vorzeitiges Stechen

Nach reichlich Kilometern gestern auf den Autobahnen in der hiesigen Umgebung, betrat ich gegen 17.30 Uhr ein Cafe in Frankenthal, um mir zum Abschluss der Tour einen großen Kaffee auf die Heimfahrt mitzunehmen. Die Bestellung wurde abgeschmettert, weil man gleich Feierabend machen würde. Oh, sagte ich das wusste ich nicht und wollte schon unverdrossen den Laden verlassen, als ich das Öffnungsschild sah und dort stand als offizieller Ladenschluss 18.00 Uhr. Na dachte ich mir, dann bekomme ich doch noch meinen Kaffee.

So trat ich zurück an die Theke und bestellt noch einmal mit der Bemerkung, das bis 18.00 Uhr noch genug Zeit sei. Die Dame hinter dem Tresen wurde recht biestig, sie hätte mir doch eben schon gesagt es sei gleich Schluss. Die Konfrontation mit dem verzeichneten Ladenschluss auf dem Schild parierte sie mit der Bemerkung, dass sie keinen Kaffee mehr machen könne, die Maschine sei ja schon zerlegt und wird gerade gereinigt. Dabei grinst sie mich in unverfrorener Weise an. Wenn ich verloren habe, habe ich verloren und doch gärt es in mir. Den Laden werden ich nicht mehr betreten, wenn ich nochmal nach Frankenthal kommen sollte.

So Menschen stehen auch schon 5 Minuten vor Dienstschluss mit nutzungsbereiter Stechkarte an der Stechuhr, nur keine Sekunde verschwenden. Gelebtes Beamtentum ist nicht mehr Ding, einmal mehr ist das bestätigt.

good bye

Die Katze der besten Tochter von allen darf nicht auf den Tisch und das ist auch gut so. Leider gilt die Regel nur, solange die Tochter im gleichen Zimmer weilt, glaubt zumindest das Katzenviech. Doch kaum verlässt die Tochter das Zimmer, muss logischerweise der Tisch erkundet werden. Und da fand das Katzenviech eines Tages eine volle Tasse Kaffee. Es kam wie es kommen musste, Katzenviech erschrickt denn beste Tochter kommt zurück ins Zimmer und wirft in der Not-Flucht natürlich die Tasse um. Das in der Nähe liegende MacBook wirft sich heroisch dazwischen, so der Kaffee nicht den Boden versudelt und … stirbt.

Mbp ausschlachten

Bemessen am finanziellen Wert lohnt die Reparatur leider nicht mehr, daher wird es ausgeschlachtet. Nur wegwerfen kann ich es nicht, das geht nicht, es wird daher bis auf weiteres auf dem Dachboden bleiben, in seiner alten Tasche.

Schuh-Content

Lieblingsschuhe sind so eine Sache, auch bei Männern, sie werden gepflegt und wenn die ersten Alterserscheinungen auftreten, schaut man wohlwollend darüber hinweg. Dann kommt irgendwann der Punkt, wo sie keinen näheren Blick mehr standhalten, aber mann ist noch nicht soweit. Und dann wird es nur noch peinlich:

P1040157

Sie haben 2 Besohlungen überlebt, sie sitzen immer noch perfekt, es drückt oder zwickt nichts, aber sie müssen dennoch weg. Ich werde nie wieder solche Schuhe bekommen. Ich weiß es.

semi-elegant

Sonnenbrillenaufsätze zum Anklemmen für normale Brillen vertragen übrigens keinen Freien-Fall-Sturz >35cm. habe ich heute getestet. Im Versuch es nicht noch schlimmer zu machen, halte ich dem filigranen Ding im Fallen noch meinen Fuss hin, doch rauscht es daran vorbei. Ich hätte schwören können, ein sich entfernenden irres Lachen gehört zu haben, Wenn der Aufsatz wenigstens in den Gully keine 2 Meter weiter gerutscht wäre, könnte ich die Stadtwerke beklagen, warum jetzt ausgerechnet dort ein Gully sein muss. Aber ach, mal eben semi-elegant 60€ versenkt. Es ist nicht unbedingt das Geld, vielmehr die eigene Schussligkeit *argh

Miguel head wall

ungebetene Rückmeldung

Eigentlich interessiere ich mich für regionale Nachrichten. Nur mag ich keine Zeitung aus Papier mehr haben, die ist mir zu sperrig und unpraktisch. Aber da hat man heutzutage ja weitere Möglichkeiten. Wobei, hat man wirklich?

