Papierstau

Unser Drucker war bisher via SAMBA zum Netzwerkdrucker umfunktioniert, nun an der Time-Capusle. Letzteres arbeitet nach diversen Tests etwas schneller, was jedoch nicht SAMBAs Schuld ist, sondern der etwas altersschwachen Hardware der Rechners auf dem Samba installiert ist zuzuschreiben ist. Mein Canon PiXMA iP3000 ist nun schon knapp 4 Jahre alte und versieht seinen Dienst sehr zuverlässig, nachdem ich vor 2 Jahren davon abgegangen bin Ersatztinten zu nutzen. Mit der etwas teuren Originaltinte trocknet der Kopf nicht mehr ein und die Farben sowie auch das Schriftbild sind einfach besser.

Bis vorgestern Abend, kurz nachdem ich natürlich alle Kartuschen ausgetauscht habe , weil alle leer angezeigt wurde. Die Gattin ist froh darüber endlich den fertigen LoJa ausdrucken zu können und ruft, „er blinkt“. Rückfrage aus dem Off meinerseits, „Wer und was blinkt?“ Antwort: „Na der Drucker“. Gut, der Zeitpunkt ist also gekommen von weiteren Rückfragen abzusehen und die bis dato überaus bequeme Entspanungsstellung auf dem Sofa liegend, Mac auf den Schenkeln aufzugeben und nach dem Blinken zu sehen. Der Drucker blinkt 3 Mal orange und einmal grün. Sagt mir erst einmal gar nichts. Das Handbuch wurde von 3 Wochen zum Altpapier entsorgt *argh*, also versuche ich bei Canon selbige als PDF zu finden. Das ist eine echte Herausforderung, obwohl die WebSeite eigentlich sehr übersichtlich aufgebaut ist. Recherchen im Web ergeben nur Müll, laut der ‚Spezialisten ist ‚es von Patrone defekt‘, bis hin ‚zum fatalen Kollateralschaden‘. Warum müssen sich in Foren eigentlich so viele Wichte zu Wort melden, die von dem Thema selbst überhaupt keinen Plan haben? Profilneurosen und Betragssammelpunkte könnten die Ursache sein. Ärgerlich für Leute wie mich, die von dem dargestellten Computerbildwissen lediglich die Zeit gestohlen bekommen, als nützliche Hinweise zu erhalten, was ein Blinkcode am Drucker denn nun bedeutet. Nun ja, also das PDF ward dann doch irgendwann gefunden und ich erfuhr, dass 3 Mal orange und einmal grün blinken im Canon Drucker einen Papierstau anzeigt. *hmpf* So einfach kann es sein. Die Gattin erfährt ihren Rüffel, weil sie bestimmt das Papier aus der Lade gezerrt und so angerissen hat hat sie natürlich nicht bevor der Drucker fertig war und ich beginne die Suche nach dem Stau.

Der Drucker ist sauber wie eine frisch geputzte Tischplatte, nicht ein Schnipsel Papier zu sehen. Die Rollen sind alle frei, der Schlitten mit den Tintenpatronen will zwar nicht nach vorne, aber ist manuell zugänglich. Also mutmaße ich, dass der Schnipsel sich im Inneren des Druckers befindet und sich dort versteckt. Lustigerweise druckt er problemlos eine Seite, wenn man ihn vorher manuell ausschaltet. *öhm* Also ein Reset, sprich weg vom Strom und eine Stunde stehen lassen. Die beste Tochter von allen muss sich mit ihrem dringend benötigten Ausdruck für die Schule halt gedulden. Nach der Stunde und erneutem Aufgeben der Entspannungsstellung das Leben ist manchmal echt hart ändert sich jedoch nichts. Der Drucker und ich beschließen uns am Freitag zur gemeinsamen zur Demontage zu treffen.

