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Schrauben vs. Fingernagel

13 July 2014

Armaturenbretter im Auto sind voller Schrauben und Befestigungen und doch klappert es immer wieder da hinten drinnen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Autobauer mir das mit völliger Absicht antun, weil diese ganzen Schrauben und Winkel findet keiner, kann keiner finden, wenn er mal Hand an bestimmte Ecken im Wagen anlegen muss.

Einen Fingernagel weniger später hat die Gattin dann doch ein anderes Autoradio im Wagen, weil plötzlich möchte sie vom Smartphone doch auch mal Musik im Auto hören können. :pipe:

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ungebetene Rückmeldung

12 July 2014

Eigentlich interessiere ich mich für regionale Nachrichten. Nur mag ich keine Zeitung aus Papier mehr haben, die ist mir zu sperrig und unpraktisch. Aber da hat man heutzutage ja weitere Möglichkeiten. Wobei, hat man wirklich?

Das zum Beispiel ist die WebSeite der hiesigen Zeitung, des Wiesbadener Kuriers:

einmal mit AdBlock

Wk mit adblockr

und noch einmal ohne AdBlock

Wk ohne adblock

Wundert es wirklich, dass Leute wie ich einen Browser mit AdBlocker nutzen? Bei dem zweiten Screenshot habe ich noch nicht den aggressiv gelben Werbe-Slider eingefangen, der sich einschiebt und das untere Fünftel der Seite verdeckt, bis man ihn wieder ausklickt. Oder der Slider, der von rechts kommt und auf weitere Inhalte verweist, fürchterlich stört und deswegen ebenfalls weggeklickt werden will. Ich verstehe, dass Werbung bei kostenlosen Angeboten im Web durchaus sein muss, um die Kosten zu deckeln. Aber da muss es doch noch andere Möglichkeiten geben, als den User durch unpassende Farben und aufdringliche Werbung, ablenkende Animationen fast schon mit Gewalt wieder von der Seite zu treiben.

Doch wie komme ich denn überhaupt auf die Seite? Fast ausschließlich durch einen kostenlosen RSS-Feed, den der WK auf seiner WebSeite anbietet. Der Feed präsentiert sich im Reeder jedoch ‘sehr nüchtern’:

Bildschirmfoto 2014 07 12 um 09 57 33

Keine Teaser zum anlesen, nur die Überschrift mit einem dahinter liegendem Link zum Artikel (siehe oben) und wie in dem Beispiel manchmal auch ein Bild. Es ist also mehr eine Gefühlssache, ob man sich den Artikel in die Leseliste von Safari (wegen AdBlock) schiebt oder nicht. Lesen im Reeder geht gar nicht (siehe 2. Screenshot oben)

Aber da gibt es ja auch noch die Möglichkeit den Kurier auf dem iPad in einer sogenannten Kiosk-App zu lesen. Hier mal ein kurzes Video vom Handling der App:

Auch das ist meiner Meinung nach äußerst einfalls- und lieblos umgesetzt. Das Lesen der Zeitung auf dem iPad ist eine Qual, ich kämpfe mehr mit der Zeitung anstatt sie zu studieren. Für das sogenannte ePaper möchte die Rhein-Mail Verlagsgruppe 20,90€ im Monat haben. 20,90€ für eine nutzerfeindliche (you heard me) App sind eindeutig 19,90€ zuviel. Mir ist völlig klar, dass eine ordentliche nutzungsfreundliche Zeitungs-App wie z.B. der heise Verlag für die c’t oder andere seiner Magazine anbietet entsprechend Geld kostet, doch das ist doch gut angelegt. Die Leser, die sich über diese App für ein Abo entscheiden, bringen das Geld doch wieder rein. Einfach nur die Zeitung als PDF einzustellen und den Leser dann damit kämpfen lassen war vielleicht zwischen 2000 und 2002 üblich, da gab es halt nichts anderes. Aber doch heute nicht mehr.

Ach ja, dann bleibt dann noch die Option das ePaper am MacBook zu nehmen. Leider kann ich dann die Zeitung aber eben nur im Browser lesen, nicht aber auf dem iPad in der Kiosk-App. Ich soll auch hier den Browser nehmen, die Ausgabe als PDF herunterladen und mich dann hindurchzwängen, oder das PDF vom Mac auf das iPad kopieren (Nutzung der iCloud geht übrigens prima).

Das ist meiner Meinung nach völlig unausgegoren. Wenn kein vernünftiges Angebot vorhanden ist, wird auch die Nachfrage nie werden. Der Markt regelt die Nachfrage und die Nachfrage den Markt. Oder habe ich hier unrecht?

@Rhein-Main Verlagsgruppe
Sehr gerne möchte ich Abonnent der ePaper Version des Wiesbadener Kuriers werden und dabei zwingend nicht das Gefühl haben, die für die Inhalte angemessenen 20,90€ auch gleich in den Ausguss hätte kippen können. Mit der umständlichen Handhabung und der nutzerfeindlichen Umsetzung der App, oder dem Handling der Inhalte verkommt das Lesen der sicherlich sorgsam erstellten Inhalte für mich zur Qual und irgendwann würde ich das Abo dann doch wieder abbestellen, oder wie just gerade passiert erst gar nicht dafür entscheiden.

