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Offline Ordner

27 April 2009

Die waren schon unter W2K und XP sehr praktisch, weil man Dateien und Ordner auf die man sonst nur im Netzwerk einen Zugriff hatte, mittels eines Klicks so schalten konnte, dass der eigene Rechner eben diese Ordner und Dateien lokal kopierte. Startet man seinen Rechner ohne Verbindung zum lokalen Netzwerk, werden die zuvor markierten Dateien und Ordner in der gewohnten Struktur dennoch angezeigt und sind somit weiterhin nutzbar. Nimmt man nun Änderungen an den Dateien vor, werden diese beim nächsten Connected ins Netzwerk automatisch per Sync abgeglichen. Das also sind Offlinedateien.

Es wäre nicht Microsoft, wenn das eigentlich gut funktionierende und erprobte System unter VISTA nun nicht mehr so gut funktionieren würde. Warum? Schon einmal versucht unter VISTA nur einen Unterordner seiner Offlineordner nicht mehr “Offline verfügbar” zu schalten? Na? Aufpassen: es geht nicht. Das tolle neue VISTA-Syncenter mit seinen tollen neuen nutzlosen transparenten Fensterrahmen ist Fake. Verwalten kann man da nichts, man darf nur anschauen was vorher schon passierte, eine Art Logbuch. Eine “Neue Syncpartnerschaft” kann man angeblich einrichten, doch klickt man in freudiger Erwartung, sieht man ein leeres grünes Interface, sonst ist da nichts.

Man muss also doch wieder auf das lokale Netzlaufwerk und mittels rechter Maustaste die ungewollten Dateien und Ordner von der Offlinefunktion ausnehmen. Aaaaaaber, um nachträglich einen Unterordner nicht mehr Offline zu schalten, darf der darüber befindliche Hauptordner nicht ebenfalls als nicht mehr Offline markiert sein. Das heißt also, wenn man ein Netzverzeichnis mit zum Beispiel 200 Unterordnern hat (ja es sind wirklich so viele) und nur 10 davon nicht mehr Offline auf seinem Rechner haben möchte, muss man 190 mal “Offline verfügbar” anklicken und dies auch bestätigen. Unter XP konnte man einfach den Hauptordner “Offline verfügbar” anklicken und die 10 Unterordner wieder abklicken. Anders unter VISTA, hier wäre es auch zu einfach, daher erlaubt es VISTA auch nicht, das ist den Machern dieses Stück gequirlten Softwarescheiße wohl zu logisch. Merkt man, dass ich sauer bin? Rückwirkend geht das “Offline verfügbar” abschalten von Unterordnern also nicht. Man kann die nicht einzeln abklicken, immer muss der Hauptordner abgeklickt werden und dann muss nur die Unterordner “Offline verfügbar” machen. Ganz besonders lustig fand ich, als eben einer der Hauptordner eine Sekunde lang nicht mehr auf “Offline verfügbar” stand. Da sah ich, dass unmittelbar und ohne vorher ein “OK” abverlangt zu bekommen die ganzen lokalen Offline-Dateien gelöscht wurden. Üblicherweise kann VISTA schon mal 10 Sekunden lang einen läppischen Link von 512byte vom Desktop entfernen, hier kann es plötzlich Giga-Bytes an Daten binnen Bruchteilen einer Minute vernichten. Der Vorgang des Löschens ist natürlich auch nicht aufzuhalten. Natürlich kam auch keine dieser bescheuerten “Wollen Sie” und noch mehr nervtötenden “Wollen Sie wirklich” Rückfragen. Schwups und weg ist das ganze Zeugs. Bombastisch. Zum Brüllen komisch. Wenn die gelöschten Offlinedateien etliche GB groß waren und man eigentlich keine Zeit hat, die benötigten 190 Ordner anzuklicken ist es nicht mehr komisch. Man macht es dennoch, man hat ja keine andere Wahl. Ich war innerlich am vulkanisieren. Ich brauch diese scheiß Dateien aber jetzt und nicht erst in den in etwa angezeigten 14h und 25Minuten.

Ok – ja, ich habe geklickt und ja ich bin auch dran schuld wissentlich geklickt zu haben. Dafür hat dieses Wunderwerk aber wirklich tolle transparente Fensterrahmen. #puke

Die Moral: Never touch a running System und schon gar nicht wenn Du keine Zeit hast.

4 Kommentare | Rubrik(en): geflucht, gewundert


verschüttet

26 April 2009

vor kurzem
Die Gattin ruft im Büro an, was an sich schon eher selten passiert und wenn doch ‘brennt’ es meist. Es klingelt also, ich sehe die Nummer, wappne mich und setze mich doch entspannt hin. Sie, besser die Elektriker im Haus, bräuchten dringend Hilfe bei der Reparatur eines Warmwasserspeichers. *puh*

Rückblick
Lange Jahre arbeitete ich in einem Wiesbadener Handwerksbetrieb als Disponent und stellv. Kundendienstleiter. Wir besorgten die Gewerke Gas-Wasser-Heizung, sowie den Kundendienst für Stiebel Eltron Warmwasser- und Heizungsgeräte. In den 15 Jahren die ich dort war sammelte ich reichlich Wissen über die vielen unterschiedlichen Geräte, Einsatzmöglichkeiten,Technik, Ersatzteile, Kosten, Reparaturmöglichkeiten usw. Ich lernte mit Kunden umzugehen, zu verkaufen, zu beraten und und und.

