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Zickig

01 August 2009

Ich bin heute zickig und grantig. Vielleicht weil schlecht geschlafen, oder nur doof geträumt, oder zuviel krudes Zeugs im Kopf, was weiß ich. Meine Mädels kennen das und wissen wie sie mich dann nehmen müssen. Menschen die ich mag, haben in der Verfassung rein gar nichts zu befürchten, andere die mich ärgern oder reizen, müssen da durch.

Wir treffen uns zufällig und schwätzen gezwungenermaßen einen Moment. Plötzlich fängt er mitten in der oberflächlichen Unterhaltung an sich mit dem gestreckten Stinkefinger an der Schläfe zu massieren, die anderen Finger formen eine Faust (Beispiel – nur ohne Handschuhe). Das ärgert mich und ich fordere ihn auf, während wir reden mir bitte doch nicht den Stinkefinger zu zeigen. Er hält inne und versucht meine dann doch etwas zu barsch geratene Zurechtweisung zu verdauen, indem er dümmlich und verlegen auflacht. Es wäre doch gar nicht so gedacht, er würde sich immer so an der Schläfe massieren und ich solle mich nicht so anstellen. Das ist mir gerade mal ziemlich egal, also bitte ich ihn zukünftig auf diese Geste in meiner Anwesenheit zu verzichten, oder einen weniger anzüglichen Finger zu nutzen. Ok, ich gebe zu, ich mag den Kerl nicht sonderlich, eigentlich kann ich ihn gar nicht leiden, doch begegnete ich ihm bisher ohne Vorbehalte. Und außerdem bin ich zickig heute, doch das erwähnte ich ja schon. Sein Lächeln verschwindet, weil er meinen Ernst bemerkt. Er fixiert mich und seine Mine wird ebenfalls ernst, ich solle doch jetzt bitte keinen Aufstand deswegen machen, er mache das schon immer so. Auf die Frage, woher ich denn bitte wissen soll, ob er mir gerade die Geste zeigt oder sich wirklich an der Schläfe massiert, weiß er nur zu sagen, dass er es ja eben aufgeklärt habe. Er massiert daraufhin mit einem Grinsen beiden Schläfen, mit beiden Stinkefingern. Nun ja, bevor ich ausfallend werde drehe ich mich um und lasse ihn stehen, ich kann ihn eh nicht leiden. Er wirft mir ein paar „Freundlichkeiten“ hinterher, die mich ahnen lassen, er mag mich eigentlich auch nicht. Beim Wort „Zicke“ drehe ich mich um und zeige ihm meinen Stinkefinger, aber nur einen, mehr ist der Typ eh nicht wert, denn ich mag ihn überhaupt nicht und ab heute muss ich mich mit ihm auch nicht mehr unterhalten. Und jetzt fahren wir einkaufen und vielleicht dann sonnen/schwimmen, vermutlich finde ich dann wieder zur innerlichen Ruhe und Gelassenheit zurück.

5 Kommentare | Rubrik(en): gewundert, gezickt


Raucherpech

31 Juli 2009

Rauchen im Auto geht nach meiner Auffassung gar nicht. Da steige ich schon gar nicht ein, weil sich mir ob der merkwürdigen Mischung aus kaltem Rauch, Asche, Autoinnenraum (Zwischenfrage: Wer kann beschrieben,  wie genau der Eigengeruch eines Fahrzeuginnenraum ist?) und was weiß ich noch allem, spontan der Magen umdreht. Aber bitte, jeder muss tun, was er tun muss. Die A66 ist heute morgen leidlich betriebsam, bei ~120km/h lausche ich

[Marlango – Madness]

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Vor mir ein Fiat-Kombi, der aus dem Seitenfenster in regelmäßigen Abständen kleine Rauchwölkchen absondert und im Fahrtwind schnell unsichtbar werden. Der Fiat wird langsamer, ich habe keine Lust dazu und setze zum überholen an. Wie es nun mal ist, auf gleicher Höhe schaut man kurz rüber, um zu sehen wer drinnen hockt. Ich Wirklichkeit ist man ja nicht neugierig, sondern prüft ob die eigene Geschwindigkeit dazu geeignet ist gut und sicher an dem anderen Wagen vorbei zu kommen und wann man selbst wieder auf die Spur scheren darf.