Auch wegen der enttäuschenden Erfahrung hier bin ich gespannt und hoffe sehr, dass die Krautreporter sich geschickter anstellen werden. Im September soll es losgehen. Das sind  dann zwar keine regionalen Nachrichten, doch wenn es gelingt wirkt dies vielleicht als Signal für andere Zeitungsmedien. Und wenn es nur ein Model wie die frühere Netzeitung wäre, die Abonnenten (ich war damals einer) ein komplett werbefreies Nachrichtenportal anbot, alle anderen sahen Werbung auf der Seite. Leider konnte die Netzeitung mit dem Model als solche nicht überleben und ist mittlerweile eine Art “Aggregator-Portal für gesammelte Nachrichten aus allen möglichen Quellen. Ja, ich will gerne Geld ausgeben, aber ich will auch etwas dafür haben das mich zufrieden stellt.

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Ich bin ein sehr schlechtes Vorbild

06 July 2014

Er schleicht auffällig unauffällig um mich herum, sobald ich mich aufs/ans Gerät setze und meine Übung vorbereite. Irgendwann bekomme ich dann mit, dass er die von mir eingestellten Gewichte ausspäht. ähm, nein, das stört mich nicht weiter, aus dem Stadium “verdammt, er ist besser als ich” bin ich raus. Mein Programm ist mir wichtiger, und doch…

Wir haben eine ähnliche Statur, er ist etwas größer und schlanker, hat mehr und längere Haare, aber dafür sind seine deutlich grauer. Böswillig wie ich sein kann, warte ich bis er in der Nähe ist und wenn er hinschaut lege sehr deutlich mehr Gewichte auf. Sobald er sich dann entfernt, nehme ich das Gewicht wieder herunter. Dann verzögere ich meine Übungen um zu sehen wie er sich schlägt. Man kann sehen, dass er sich übernimmt, er ist aber auch zu verbohrt sich das einzugestehen. Einer der Trainer merkt es ebenfalls und spricht ihn sehr ernst darauf an. Fortan hat der Trainer ein Auge auf ihn und überprüft seine Übungen im vorbeigehen.

Ha, er hat verloren… *öhm ich mein ja nur. :pipe:

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ich bin ein schlechtes Vorbild

05 July 2014

Die Tiefgarage ist leer, bis auf einen Combi mit Vater und seinem ca. 9 jährigen Sohn und mir. Die 2 laden gerade ihren Einkauf ein, ich bin auf dem Weg zu den Einkaufswagen. Im ersten Wagen den ich greife passt mein Plastik-Chip zum entfernen der Sperrkette nicht, denn da steckt noch ein Euro drinnen. Wem ist das noch nicht passiert?

In dem Moment kommt der kleine Mann mit deren Wagen hinter mir vorbei. Er schiebt ihn mit etwas Mühe in die Reihe der anderen stehenden Wagen, steck die Sperrkette ein und nimmt den Chip heraus. Den Chip steckt er sorgfältig und die Tasche und geht wieder zurück zu seinem Vater. Aus einem rätselhaften Impuls heraus ziehe ich das Euro-Stück aus meinem Wagen und rufe den Jungen zu mir, um ihm den Euro zu schenken. Der nimmt mit breitem Lächeln an. Er fragt mich auch schüchtern warum. Weil den jemand in seinem Wagen vergessen hat, antworte ich. Das genügt ihm und er geht beschwingt weiter.

In meinen Wagen habe ich meinen Chip eingeschoben, nehme die Kette raus und gehe zum Aufzug um hoch in den Verkaufsraum des Marktes zu gelangen, als mich eine Männerstimme von hinten anruft. Ob ich derjenige sei, der seinem Sohn das Geld gescheckt habe. Dann steht er in kurzer Entfernung vor mir. Da wir weiterhin alleine in der Tiefgarage sind, eine selten dümmliche Frage, die ich aber dennoch bestätige. Er will wissen wie ich auf die Idee käme, seinem Sohn Geld zu schenken. Dabei erhebt er seine Stimme auf unangenehme Art leicht an. Auch ihm erkläre ich wie schon seinem Sohn, wie ich an den Euro komme. Das wäre kein Grund für ihn. Ich weiß ehrlich nicht was ich antworten soll.

Er fragt, wie ich als Erwachsener seinem Sohn ein so schlechtes Vorbild sein könnte und Gefundenes einfach behalten, ja sogar weiter verschenken würde, anstatt mich um den Eigentümer zu kümmern. Ich mach eine Geste in die Runde der Tiefgarage und erwidere, dass wenn er hier jemanden fände, ich diesen natürlich frage könne, nur wäre hier keiner. Nehmen sie ihrem Sohn den Euro wieder weg, sage ich zu ihm und machen sie damit sonst was sie wollen. Das könne er natürlich auch nicht machen, denn der Euro gehöre ja seinem Sohn und mit ihm. Er würde es nicht verstehen, wenn er ihm das Geldstück wieder abnehmen würde. Ich solle es an seiner Stelle tun.

Mein Aufzug ist da und ich steige ein. Bestimmt werde ich das nicht tun, sage ich zu ihm. Und dann bitte ich ihm um Verständnis, dass ich einkaufen möchte. Er bleibt verständnislos kopfschüttelnd in seinem Dilemma an der Aufzugstür stehen, während ich seinem Sohn durch das Glas in der Tür zuwinke, der mir mit einem Grinsen auch prompt zurückwinkt.

10 Kommentare | Rubrik(en): gelacht, gemacht, gestaunt, gewagt, gewundert | Tags: , , , , ,


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