Und wie zerlegt man einen Drucker? Keine Ahnung. Die Anleitung schweigt sich erwartungsgemäß aus, nur Dr.Google hilft eine halbwegs verständliche Zerlegeanleitung zu finden. Nach 30 Minuten und massivem Werkzeugeinsatz weiterhin Fehlanzeige, kein stauverursachendes Papier zu finden. Also ein Fühler oder Schalter, angesichts des Preises des Geräts wohl eher etwas plasti-mechanisches, aka. Schalter. Da er nun schon erlegt war, mache ich mich auf die Suche nach Schaltern im Drucker, die sich bestenfalls im Papiertransportweg befinden. Und siehe da, ein kleiner Drecksack lässt sich finden und ohne es zu wollen schnallt er plötzlich aus meinem Blickfeld. Huch. Das Ding ist feder gelegert. Nach dem Zusammenbau sogleich einen Testdruck gestartet und er funktioniert wieder tadellos. #w00t

Falls also noch jemand ein Canon PiXMA 3000/4000 sein Eigen nennt und ein Papierstau (drei Mal organge und einmal grün) angezeigt wird, wo letztlich keiner ist, kann sich viel Arbeit sparen.

1. Einen flachen spitzen Gegenstand  (Messer, Brieföffner, …) bereit stellen und den Drucker stromlos machen, sprich den Stromstecker ziehen damit der Schlitten mit den Patronen nach Öffnen des Druckers nicht in die Mitte spult und somit den wichtigen Part verdeckt.

2. Deckel des Druckers öffnen und das Gebiet mit dem roten Quadrat ins Auge fassen

Drucker, Front, Übersicht

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3. Mit dem Gegenstand nur leicht an den schwarzen Penuckel in der Aussparung stupsen, damit er zurück springt.

Casus Knacktus

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4. Deckel zu, Stecker rein, fertig. Der Papierstau ist beseitigt. hth

Jobs ohne Zukunft

Andi sinnierte kürzlich über Jobs, die er nicht im Leben würde ausfüllen wollen. Da passt es thematisch, dass ich auf der sonntäglichen Heimfahrt und weil die Mädels die Augen entspannten mir ausdachte, welche Jobs doch eher keine wirkliche Zukunft haben werden oder besser würden. Mal sehen, welche ich noch zusammen bekomme:

  • Testesser bei in Fastfoodketten
  • Schuhverkäufer bei Deichmann
  • H & M Umkeiderkabinenüberrestewegräumer
  • Schnürsenkeleinfädler
  • Wachturmverkäufer
  • Handtaschenputzer
  • Einzelhaarfärber

Das driftete dann im Kopf etwas in der Form ab und aus reinem Beschäftigungsdrang wurde eine ernste Überlegung. Welche Berufe kenne ich eigentlich oder hatte schon Kontakt, die es heute gar nicht mehr gibt oder vom Aussterben bedroht sind? Die Liste wurde erschreckend lang:

  • Tabakladenbesitzer
  • Postfachangestellter
  • Flußfischer
  • Holzbootebauer
  • Schuhmacher
  • Kohlelieferanten
  • Kaffeeröster
  • Holzfäller
  • Melker
  • Kolonialwarenhändler
  • Kürschner
  • Scherenschleifer

Mir fallen leider keine Weiteren mehr ein, es waren jedoch noch einige – kommt ja vielleicht wieder. Wenn der geneigte Leser hier noch Ergänzungen hat, dürfen die gerne in den Kommentaren hinterlegt werden.

Es gab oder gibt sogar noch auf BR eine Doku-Reihe, die nannte sich Die Letzten Ihres Standes. Es wurde alten Handwerker gezeigt, wie sie kunstfertig und routiniert ihrem Handwerk nachgingen. Es ist und war faszinierend zu verfolgen, mit welcher Akribie und Sachverstand hier zu Werke gegangen wurde. Handgriffe und Ergebnisse, geprägt und geführt von Jahrzehnten der Erfahrung. Daran kann ich mich nicht satt sehen, wenn ein Buchbinder die Blätter einschlägt, oder ein Brunnenbauer in den von Hand gegrabenen Schacht einsteigt um die Wände mit Bruchsteinen zu mauern.

