Konzerte in Wiesbaden – Fehlanzeige

Wieder mal ärgere ich mich, dass es Wiesbaden nicht schafft eine weitläufigere Konzertkultur anzubieten. Nach meiner Aufmerksamkeit haben wir den Schlachthof, doch die dort angebotenen Musik trifft nur sehr selten meinen Geschmack und dann mag ich wegen der Gegend nicht wirklich hingehen. Ich weiche also zu 100% nach Mainz oder Darmstadt in die tolle Centralstation aus, die wesentlich flexibler im Hosting von Konzerten und Veranstaltungen sind. Gerade Mainz mit seinen doch vielen Konzert-Lokaltäten bietet ein vielfältiges Programm, zu meist sehr erschwinglichen Preisen. Wiesbaden braucht natürlich erst einmal ein neues Congress-Center für ich weiß nicht wie viele Millionen, damit der Ball des Sportes hier bleibt (und die lokalen Luxushotels auslastet und die hiesige ‘hot volee’ sich endlich mal zeigen darf) und einmal im Jahr der Congress der Anästhesisten stattfinden kann. Es kann ja sein, dass es neue Kongresse und Konzerte nach Fertigstellung geben wird, aber wer kommt denn bitte freiwillig nach Wiesbaden? Vermutlich sowieso nur die, die in Frankfurt, Darmstadt und Mainz nichts mehr finden.

Konzert: Anna Depenbusch

Ich hatte angesichts meiner quer-gehörten Alben deutlich mehr “Liedermacher-Style“ erwartet und bekam zu häufig „schlager-artiges“ präsentiert. Wir (die Gattin wurde zwangsverpflichtet) hatten also unsere Mühe dem Konzert dauerhaft gut gelaunt zu folgen. Für mich braucht sie keine Band, ich fand sie stellenweise sogar deplatziert und ‚over-enganged‘, alleine ist sie sehr viel besser. Fazit: 3- , Wiederholungsoption: nope. (Geschmäcker sind verschieden).

Strömend

Auslöser war die Erkenntnis, dass ich für eine EP von John Mayer mit 4 Songs keine 5,99€ zu zahlen bereit war. Die beste Tochter von allen ist schon lange bei Spotify mit einem Premium-Account angemeldet und deswegen kann sie über meine Rage über die Preisgestaltung auch nur schmunzeln. Ok, also melde ich mich auch an und höre mir die EP kostenlos an. Soweit so gut. Die EP ist klasse, aber dennoch zu teuer. Kein schlechtes Gewissen bei mir.

Die Preisgestaltung auch bei den Musik-Downloads ist weiterhin eine Unverschämtheit. Mit welcher Berechtigung kosten die Downloads weiterhin ebenso viel wie eine CD? Ich bin der Auffassung, dass der CD-Preis zu einem ¼ rein nur auf der Hardware basiert, also Produktion, Lagerung, RMA, Logistic, usw. Hier stellt sich quasi autonom eine direkte Kauf-Verweigerung ein. Ergo suche/warte ich bisher bei Downloads auf Angebote in einem Bereich von 6,99-8,99€ je CD, oder kaufe mir meine Musik verzögert zum Erscheinungsdatum als CDs bei Amazon-Marketplace für einen Spottpreis (trotz Versand) und rippe mir die CDs als AudioFiles dann nach iTunes.

Die Werbung bei einem kostenlosen Spotify-Account nervt zwar, aber dafür kann man kostenlos hören. Auf der anderen Seite kann man einen Premium-Account auch für 6 € zum Family-Account upgraden und man hat seine Ruhe vor Werbung. Die Tochter kann gut argumentieren. Eine Schranke fällt also. Da ist dann noch meine Ansicht, dass man Musik besitzen muss, damit man darüber frei nach Bedarf verfügen kann. Dies aufzugeben und damit auch einen Teil der Kontrolle über die Musik zu verlieren wäre neu für mich und müsste geübt werden. Doch der Vorteil sich ohne finanziell auszutoben dennoch stets neue Alben anhören zu können ist schon verlockend. Die Schranke wackelt und wackelt und wackelte jetzt dann ich doch bei Spotify gelandet. Komische Sache das, aber auch spannend, weil es so vieles zu entdecken gibt.