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Das erste Auto

07 May 2009

Peter vom Dreibeinblog erinnert sich anlässlich seiner kürzlich gezählten 145 Euro ‘Unterhaltskosten’ für seinen heutigen Wagen an sein erstes Auto und fragt nach schriftlichem ‘Beistand’. Da lasse ich mich nicht zwei Mal bitten.

Mein erster eigener Wagen war 1983 ein VW Derby:

vw_derby_1979

[Bild © unbekannt]

Allerdings war mein Flitzer weiß, natürlich mit selbst aufgeklebten schwarzen Ralleystreifen, die bei 40 PS auch zwingend nötig waren. Lange habe ich für das Auto nebenher gearbeitet, alles erdenkliche Geld vom spärlichen Lehrlingsgehalt abgezwackt, nur um dann knapp 3.000 Mark für den Traum bezahlen zu können. Dieses Gefühl, das erste Mal alleine im eigenen Auto sitzen zu können ist und bleibt für jeden und immer unbeschreiblich. Das viele, so sorgsam gesparte Geld ‘verloren’ zu haben hingegen schmerzte schon sehr, daran kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Anfangs malte ich mir aus, was man anderes mit dem Geld hätte anfangen könnte, wie z.B. eine Revox B77 Bandmaschine kaufen, oder eines der neuen federleichten Rennräder,besser HiFi-Anlage eigentlich sogar alles, und und und. #schlechtes.Gewissen

Mit den letzten Kröten aus dem Sparkonto fuhr ich mit der Bus-Linie 15 zur Quelle nach Mainz, um mir dort adäquates Audio-Zubehör zu beschaffen. Zu den Zeiten fuhr man keinesfalls ohne Anlage im eigenen Auto. Das war ein NoNo, fast wie auf dem Pausenschulhof der 9.Klasse die Kapuze von Step-Anorak hochziehen, weil es regnet. Dafür hätte man auch Prügel beziehen können.

Soweit ich mich erinnere hatte ich 200 Mark dabei. Dafür erstand ich einen Einbau-Equalizer (der musste sein, schon wegen der Pegel-LEDs und der unglaublich tollen Möglichkeit, selbst bei den miesesten Aufnahmen noch alles zurecht regeln zu können), ein Kassettenradio mit Auto-Reverse (=andere Seite einer Kassette abspielen _ohne_ diese umdrehen zu müssen, alles andere war für nichts verstehende Anfänger), 4 Boxen (2 Stück 3-Wege Aufbau-Kästen für hinten und 2 Stück 1-Weg Einbauboxen für die Türen). In der Dämmerung des gleichen Tages fing ich noch an hektisch alles einbauen zu wollen, musste aber dann leider der einsetzenden Dunkelheit wegen aufhören. Das war eine wirkliche Qual. Es war so schlimm den Kram im Kofferraum zu wissen und just nichts damit machen zu können. Das ist auch heute noch oft so, kaum ist ein Gadget im Hause, muss das auch gleich unbedingt eingebaut, verwendet, angepasst und was auch immer werden. Es liegen einfach zu lassen und zu warten ist Frevel. (got it? :D)

Am nächsten Tag begann ich recht früh die Anlage einzubauen, muss wohl so 08:30 Uhr gewesen sein. Vor dem Haus und auf der Straße wütete ich, auch froh den zu Beginn der Ausbildung selbst zusammengestellten Werkzeugkasten, endlich mal privat verwenden zu können. Es war eine Schinderei, weil ich von Autoelektrik keine Ahnung hatte, fortwährend zwischen bloß nichts kaputt machen, keine Einbauspuren hinterlassen, alle Kabel verstecken und der Vorfreude vor der ersten Ausfahrt mit richtiger Musik schwankte. Die C90 (TDK- was sonst) war schon lange gemischt. Leider weiß ich nicht mehr genau welche Musik als erstes lief, es müsste Phil Collins – The roof is leaking gewesen sein. Die Bilder, die das völlig zerlegte Innenleben des Wagens zeigten, haben leider nicht überlebt. Erst gegen Abend war ich dann zufrieden und fuhr direkt stundenlang in der Gegend herum. Endlich auch angeben können, Freundin beeindrucken, kein Bus mehr, kommen und gehen wann ich wollte, nun konnte ich auch gefragt ob ich mitgehen wolle (weil Fahrer), die Welt war deutlich kleiner und gehörte mir.