Schade, dass Handwerk heute zwar grundsätzlich noch als wertvoll geschätzt, es aber kaum noch jemand ausüben oder lernen kann/will/möchte, nur weil es maschinell billiger daher kommt. Etwas aus wirklicher Handfertigung strahlt eine Liebe zum Detail und eine Wertigkeit aus, die keine Fabrik oder billig ausgelagerte Arbeitskraft wirklich erzeugen kann. Dafür ist diese Arbeit leider hierzulande aber auch sehr sehr teuer und kaum mehr erschwinglich. Es hat alles nun mal mehr als nur eine Seite.

Für meinen Teil bin ich froh, dass ich zu meiner Ausbildung noch bestimmte handwerkliche Tätigkeiten erlernen dürfte. So lange das schon her ist, so sehr hat sich der Drill und die dauernde Wiederholung doch eingeschärft und das Wissen darum ist relativ schnell wieder verfügbar. Einzig die Übung fehlt, um z.B. ein Stück Metall richtig zu feilen, aber wie es geht weiß ich noch.

Musikshopping

War schlimm heute morgen, zuerst bei emusic.com über die Stränge geschlagen, weil zu den regulären Downloads auch noch ein 40er Booster dazu musste und dann noch im iTMS geräubert. Aber es lohnt sich, weil ich tolle neue Musik gefunden habe. Und endlich hat Imogen Heap auch ihr neues Album Eclipse draußen. *hü-hüpf* Ebenfalls schwer beeindruckt bin ich von ihr

[youtube]hRfP8k5aaWQ[/youtube]

[Sara Gazarek – Let’s Try This Again]

falls youtube nicht läuft => click

Sara Gazarek - Return to you

[klick auf das Bild um das bei eMusic zu hören]

Rein vermögenstechnisch war der Monat ein echtes Desaster, weil viel zu viel ausgegeben was zudem auch nicht länger zu vermeiden war. Da kommt es nun auf die paar extra Kröten für den armen alten Papa auch nicht mehr an.

Brillenjammer

Nicht bei mir, ich bin mit meiner Sonnenbrille derzeit wunschlos glücklich. Der Gattin ist vor ein paar Tagen aufgefallen, dass die Sonnenbrille beim Fahren eher hinderlich als noch hilfreich ist. Es muss also eine Neue her, mit aktualisierter Stärke und einer etwas moderneren Form. Die Alte hat immerhin schon 5 Jahre auf dem Buckel und zu der Zeit als wir sie erstanden waren Ellipsen groß in Mode.

Rein aus Neugier gingen wir heute zuerst zu den laut trommelnden Optikern, mit Namen Fielmann und Apollo. Die Regale voll mit sündhaft teurer Designerware, bei Fielmann fanden wir alleine ca. 20 und bei Apollo 15 ebenfalls alleine preisgünstige Fassungen. Komisch, die Werbung lässt einem irgendwie etwas anderes erwarten. Beratungen gab es sicher auch, nur fanden wir die nicht. Keiner kümmerte sich um uns, wenn man vom „Guten Tag“ vorbei hechelnder Menschen mit schlecht lesbarem Namensschild mal absieht. Entweder sind die Läden zu groß oder es hat zu wenig Personal. Letztlich war uns auch vorher schon klar, wir gehen lieber wieder zu unserem Optiker. Der ist vielleicht ein paar Euro teurer und macht keine blödsinnige Fernsehwerbung, doch sind die für uns da und haben die gleichen Fassungen wie auch diese Werbeblender. Wobei Apollo nun endgültig bei uns verschissen hat, denn als wir 2003 schon einmal eine Brille für die Gattin kaufen wollten, uns die „Beratung“ zum Staunen brachte. Wir hatten damals eine randlose Fassung in der engeren Wahl, jedoch waren wir mit der Form der montierten Gläsern unzufrieden. Mäßig hilfsbereit bot man uns an, die Brille doch erstmal zu bestellen und dann zu sehen, ob die Gläser wirklich so schlecht sind oder nicht. Man würde sich da schon einig werden. *ähm* Wir ließen uns natürlich nicht darauf ein und so kam man auf die Idee aus dem Musterkatalog die gewünschte alternative Gläserform hervor zu ziehen. Nanü, dachten wir, warum nicht gleich so? Die Muster waren aus blickdichtem Karton und er wollte der Gattin tatsächlich die Kartons an das Gestell pappen. *lol* Wir haben selten so gelacht und waren auch schon weg. Bei unserem Stamm-Optiker jedenfalls wurden wir in den vergangenen 18 Jahren stets höflich und kompetent beraten und tadellos bedient. Auch wenn der Laden voll ist muss man nicht wirklich warten, sondern wird zumindest in der Form bedient, dass man zu einem späteren Zeitpunkt gebeten wird, dann jedoch mit Reservierung.

