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18.11.2014

29 November 2014

18.11.2014:

“Und? Wie geht’s mit der neuen Küche?”, werde ich von Nachbarn, Familie und Freunden gefragt.
Noch beginnt meine Antwort mit: “Sie piepst!”

Denn zwar freue ich mich immer noch täglich über den neuen Wasserhahn, den man nicht in Millimeterarbeit auf die eine (wechselnde) Position bringen muss, in der er nicht tropft. Sondern der einfach nicht tropft. Ich mag auch die neue große Arbeitsfläche (bei deren Farbauswahl Weiß ich allerdings nicht bedacht hatte, dass ich darauf vor dem Teigausrollen nicht sehe, wo ich schon bemehlt habe). Oder die Abfalleimerschublade, die das gesamte, hochkomplexe deutsche Mülltrennungssystem fasst (fast: Zeitungen staple ich immer noch extra).

Doch die größte Veränderung ist: Alles piepst. 

In der alten Küche waren Geräusche schon auch ein Signal: So wusste ich, dass der Backofen die gewünschte Temperatur erreicht hatte, wenn ich das sanfte Zick! hörte, mit dem die Vorheizlampe erlosch. Ich wohne ruhig genug, dass ich das bis ins Wohnzimmer wahrnahm. Dass die Waschmaschine durch war, bemerkte ich am Ende des Waschtrommelrumpelns. Dass der Geschirrspüler sein Programm absolviert hatte, signalisierte das Scheppern des herausspringenden Einschaltknopfs.

Doch jetzt:
Der Herd piepst,
- wenn ich ihn anstelle,
- wenn ich die zu heizende Herdplatte auswähle,
- wenn ich die Temperatur einstelle.

Der Dunstabzug piepst, wenn ich ihn einschalte.

Die Waschmaschine piepst, wenn sie durch ist (was ich durchaus begrüße, denn sie wäscht so leise, dass ich das Ende des Waschgangs sonst nicht bemerkte).

Die Spülmaschine piepst, wenn sie durch ist.

König der Piepser, the Piepser King, aber ist der Backofen. Er piepst,
- wenn ich ihn einschalte,
- wenn er auf die gewünschte Temperatur vorgeheizt hat – dann piepst er sogar drei Töne, und zwar dieselben, die er für das Abkühlen auf eine niedrigere Temperatur hat,
- beim Betätigen der Lichttaste,
- beim Einstellen des Timers,
- drei Töne beim Ablaufen dieses Timers (drei andere als die der Temperaturerreichung).

Ich sehe Potenzial für eine Sondernummer der Kitchensoundperformance.

(die Kaltmamsell)

(Via Techniktagebuch)

1 Kommentar | Rubrik(en): gelacht, gelesen, genickt | Tags: , , ,


Und dann

27 November 2014

wird Dir bewusst …… und die eigenen Probleme werden zu Problemchen und verschwinden auch plötzlich.

(Eintrag kopiert von http://mama-arbeitet.de/kurzgebloggt/armut-mit-dir-macht-eine-unvollstaendige-liste // sorry fürs kopieren, leider geht das re-bloggen bei selbst-hosted Blogs nicht.)

 

Was Armut mit dir macht. Eine unvollständige Liste.