Der Derby begleitete mich auch, als ich meine Kasernenzeit im hessischen Norden begann. Er war während der vielen Wochenendheimfahrten ein treuer Begleiter. Trotzdem er sorgsam gehegt und gepflegt wurde, musste es dann irgendwann ein Neuer sein. Nach 2 Jahren Wochenendpendeln war ein BMW 316i mein fahrbarer Untersatz.

Meine liebe Freundin M. hatte damals schon öfters Andeutungen gemacht, den Derby beizeiten übernehmen zu wollen. Nun kam sie zum Zuge und sie war glücklich, weil es auch ihr erstes eigenes Auto war. An einem Samstag kam sie mit ihrem Papa und holte ihn ab, just als ich meine neue Fischer-Anlage in den BMW einbaute. Ich wähnte den Derby in guten Händen, doch kaum eine Woche später rief sie mich an und entschuldigte sich fast, den Derby im Mainzer Hinterland aufs Dach gelegt zu haben. Ihr wäre nichts passiert (gotttlob), aber der Derby wäre komplett hin. Nun ja, wir haben uns erst 10 Jahre später wieder getroffen, weil aus den Augen verloren. Mit einer ihrer ersten Fragen war, ob ich sie immer noch wegen des zerlegten Derbys zürnen würde. Ich muss damals wohl echt sauer gewesen sein, komisch dass ich mich daran nicht mehr erinnere.

10 Kommentare | Rubrik(en): geschehen, gewundert | Tags: , ,


Ingrid Michaelson in der Batschkapp

06 May 2009

Konzerte sind glücksgefühlseitig gesehen grundsätzlich schon ein persönliches Fest für sich, also meistens zumindest. Das Konzert gestern war ebenfalls ein Fest, Fackelzug, Fahnenweihe, Parade und anschließendem Feuerwerk inklusive.

ingridmichaelson_in_der_batschkapp

Es war keine Band am Start, nur sie und eine Begleitung in Person der letztlich ebenso beeindruckenden Allie Moss. Allie spielte Gitarre, Ingrid eine Ukulele sowie das Keyboard, damit haben die 2 den ganzen Abend bestritten.

Zärtliche und sanfte Lieder, sparsam instrumentalisiert, gepaart mit unglaublich schönen Stimmen und einem Gefühl, diese auch sinnvoll zu verwenden. Diese Frau in ihrer Musik ist wundervoll, großartig, einzigartig und heartwarming wie kaum jemand sonst, den ich bisher auf der Bühne erlebt habe. Ihre Musik nimmt jeden umgehend gefangen, der sich drauf einlässt.

[Ingrid Michaelson – Breakable]

falls youtube nicht läuft => click

Nach dem 2. Lied hatte sie schon gewonnen und ich glaubte förmlich zu spüren, wie das Publikum schiere Unmengen an Sympatie auf die Bühne warf.

[Ingrid Michaelson – You and I]

falls youtube nicht läuft => click

Fast während des ganzen Konzerts sang es überall im Raum mit, mal leise und auch mal kräftiger. Ständig war ich in Gefahr, dass mir das Herz überlief, von dem was die Beiden da oben auf der Bühne darboten. So schön.

[media id=2]

[ok, die Qualität ist wieder sehr bescheiden, tut mir leid]

Keinesfalls unerwähnt soll die Vorgruppe MartinJames jedoch sein. Zwei schottische Jungs mit Gitarren und hörenswerten Folk Songs. Auf deren WebSite kann man mehr hören (click), sofern deren WebServer nicht schon wieder down ist.

martinjames

[media id=1]

[ok, die Qualität ist wieder sehr bescheiden, tut mir leid]

Zum Abschluss noch das Lied, bei dem sie selbst kurz inne hielt, nachdem es fertig war. Sonst war sie typisch amerikanisch, völlig locker und easy.