Zurück zu heute. Wir sitzen also schon und besprechen die Einzelheiten der Bestellung. Das neue Gestell war flink gefunden, die Stärke sollte noch vermessen werden, was einem extra Raum geschieht. Ich selbst blieb derweil am Tisch sitzen und wurde Zeuge einer echt hessischen Begebenheit. Zwei Tische hinter uns saß ein Berater bei einer etwas älteren und leicht derangierten Frau. Sie sprach so laut, dass ich beim besten Willen nicht weghören konnte, also tat ich es nicht. Die Brille sei nun schon etwas älter, aber der Bügel wäre abgebrochen und müsste doch bitte repariert werden. Das alles in schönem, mittelbreiten hessischem Platt. Und außerdem wäre ihr schon so viel kaputt gegangen, zuerst der Fernseher, dann die Waschmaschine und nun auch noch die Brille. Was das wohl wieder kostet und überhaupt wäre heute alles viel zu teuer. Der junge Berater versuchte also die Brille zu reparieren, begleitet von den blumigen Beschreibungen, wie die Waschmaschine das ganze Wasser einfach so hat hinauslaufen lassen und wie der Fernsehen nur noch einen hellen Punkt zur Unterhaltung anbot, natürlich zur besten Tatortzeit und und und. Sie sabbelte in einer Tour, scheinbar auch mit dem Tischspiegel, als der Berater flüchtend in die hinteren Räume zur Werkstatt zog. Die Brille war hin und nicht zu reparieren, sie jammerte sich ins Tal der Traurigkeit und seufzte und jauchzte wegen der Kosten und er solle es doch bitte hübsch billig machen, weil in ihrem Alter braucht man doch keine teure Brille mehr. Zumal ja erst die Waschmaschine … – na, ihr wisst schon. Eilfertig zeigte er ihr einige günstige Gestelle und sie fand auch etwas. Jeder seiner nun folgenden Handgriffe wurde von ihrem Jammern und Wehklagen begleitet, mir tat der Berater wirklich leid. Als es an die Aufrechnung der Kosten ging war es dann geschehen, sie verlor künstlich die Fassung und versuchte scheinbar mit erhobener Stimme über die Tische hinweg mit mir Kontakt aufzunehmen. Eine neue Brille für 85 Euro sei für eine alte Frau doch arg viel Geld, denn vor kurzem wäre erst ihre Waschmaschine ……usw. Da ich nicht reagierte gab sie klein bei, zumal der Berater sich bei den nebenbei angezettelten Versuchen der Preisreduzierungen als eher unflexibel erwies. Die Gattin kam zurück und ich verlor den akustischen Kontakt, sondern folgte lieber den Ausführungen vor mir. Wir verließen kurze Zeit später den Laden, die alte Dame war immer noch nicht fertig, der Berater tat mir so leid. Als wir später aus dem Parkhaus fuhren, sah ich sie wieder – am Steuer eines weißen M6. Nun ja, man soll sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen.