lesen” wie gewünscht arbeiten würde. Als Nutzer kann man per “opt-out” diesen Unfug verhindern. Das Erste was mich geärgert hat als ich davon las war das es ein “opt-out” sein muss, kein opt-in. Evernote setzt also voraus, dass keiner damit ein Problem hat wenn Fremde persönliche Zeilen lesen und nur die üblichen Störenfriede, Paranoiker und Querulanten nicht mitspielen werden. Und dann die Idee als solche. Ich kann den Gedankengang und die Vorgehensweise in der Führungsetage von Evernote nicht nachvollziehen. Wo waren die die letzten 4 Jahre?

Das Ding war kaum in der Presse, da hagelte es von allen Ecken der Premium-Nutzergruppe und Presse heftigste Kritik. Natürlich ruderte man kurzfristig wieder zurück, weil erst die rapid steigende Menge der gelöschten und gekündigten Premium-Accounts den Denkprozess in Gang setzten, der schon bei der Entscheidungsfindung der Änderung hätte vorhanden sein sollen. 

Plötzlich ist die Privatsphäre der Kunden natürlich sehr wichtig, wenn nicht gar das Wichtigste überhaupt und man werde es natürlich nicht umsetzten, weil schlecht kommuniziert und man werde in den nächsten Monaten die Policy überarbeiten und dann wieder an den Kunden heran treten. WTF!

1. Ich hatte weder eine Mail, noch sonst eine Information über diese Änderung in meinem Postfach.

2. Ich habe erst aus der englischen(!) Presse darüber erfahren.

3. Sind die noch ganz sauber?

4. Haben ich kein Vertrauen mehr in dieses Unternehmen, völlig Wurscht das die sich in die Policy schreiben. Meiner Meinung nach versuchen die die eigene NutzerBase weiter zu monetarisieren und nebenbei checken die Ihre Software auf was auch immer. Man liest die Notizen, lernt die Interessen kennen und baut Werbeprofile daraus. Bingo. Geldmaschine.

5. Die werden es wieder versuchen, mit anderer Kommunikation und vermutlich etwas subtiler, aber sie werden es.

Die Konsequenz: Mein sehr geschätztes Premium-Abo wurde direkt gekündigt, alle Notizen sind gelöscht, der Account wird nur noch Staub ansetzen, mehr nicht. 

Im Evernote-Forum geht es derweil hoch her, verärgerte Nutzer, dumme verärgerte Nutzer, Menschen die kein Probleme damit haben und es befürworten (weil ja nichts zu verbergen, usw.) und die Menschen die plötzlich die Trump-Wahl ins Feld führen (hä?). Die Moderation im Forum tat wirklich Not.

Und was mache ich denn jetzt mit meinen Notizen? Vorerst nutze ich Notes.app von Apple (deren Privacy-Policy ist zumindest derzeit noch sauber), die erfüllt schon recht gut meine Bedürfnisse. Hat aber den Nachteil, dass das WebInterface auf dem Büro-Windows eine kleine Qual ist (Luxusprobleme, ich weiß). Dann habe ich entdeckt, dass es eine Notes-App für mein heimischen NAS hat (QNotes) und die scheint auch recht gut zu tun, das WebInterface ist unter allen Systemen gut ausgebaut un nutzbar, es ist etwas langsam weil mein Upload zwar gut aber nicht sehr gut ist, doch dafür sind meine Notizen bei mir zu Hause. So gesehen sollte ich Evernote schenkelklopfend auch danken, Sie haben mir 70€ gespart, meine Bequemlichkeit beendet und mich in dem Zusammenhang dazu gebracht vorhandenes Material besser zu nutzen. 

Bastelstunde – Backup für ein Medien-NAS

Meine Medien (Filme, Musik etc.) liegen auf einem QNAP NAS (TS-419 P II – 4 Bay, 2.73TB im RAID 1, was eine Nettokapazität von 8,06TB ergibt). Die Macs, iPads und Linux hier im Haus verbinden sich bei Bedarf via WLan/LAN auf SMB-Freigaben und holen sich was sie brauchen, Windows darf das nicht, weil es nur noch ein Rechner für Steam ist. Backups machte ich bis dato via manueller SyncJobs auf externe Platten, die ich danach verräumte.

Das funktioniert, dann wird man zu faul, vergisst es, macht es trotz Vorsatz doch wieder nicht und plötzlich hat man ein 4 Monate altes Backup. Das geht so nicht, denn in dem medien-NAS steckt eine Unmenge Geld und Arbeit. Das muss geändert werden. Backups gehören weitestgehend automatisiert und ausgelagert.

1. Backup der Muisc-Libary
Alle Musikdaten (iTunes) liegen auf meinem MacBook und werden via CronJob und rsync regelmäßig im WLan aufs NAS gespiegelt. Die TimeCapsule eignet sich hierzu leider nicht, die ist zu klein. Eine neue 3TB zu kaufen wäre eine Möglichkeit, aber was mache ich dann mit den Videos? QNAP bringt diverse Backup- und Synctools gleich mit, man muss Sie nur zweckmäßig einsetzen.