[Ingrid Michaelson – Keep Breathing]

[und falls Youtube wieder zickt => click]

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Ich war fix und fertig, überwältigt und so froh da gewesen zu sein. Nachtrag 07.05.09: Hinweis für Nutzer des Internet Explorers: Leider gibt es ein Problem mit dem Flashplayer-PlugIn (FLV-embeded), welches den IE abschmieren lässt. Der Bug im IE ist wohl bekannt. Eine Lösung gibt es derzeit keine, zumindest verstehe ich nicht genug davon um diese umzusetzen. Hoffentlich kann der Autor des PlugIns helfen, denn andere PlugIns gefallen von Handling überhaupt nicht, bzw. funktionieren nicht. Firefox und Safari sind problemlos. Nach ein paar Tests gestern Abend habe ich heute morgen noch auf das PlugIn wordtube umgestellt, welches der IE anstandslos nimmt.

4 Kommentare | Rubrik(en): gefühlt, gehört | Tags: , ,


Joshua Radin

04 May 2009

Über ihn bin ich beim surfen durch iTunes gestolpert. Toller Musiker – tolle ruhige Musik. Endlich mal wieder ein Kerl neu im iPod.

[Joshua Radin – Winter]

[und falls Youtube wieder zickt => click]

[Joshua Radin – Brand new day]

[und falls Youtube wieder zickt => click]

[Joshua Radin – Today]

[und falls Youtube wieder zickt => click]

Hach, das ist feine Musik, da macht die Fahrt morgen früh ins Büro doch gleich wieder mehr Spaß. Mehr zu ihm auf Wikipedia (click) oder auf seiner WebSite (click).

btw: Habe ich schon erwähnt, dass ich mich schon wieder tierisch auf sehr feine Live Musik, dieses Mal morgen Abend dargeboten von Ingrid Michaelson freue? Nein? Also, ich freu mich tierisch drauf Ingrid Michaelson live zu erleben.

7 Kommentare | Rubrik(en): gefunden, gehört


Und dann war da noch

04 May 2009

  • der vom sehen bekannte Jaguarfahrer, der wieder beide Stutzen zu befüllen hatte.
  • der VW Polo, der mit völlig überzogener Geschwindigkeit in eine Bodenwelle einfuhr, die wiederum den Wagen fast um eine halbe Spur versetzte. Wäre es mir passiert, ich hätte mir in die Hose gemacht.
  • der Porsche-Fahrer, der nach der Einfahrt auf die Autobahn wie besessen auf sein Lenkrad trommelte, bis er endlich auf der linken Spur war. Manche Menschen sollten keinen Führerschein und schon gar keinen Sportwagen bekommen.
  • die Ampel, die ein defektes grünes Licht hatte. Das überfordert so ziemlich jeden Fahrer, der nicht weiß, dass es erst rot, dann rot-gelb und dann grün leuchtet. Kaputte Lampen leuchten nun mal nicht und wer den farblichen Ablauf einer Ampel nicht kennt, darf sich nicht aufregen deswegen angehupt zu werden. #stinkefingerparade
  • der Briefkasten einer Bank, der wohl mit Bier gefüllt wurde, so wie er stank.
  • die Reinigungskraft, die mit Kippe im Mund den Tresen einer Dönerbude sauber zu machen versuchte. Darf man eigentlich vom Äußeren einer Reinigungskraft ausgehend über die Qualität ihrer Arbeit schliessen?
  • der Bettler, dessen Wecker klingelte.
  • das %beliebeanzahlundartenvonschimpfwörterneinsetzen% Outlook, welches tatsächlich 500 Spam-Mails herunterladen musste und sich mehrmals an einer 7MB-Mail verschluckte. Danke, dass es noch Telnet gibt.
  • die Lust auf Laugencroissants, die jäh an der leeren Auslage scheiterte.
  • die leere Kandiszuckerdose.
  • der Montag. *sigh*

Eine schöne Woche Euch allen.

9 Kommentare | Rubrik(en): gesehen


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