Das Unternehmen gab es schon sehr lange, ein richtiger Traditionsbetrieb im wörtlichen Sinne. Der Chef und Eigentümer war ein Mensch, der mir auch heute noch sehr am Herzen liegt. Er hat mir damals seine Hand hingehalten die ich brauchte, um wieder aufstehen zu können. Ein Mann so schrullig und so liebenswert. Auch wenn er uns alle immer wieder und sicher auch gerne mit seinen Schrulligkeiten in den Wahnsinn trieb, er blieb stets ein feiner, aufrichtiger und toller Mensch. Er brachte mir viel vom dem bei, wovon ich auch heute noch zehre, was auch heute noch Bestand hat und wichtig für mich ist. Dort traf ich im übrigen auch die Gattin und heiratete sie fast vom Fleck weg. Er fand es toll.

Leider starb er viel zu früh. Alle die wir damals im Büro waren als seine Tochter anrief standen für Minuten stumm ums Telefon herum. Keiner sagte etwas, keiner konnte etwas sagen, keiner machte etwas. Sie erzählte über Lautsprecher, dass er morgens auf seiner Terrasse sitzend einschlief. Das Letzte was er wohl sah, muss der Sonnenaufgang über Wiesbaden gewesen sein. Wir weinten alle erst auf seiner Beerdigung. Der erst kurz zuvor eingestellte neue Betriebsleiter konnte wollte mit mir nicht und so trennten sich unsere Wege auf sehr rüde Weise. Der letzte Tag dort war mit einer der schlimmsten Tage, die ich erleben musste. Aber immerhin hatte ich die Gattin bei mir. Der eindeutig bessere Tausch.

zurück
Die Elektriker kam also nicht mit der Reparatur des Speichers zurecht. Zu meinem Erstaunen und Überraschung sagte die Gattin nur das Model, sowie das Baujahr und plötzlich war alles wieder da. Nach ein paar Fragen und Beschreibungen war der Fehler fix lokalisiert. Ich gab ihr die zu bestellenden Ersatzteilnummern, die ca.Preise, ein paar zusätzliche Einbauhinweise. Als wenn die letzten 10 Jahre in einer diesbezüglich ‘gewerkfremden’ Umgebung nicht gewesen wären. Wo kam das Wissen so plötzlich wieder her? Ein einziger Anruf und alles ist wieder präsent. Das müsste ich doch schon längst alles vergessen haben. Wie ein Korken der unter Wasser festgehalten und plötzlich los gelassen wurde.

Mit dem Korken kommen aber auch die alten lieb gewonnene Erinnerungen um heftigen Diskusionen, problematische Aufträge, gemeinsame Schinderei, schwierige Zeiten, lustige Feste, und auch sehr viel Skurriles wieder zurück an die Oberfläche. Ihn werde ich sicher nie vergessen. Sein Garb habe ich dennoch nicht mehr besucht, ich weiß ja wo er ist.

3 Kommentare | Rubrik(en): geknickt, gelernt, geschehen, getrauert


Alleine …

25 April 2009

  • geniest die Gattin an der Nordsee eine wohlverdiente Auszeit.
  • ist die beste Tochter von allen nicht, aber auch nicht hier.
  • einkaufen geht schnell – sogar schneller als sonst Zur Abwechslung keine Schuhe und/oder Handtaschen zu begutachten ist auch mal schön. #dicke.Lippe.riskiert
  • im Cafe zu sitzen macht derweil weniger Spaß. Natürlich muss ausgerechnet dann auch noch der iPod versagen, weil der Eigentümer (aka. Dussel) es verbaselt hat, die Batterie rechtzeitig wieder zu laden. #verschätzt
  • spielt der Straßenmusiker (zumindest in der Wiesbadener Fußgängerzone) heutzutage wohl kaum noch. Keiner hat keine Konservenbegleitung in Form eines Ghettoblasters bei sich. Trauen die sich in der nicht mehr oder wie? Echte Straßenmusiker sollten das nicht tun, es nimmt den Charme der Live-Musik.
  • kann ein ca. vierjähriges Kind ein Bällchen Eiscreme in der viel zu großen Waffel manchmal eben nur schlecht aufrecht halten. Ganz besonders nicht, wenn es die Mutter noch hinter sich herzieht. Wie traurig und erschrocken es schaute, als die Kugel aus der Waffel auf den Boden kullerte. Meinem daraufhin herzzerreißend heulenden Kind könnte ich als Begründung keinen Ersatz mehr zu beschaffen ganz sicher nicht zeternd vorhalten “hättest halt besser aufpassen sollen und jetzt komm weiter”. Soviel Zeit muss immer da sein.
  • zu bummeln macht definitiv keinen Spaß und ist sogar richtig öde. Dann doch lieber Schuhe und Handtaschen gucken. #dicke.Lippe.bereut
  • bin ich zu Hause. #komisch

3 Kommentare | Rubrik(en): gefühlt, gefragt, gewundert


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