Ich sehe Puck am Steuer des Fiat sitzen, sprich eine Frau mit Sonnenbrille und Gläsern so groß wie aufgespannte Sonnenschirme. Es ist ein grotesker Anblick. Ihren Arm hat sie oben auf der Innenseite der Tür aufgelegt, lasziv balanciert sie in der Nähe des Fensterschlitzes eine Kippe in der linken Hand, die rechte Hand hat das Lenkrad oben fest im Griff. Eine beachtliche Anzahl Goldreifen zieren den Arm mit der Zigarette, so eine Klimper-, Rassel und Dschingderassabumtante also. Eine schon fast unverzeihliche Unart der autofahrenden Raucher ist sehr sehr häufig, die Kippe nach dessen Genuss einfach aus dem Fenster zu schnippen. Da Ihre Hand zu dicht am Fenster ist, geht das Schnippen mit der scheinbar gewünschten Lässigkeit und Eleganz wohl nicht, also wandert die linke Hand mit der Kippe an das Lenkrad. Die rechten Hand angelt sich mit spitzen Fingern die Kippe um sie dann zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmt aus dem Fenster schnippen. Es kommt wie es muss, ich sehe Funken am Fenster auseinander stoben, weil sie wohl nicht den Fensterschlitz getroffen hat, sondern das Fenster selbst. Ergo ist die Kippe mitsamt der Restglut wieder im Auto. Keine Schadenfreude jetzt, ich beeile mich stattdessen lieber schnell aus dem Weg zu kommen, weil wenn sie die Nerven verliert, sie vermutlich anfängt mit dem Auto zu flippern. Muss ich nicht haben, also gebe ich feste Gas und setze mich mit gebührendem Abstand vor sie. Im Rückspiegel sehe ich hektisch ihren Kopf im Auto herumwuseln. Als sie es dann scheinbar doch merkt, dass sie im Begriff ist richtig Scheiße zu bauen, zieht sie radikal rechts rüber, um auf dem Steitenstreifen zu halten. Den Rest habe ich nicht mehr verfolgen können, sondern habe nach vorne geschaut und

[Marlango – My Love]

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gehört und mich gefreut, dass es endlich mal einen Raucher erwischt hat nichts passiert ist, außer einem Brandfleck vielleicht. Hätte auch schief gehen können und ich hätte es fast vergessen zu erzählen. Ein schönes und sonniges Wochenende Euch allen.

7 Kommentare | Rubrik(en): gefreut, gesehen, gespannt


Shorties 37

31 Juli 2009

  • Blumen sind mir eher lästig und haben für mich seit jeher einen faden Beigeschmack, wenn sie denn verschenkt werden. Die Vase im new Beetle und ein Sonnenblümchen darin fand ich letzthin wiederum sehr schick. #weak
  • Ungerechtigkeit in der Familie. Auch ich möchte hin und wieder dunkle Gummibärchen naschen und nicht immer nur die übrig gebliebenen Hellen. #hmpf
  • Das Hörbuch kommt gut voran, dass neue Vorwort ist hoffentlich und endlich fertig und wird hoffentlich und endlich am Wochenende aufgenommen. Das erste Kapitel wird wieder mal noch überarbeitet. Testweise habe ich ein Kapitel schon mal aufgenommen, oder besser es versucht. Das ist schwerer als gedacht, denn ich verhasple mich immer wieder richtig schlimm und außerdem stimmt die Betonung nicht. Muss ich weiter üben, bis es gut genug ist.
  • Wollte doch der Runnerspoint für eine noname ¾ Laufhose tatsächlich 45€, die gleiche Hose in deren Onlineshop kostet dagegen nur 26€. *hm
  • Zwei Knaben spielten auf einer Fiedel, sie spielten gar manch schön Liedel, da hängten sie die Fiedel in den Schranke, da sagte die Fiedel danke. (Fredl Fesel)
  • Er stand hinter mir an der Kasse, stank wie ein Trupp Bierfreischwimmer im Aschenbecher und hustete herzhaft in meinen Rücken. Da sagt die kleine Göre hinter ihm in der Schlange „Mama, ist der Mann krank?“. Mama sagt ganz souverän, „Ne Süße, noch nicht. Der Mann raucht nur zuviel Zigaretten und trinkt zuviel Bier und könnte auch mal wieder ein Bad gebrauchen“. Er verdrückt sich daraufhin schlagartig die Husterei, die Göre tritt vor und schaut interessiert fasziniert in sein Gesicht. Er läuft rot an und grinst zu ihr herunter, blockiert aber weiterhin seinen Husten. Kinder sind einfach entwaffnend.
  • Und immer den Kopf schön über der Wasserkante halten!
  • Sinn und Zweck einer ReadMe Datei, sofern vorhanden ist diese vorher zu lesen. Wenn man sie liest und nicht versteht, weil die Formulierungen und die Wortwahl so kompliziert wie möglich gestaltet wurde, ist das wieder ein ganz anderes Thema.
  • Warum findet das XP die heimische Time-Capsule nicht mehr? #scheiss #technik

2 Kommentare | Rubrik(en): ge'Apple't, gefragt, gehört, geschehen, gesehen, gesorgt, gespannt, gewundert | Tags:


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