Das Medien-NAS kopiert somit die komplette bereits gespiegelt iTunes-Library vom MacBook mitsamt Nebendaten einmal die Woche des Nächtens auf einen separaten Dropbox-Account. Als Privatmensch kann man dort 1TB mieten, das kostet nur 99€ im Jahr. Man kann auch mehr kaufen, jedoch nur als Pro-Account mit einer Mindestabnahme von 5 Lizenzen. Jeder dieser Lizenzen kostet 10€ im Monat, also 50€, oder 600€ im Jahr. Die 5 Stück muss man nehmen, ob man sie braucht oder nicht. Google kommt mit 10TB, jedoch für 99€ im Monat, das sind 1.188€ im Jahr. *gulp Es gibt noch andere Anbieter auf dem Markt, meist im europäischen Ausland. Dort kann man als Privatmensch einen Account von 10TB oder mehr Cloudspeicher für 10-20€ im Monat anmieten, doch im Kleingeduckten steht dann, dass die Accounts nur mit 10mBit Anbindung versehen sind, oder sonstige Nutzungseinschränkungen besitzen. Bei 10mBit läge die maximale Datenrate bei ~1,1MB/s, realistisch sind 800kb/s. Alleine die Videos auf dem NAS würden auf diese Weise über 30 Tage brauchen bis das initiale Backup fertig wäre. Für diese Zeit wäre mein Internetanschluss aber maximal ausgelastet. Das ist inakzeptabel und auch nicht funktional. Amazon und sein CloudLösung zog ich auch in Betracht, habe aber die Berechnung der möglichen Kosten nicht auf die Reihe bekommen. Da bin ich zu blöd für und habe es dann gelassen. 

2. Backup der Videothek – was ich letztlich gemacht habe
Über eBay erwarb ich ein kleines QNAP NAS (TS-219 P II – 2bay) ohne Platten, eine 3TB und 2TB lagen noch im Schrank. QNAP erlaubt gottlob verschiedene RAID-Modi, darunter auch JOBD. Damit werden die Platten im NAS zu einem logischen Verbund zusammengefasst und die Kapazitäten nahezu aufsummiert. Da es ‘nur’ ein Backup sein soll, benötige ich keine Redundanz. Somit hätte ich ca.5TB an Backup-Kapazität, reichlich für meine Zwecke.

Da ich kein LAN-Kabel durch Haus ziehen kann und nicht will, WLan zu weit weg ist, bleibt nur noch Power-LAN als alternatives Tool der Wahl. Power-LAN leitet mittels spezieller Adapter den Netzwerktraffic durch das hausinterne Stromnetz. Ich habe keine Erfahrung damit, also erstmal musste ich mich kundig lesen. Das deutsche Unternehmen Devolo ist wohl der bekannteste Anbieter dieser Adapter, andere Hersteller aus dem chinesischen Raum siegen im Preisvergleich, stürzen aber in Punkte Qualität und Zuverlässigkeit gnadenlos ab. Gekauft habe ich dann Devolo 550 Lan StarterKit. Etwas Sorge hatte ich nach der Lektüre wegen der doch stellenweise sehr alten Elektroinstallation im Haus, doch wenn ich Steckdosen mit den neuen Kabeln nutze, sollte es gehen. So habe ich mich die ganze Woche schon drauf gefreut meinen Plan endlich live zu testen. 

Nachdem alles aufgebaut und konfiguriert ist (ist mit etwas Wissen um QNAP und Netzwerk nicht wirklich schwer) habe ich als erstes den Datendurchsatz und die Stabilität am Power-LAN getestet.

Datendurchsatz mit Devolo-Powerlan im Altbau:
innerhalb der Wohnung (nur Altverkabelung): 12-18MB/s leider nicht sonderlich stabil
innerhalb der Wohnung (nur Neuverkabelung): ~25MB/s sehr stabil
NAS im Keller (Neukabel – aus dem DG und 2 Etagen dazwischen) ~13MB/s sehr stabil – check, das reicht mir.

Für das initiale Backup stelle ich das NAS wieder in die Wohnung und später kommt es in den Keller, ein Fliegennetz drüber damit keine Tierchen hinein krabbeln können, eine kleine USV um Spannungsschwankungen auszugleichen und fertig.

Leider ist eine der Platten aus meinem Schrank doch defekt, die muss ich noch tauschen. In einem Jahr wird der vorab bezahlte Dropbox-Account aufgelöst und alles wird runter in den Keller gesichert. Ich habe mir quasi mein eigenen kleines Backup-Rechenzentrum gebaut.  

Kosten:
NAS TS-219 P II: ebay-kleinanzeigen 110€
Devolo Power-Lan: Amazon 80€
WD 3TB Neu-Platte: Amazon 110€
USV: Amazon 80€
Zeitaufwand: 2-4 Stunden

Die QNAP NAS sind bei der Netzwerkkonfiguration manchmal ziemlich zickig, da darf man nicht die Geduld verlieren. Wer Fragen hat oder Hilfe beim eigenen Aufbau einer zweckmäßigen NAS-Backuplösung braucht, darf sich gerne in den Kommentaren melden.