Das zum Beispiel ist die WebSeite der hiesigen Zeitung, des Wiesbadener Kuriers:

einmal mit AdBlock

Wk mit adblockr

und noch einmal ohne AdBlock

Wk ohne adblock

Wundert es wirklich, dass Leute wie ich einen Browser mit AdBlocker nutzen? Bei dem zweiten Screenshot habe ich noch nicht den aggressiv gelben Werbe-Slider eingefangen, der sich einschiebt und das untere Fünftel der Seite verdeckt, bis man ihn wieder ausklickt. Oder der Slider, der von rechts kommt und auf weitere Inhalte verweist, fürchterlich stört und deswegen ebenfalls weggeklickt werden will. Ich verstehe, dass Werbung bei kostenlosen Angeboten im Web durchaus sein muss, um die Kosten zu deckeln. Aber da muss es doch noch andere Möglichkeiten geben, als den User durch unpassende Farben und aufdringliche Werbung, ablenkende Animationen fast schon mit Gewalt wieder von der Seite zu treiben.

Doch wie komme ich denn überhaupt auf die Seite? Fast ausschließlich durch einen kostenlosen RSS-Feed, den der WK auf seiner WebSeite anbietet. Der Feed präsentiert sich im Reeder jedoch ‘sehr nüchtern’:

Bildschirmfoto 2014 07 12 um 09 57 33

Keine Teaser zum anlesen, nur die Überschrift mit einem dahinter liegendem Link zum Artikel (siehe oben) und wie in dem Beispiel manchmal auch ein Bild. Es ist also mehr eine Gefühlssache, ob man sich den Artikel in die Leseliste von Safari (wegen AdBlock) schiebt oder nicht. Lesen im Reeder geht gar nicht (siehe 2. Screenshot oben)

Aber da gibt es ja auch noch die Möglichkeit den Kurier auf dem iPad in einer sogenannten Kiosk-App zu lesen. Hier mal ein kurzes Video vom Handling der App:

Auch das ist meiner Meinung nach äußerst einfalls- und lieblos umgesetzt. Das Lesen der Zeitung auf dem iPad ist eine Qual, ich kämpfe mehr mit der Zeitung anstatt sie zu studieren. Für das sogenannte ePaper möchte die Rhein-Mail Verlagsgruppe 20,90€ im Monat haben. 20,90€ für eine nutzerfeindliche (you heard me) App sind eindeutig 19,90€ zuviel. Mir ist völlig klar, dass eine ordentliche nutzungsfreundliche Zeitungs-App wie z.B. der heise Verlag für die c’t oder andere seiner Magazine anbietet entsprechend Geld kostet, doch das ist doch gut angelegt. Die Leser, die sich über diese App für ein Abo entscheiden, bringen das Geld doch wieder rein. Einfach nur die Zeitung als PDF einzustellen und den Leser dann damit kämpfen lassen war vielleicht zwischen 2000 und 2002 üblich, da gab es halt nichts anderes. Aber doch heute nicht mehr.

Ach ja, dann bleibt dann noch die Option das ePaper am MacBook zu nehmen. Leider kann ich dann die Zeitung aber eben nur im Browser lesen, nicht aber auf dem iPad in der Kiosk-App. Ich soll auch hier den Browser nehmen, die Ausgabe als PDF herunterladen und mich dann hindurchzwängen, oder das PDF vom Mac auf das iPad kopieren (Nutzung der iCloud geht übrigens prima).

Das ist meiner Meinung nach völlig unausgegoren. Wenn kein vernünftiges Angebot vorhanden ist, wird auch die Nachfrage nie werden. Der Markt regelt die Nachfrage und die Nachfrage den Markt. Oder habe ich hier unrecht?

@Rhein-Main Verlagsgruppe
Sehr gerne möchte ich Abonnent der ePaper Version des Wiesbadener Kuriers werden und dabei zwingend nicht das Gefühl haben, die für die Inhalte angemessenen 20,90€ auch gleich in den Ausguss hätte kippen können. Mit der umständlichen Handhabung und der nutzerfeindlichen Umsetzung der App, oder dem Handling der Inhalte verkommt das Lesen der sicherlich sorgsam erstellten Inhalte für mich zur Qual und irgendwann würde ich das Abo dann doch wieder abbestellen, oder wie just gerade passiert erst gar nicht dafür entscheiden.

Auch wegen der enttäuschenden Erfahrung hier bin ich gespannt und hoffe sehr, dass die Krautreporter sich geschickter anstellen werden. Im September soll es losgehen. Das sind  dann zwar keine regionalen Nachrichten, doch wenn es gelingt wirkt dies vielleicht als Signal für andere Zeitungsmedien. Und wenn es nur ein Model wie die frühere Netzeitung wäre, die Abonnenten (ich war damals einer) ein komplett werbefreies Nachrichtenportal anbot, alle anderen sahen Werbung auf der Seite. Leider konnte die Netzeitung mit dem Model als solche nicht überleben und ist mittlerweile eine Art “Aggregator-Portal für gesammelte Nachrichten aus allen möglichen Quellen. Ja, ich will gerne Geld ausgeben, aber ich will auch etwas dafür haben das mich zufrieden stellt.