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Schlange stehen

15 Juli 2009

Für uns Deutsche ist sich anzustellen, also klassisch Schlange stehen nicht wirklich einfach. Wir erwarten in frühester Kindheit schon und völlig zurecht, dass wer auch immer sich anschickt sich für unsere Sache zu verwenden, nur auf unser Erscheinen wartet. Wir wünschen direkt an der Tür, eigentlich sogar schon dem Betreten von einem eigens für uns abgestellten Angestellten namentlich begrüßt zu werden. Wir möchten diesem externen Leibeigenen unser ganzes Leid auf die Frage „Wie geht es Ihnen heute“ ungeschönt klagen dürfen. Wir erwarten Mitleid, Anteilnahme und auch Lebenshilfe. Aus Respekt uns als Kunden gegenüber hat alles andere zu warten, bis auch nur der angedeutete Wunsch zu 150% erfüllt werden kann und wir auch noch eine Entschuldigung dafür erwarten dürfen, dass es nun doch länger gedauert hat.

So, oder so ähnlich komme ich mir manchmal vor, wenn ich in einer Schlage stehe und warte. Plötzlich haben viele in der Schlange keine Zeit mehr, müssen dringend weg oder sehen nicht ein, ein paar Minuten Zeit zu opfern. Die, die mit künstlicher Ungeduld geschlagen sind, beginnen mit den Füssen scharren, ständig mit den Zunge zu schnalzen, überdeutlich ein- und auszuatmen, versuchen lediglich ihrer Präsenz somit eine gewisse akustische Wichtigkeit zu verleihen.

Leider habe ich keine Briefmarken mehr und muss daher die 2 Buchsendungen am Mail-Servicepoint abgeben. Wobei das ja gar nicht stimmt, in diesem Fall ist ja immer noch ein leidlich sympatisches und doch altmodisches

Postamt

Das Postamt ist zur Mittagszeit immer gut besucht, mitten im Wohngebiet und reichlich Büro- und Gewerbe drum herum hat das Postamt auch noch seine Berechtigung. Vor mir stehen 5 Leute und die Schlange wächst minütlich. 5 von 5 Schaltern sind offen und besetzt. Das Personal hier ist erfahrungsgemäß klasse, sie geben sich Mühe, sind auch bei unfreundlichen Kunden höflich und sehr geduldig, arbeiten flink und nehmen sich doch die nötige Zeit. Kaum einer ist unter 40, alles gestandene Postleute und nicht so einfach aus der Ruhe zu bringen. Wenn es der Schlange nicht schnell genug geht, was immer damit auch gemeint ist, denn der Übergang hier ist stets fließend und nicht zu definieren, fängt das Scharren an, die Leute nölen mehr oder weniger leise, man hat ja ach so wichtige Termine, muss dringend weg, geht das nicht schneller usw. Und wie es nun mal so ist, einer (meist ganz hinten) fängt an, andere machen mit und die ganze Schlange gerät in Unruhe.

Ok, die Oma kann auch nicht davon ausgehen, dass sie auf ihren 7 Päckchen unbedingt Adressen haben muss, weil sonst der DHL-Fahrer ja nicht weiß wo er hin soll. Es macht auch keinen Sinn, sich vor dem Schaltergang die überall ausliegenden Vordrucke zu schnappen, alles auszufüllen und quasi vorbereitet an den Schalter zu treten, so dass der Mensch nur noch frankieren muss. Es ist doch viel angenehmer und toll schick, wenn man Frau ihre Päckchen auf den Schalter legen kann und den Schaltermenschen alles ausfüllen lässt. Die Ruhe und Würde dieses Schaltermenschen ist bewundernswert.

3 Kommentare | Rubrik(en): geschehen, gesehen


Shorties 34

14 Juli 2009

  • Maoam kurz in die Sonne gelegt sind binnen kurzem zwar butterweich und toll zum lutschen, aber leider auch elendig warm.
  • Es sieht irgendwie cool aus, wenn Mädels mit Rock, Bluse, Perlon-Haartuch, halbhohen Pumps (also grob im 50-iger/60-iger Rock’n Roll Style) auf einer Vespa hocken und früh morgens bei ca. 16° vor sich hin rollern. Trotz des Windschutzes muss die Aktion doch verflucht kalt an den Beinen sein.
  • In einer alten Laptoptasche fand ich kürzlich die lange gesuchte Hotelrechnung meines Berlinbesuches in 2006 (@ISMO – ist tatsächlich schon so lange her). Zu Hause habe ich damals danach gesucht, nur in dieser Tasche natürlich nicht nach. Wer packt auch schon seine Hotelrechung in die Laptoptasche. :evil:
  • Ein gutes Gefühl ….  nein, es ist ein tolles Gefühl und immense Bestätigung zugleich, wenn der BMI unter den für die Altersgruppe empfohlenen Maximalwert rutscht.
  • Der Statistikfetisch geht mir auf den Zeiger. Wenn ich Zahlen haben will oder brauche, sage ich es oder besorge sie mir selbst. Ich verzichte mit Freuden auf regelmäßigen Unrat in Zahlenform, wenn ich die a) nicht brauche, b) nicht angefordert habe, c) der Zahlenlieferant seinen ungewollten Service zum Anlass nimmt, mir eine C90-iger versucht ins Ohr zu drücken. #nerv
  • Nutella in den Kühlschrank. Wer macht den so was? #kopfschüttel

9 Kommentare | Rubrik(en): geärgert, gefragt, gefreut, geschmeckt, gesehen, gewundert | Tags:


so klasse

10 Juli 2009

Kann jemand nachempfinden wie geil es ist, den Deckel des MacBooks in dem Bewusstsein zu schließen und/oder in den ‚Schlaf‘ zu schicken, dass einen kurzen Moment nach dem Aufklappen oder Aufwecken ich einfach problemlos wieder weitermachen kann, ohne das das Netzwerk fehlt, der Messenger sich nicht mehr verbindet, der IRC, das Mail-Programm und der Browser neu gestartet werden wollen?

Thoas ist der Hammer – das Beste was mir in Sachen Hardware und Computertechnik je passieren konnte und passiert ist. Auch wenn ich noch eine Menge zu lernen habe und auch unter Mac OS X sicher nicht alles eitel Sonnenschein sein wird, nie wieder ohne!   :wink:

7 Kommentare | Rubrik(en): ge'Apple't, gefreut, gestaunt, gewundert


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