  1. Du freust dich nicht mehr auf Weihnachten, sondern hast Angst vor dem Kontostand. Zuerst möchten die Kinder einen Adventskalender (keinen selbstgebastelten, sondern Lego, Playmobil oder Filly). Dann brauchst du Nikolausgaben, einen Weihnachtsbaum, Geschenke. 40 € pro Kind, das muss reichen.
  2. Du heizt nur noch das Bad und das Wohnzimmer, weil die letzte Nebenkostenabrechnung dir eine Nachzahlung von 550 € bescherte, obwohl der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen war. Nur die Preise. In den Schlafzimmern muss es sowieso nicht so warm sein. Und in der Küche auch nicht.
  3. Du trinkst ausnahmsweise im Café zwei Milchkaffee, was 5,40 € kostet, zum ersten Mal seit Jahren, und rundest auf 6 € auf. Und du weißt genau, dass du den Gegenwert von 10 Litern Milch, genauer gesagt, fast 11 Litern, der günstigsten Vollmilch getrunken hast. Für das Geld hättest du auch 2 Mittagessen für die Kinder kochen können. Das schlechte Gewissen verfolgt dich 1 Woche lang.
  4. Du sagst den Kindern, sie sollen nicht so lange duschen, oder nicht so oft baden, weil das so teuer ist. Ein Bad kostet 1,50 €. Sie wollen aber duschen und baden. Du lässt sie duschen und baden und weißt, dass die nächste Nebenkostenabrechnung kommen wird. Siehe Punkt 2.
  5. Der Monat, in dem die Stromabrechnung kommt, bereitet dir schon ein halbes Jahr vorher Bauchschmerzen. Jedes Jahr steigen die Kosten bei gleichem Verbrauch um 10%.
  6. Du kaufst nur noch Kleidung für die Kinder, wenn überhaupt, und dann bei C&A oder H&M, bevorzugt reduziert. Das meiste wird euch geschenkt, und die Dankbarkeit der Kinder über die gebrauchten Klamotten anderer Leute tut dir gleichermaßen weh wie sie dich mit Freude darüber erfüllt, dass sie annehmen können.
  7. Du kennst die Preise der Discounter und Supermärkte für fast alle Produkte des täglichen Bedarfs, weil du Spezialistin im Prospekte lesen bist. Und doch weißt du, dass das nur Peanuts sind.
  8. Du hast alle No-Name Shampoos und Haarkuren der Discounter ausprobiert und festgestellt, dass die genauso gut sind wie die teuren. Aber billiges Fleisch kaufst du trotzdem nicht. Das ist eklig.
  9. Der Gedanke an deine Ehe und die Fehler, die du bei deiner finanziellen Absicherung gemacht hast, bzw. der Gedanke an das Geld und die Rentenpunkte, die ohne den Mann noch deine wären, bereiten dir fast ein Magengeschwür, was die Sache nicht Wert ist. Aber gelegentlich, wenn ein Boomerang aus der Vergangenheit dich erwischt, wie ein verlorener Prozess vor dem Oberlandesgericht, verwünschst du deine damalige Naivität. Was dich auch wiederum traurig stimmt.
  10. Du gehst nie Essen, du schickst die Kinder öfter zum Frisör als dich selbst (auch nur 2 Mal im Jahr), und du hast seit Jahren keinen Urlaub mehr gemacht, der diesen Namen verdient.
  11. Du warst schon viel zu lange nicht mehr bei der Prophylaxe beim Zahnarzt, weil die 120 € kostet. Und die beiden Backenzähne, die gezogen werden mussten, hast du auch nicht durch ein Implantat ersetzen lassen, weil dir das nötige Kleingeld in Höhe von 7.000 € fehlte.
  12. Du freust dich, dass du ein winziges Auto besitzt, aber du weißt, dass es bald wieder zum TÜV muss und dass es mit 110.000 km und 8 Jahren auf dem Buckel nicht mehr ewig bei dir bleiben wird. Genauso wie die Waschmaschine, die 10 Jahre alt ist. Und dein Konto gibt weder Geld für Reparaturen noch für einen Neukauf her. Du verdrängst das.
  13. Du gibst noch lieber ab, als du das früher tatst. Weil du weißt, wie sehr sich diejenigen freuen, die von dir etwas geschenkt bekommen. Was du übrig hast, schenkst du her. Du teilst, ohne aufzurechnen. Und du weißt, dass Geld nicht alles ist. Und du freust dich über das, was du hast.

 

5 Kommentare | Rubrik(en): gegrübelt, gelernt, gelesen | Tags: , ,


good bye

24 November 2014

Die Katze der besten Tochter von allen darf nicht auf den Tisch und das ist auch gut so. Leider gilt die Regel nur, solange die Tochter im gleichen Zimmer weilt, glaubt zumindest das Katzenviech. Doch kaum verlässt die Tochter das Zimmer, muss logischerweise der Tisch erkundet werden. Und da fand das Katzenviech eines Tages eine volle Tasse Kaffee. Es kam wie es kommen musste, Katzenviech erschrickt denn beste Tochter kommt zurück ins Zimmer und wirft in der Not-Flucht natürlich die Tasse um. Das in der Nähe liegende MacBook wirft sich heroisch dazwischen, so der Kaffee nicht den Boden versudelt und … stirbt.

Mbp ausschlachten

Bemessen am finanziellen Wert lohnt die Reparatur leider nicht mehr, daher wird es ausgeschlachtet. Nur wegwerfen kann ich es nicht, das geht nicht, es wird daher bis auf weiteres auf dem Dachboden bleiben, in seiner alten Tasche.

2 Kommentare | Rubrik(en): geknickt, getrauert | Tags: , , ,


Mama hat gesagt

23 November 2014

Wir parken nebeneinander, im Wagen neben mir sitzt ein 7-jähriger Junge, den ich vom sehen kenne. Er erkennt mich auch, zumindest winkt er zurück, die Mutter ist für mich nicht sichtbar. Der Junge sitzt auf dem Fahrersitz, sicher nicht mit dem Einverständnis der Mutter und spielt Auto fahren. Nach einem schnellen Blick sehe ich, dass es ein Automatik ist und der Schlüssel nicht steckt. Ich widme mich meiner Besorgung im nahen Lädchen und komme wieder zurück. Der Junge steht jetzt neben dem Wagen auf dem Parkplatz und heult Rotz und Wasser, die Mutter weiterhin nicht sichtbar. Aus dem Wagen brüllt die Musik-Anlage, die geschlossenen Türen können den Lärm nicht verdecken.

Ich gehe zu dem Jungen und versuche ihn zu beruhigen. So erfahre ich, das “DieMamahatmirerlaubt *schnief* michaufihrenPlatz *schluchz* zusetzenundaufsiezuwarten *schniefschluchz* ichsollabernichtsanfassen *schluchz* undichhabirgendwogedrückt *schnief* undjetztistessolautundichweißnichtwiedaswiederleise *schluchz* geht. *schniefschluchz* Der kleine Kerl ist richtig verzweifelt. Auf die Frage, ob ich mir das mal ansehen soll, nickt er heftig, während er sein Schluchzen und Schniefen wieder unter Kontrolle bekommt.

Ich öffne die Tür und sehe ein Pack Tempo, aus dem ich eines ziehe und ihm gebe, damit er sich die Nase schnäuzen kann. Das Radio ist eines ohne Drehknöpfe, nur mit Tasten. Ich drücke die Taste zum Verringern der Lautstärke bis die Musik nur noch sehr sachte säuselt. Er beruhigt sich und drängt wieder in den Wagen, sein Tempo drückt er umständlich in die wohl etwa zu große Jeans, sagt danke und schiebt sich an mir vorbei, wieder auf den Sitz.

Er ist wieder ok, dennoch frage ich wo seine Mutter denn sei. Die wäre in einem Laden um was umzutauschen, ich solle aber bitte nichts sagen, dass er die Musik so laut gemacht hätte. Natürlich verspreche ich ihm das, frage aber, ob ich noch einen Moment warten soll, bis die Mama wieder da ist. Nein, sagt er, er könne jetzt wieder allein. Dann zieht er die Tür hinter sich zu und drückt den Verrieglungsknopf herunter. Er lächelt schüchtern und winkt mir erneut zu. Zu gerne würde ich wissen, wie er der Mutter das verheulte Gesicht erklärt, muss aber auch nicht sein.

2 Kommentare | Rubrik(en): geschehen, geschmunzelt | Tags: , , , ,


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