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etwas mehr Respekt

09 March 2009

Eigentlich sollte ich meinen Feedreader bearbeiten, so voll wie der ist. Anyway, ein Teil der letzten 4 Tage war Promotion auf dem Messeteppich, Produktinformationen verteilen, Informationen anbieten, Menschen ansprechen, diskutieren, sich auf Themen einlassen die einem unsicher sind, spontane Gespräche mit fremden Menschen führen. Neben der Erkenntnis, dass mir diese Arbeit tierischen Spaß macht, habe ich auch noch etwas gelernt: Deutlich mehr Respekt gegenüber Menschen, die ihr Geld auf der Strasse oder in Kaufhäusern damit verdienen müssen, genau das zu tun was auch ich einen Teil der letzten 4 Tage gemacht habe. Es ist beileibe nicht leicht, auf wildfremde Menschen zu zugehen, um sich oder sein Produkt möglichst angenehm zu präsentieren. Man erlebt die merkwürdigsten Sachen, nur weil der Angesprochene schlechte Laune hat oder eben nicht abgesprochen werden will.

Soweit mich mein Empfinden nicht täuscht, habe ich mich nie in ähnlicher Weise wie teilweise erlebt gegenüber Prospektverteilern, Promotoren derart unwirsch oder unhöflich verhalten, solange man sich mir nicht direkt in den Weg stellte oder den Abstand künstlich zu kurz hielt, dass ich einen Schritt zurück tun musste. Doch werde ich mich fortan bemühen jedem ‘anständigen’ Promotor mit einem lächelnden “Nein, danke” zu verstehen geben, dass ich nicht interessiert bin. Man soll nicht glauben wie angenehm es ist, wenn man auf der anderen Seite steht und eine so kleine schöne Geste erfahren darf. Das motiviert wieder und macht den Job etwas leichter, gerade und besonders wenn man 5 Rüpel hintereinander hatte. Versprochen. #Lektion.gelernt

P.S. Annie Lennox ist einfach geil

P.P.S Meine Füße bringen mich um.

P.P.P.S. Ich geh jetzt ins Bett.

4 Kommentare | Rubrik(en): gelernt, gemacht, geschehen


die letzten 4 Tage

09 March 2009

4 Tage Standbesatzung mitten im Getümmel haben meiner Kondition weniger geschadet, meiner Konstitution jedoch leider schon eher. Die Stimme fieselt, ist dumpf und belegt, die Füße sind ein schmerzender Klumpen, obwohl ich nur gute und eingetragene Schuhe mitgenommen habe, der Rücken bittet um etwas Aufmerksamkeit. “Das ist Materialverschleiß” wie Indy schon feststellte. Ich weiß nicht welche und wie viele Wege ich gegangen bin, es waren sehr viele.

Die Tage waren lang, mental und körperlich anstregender als erwartet, doch mit der Besatzung war auch das ein Erlebnis der Extraklasse, dass ich um nichts in der Welt missen möchte. Wir haben den Stand gerockt (Zitat => D.), wir haben uns mit letztem Einsatz reingehängt, jeder war maximal engagiert und keiner war sich für keinen Job zu schade. Kein Kunde/Interessent ist abgeblitzt, jeder hat seine Antworten erhalten, viele waren mit dem zufrieden was sie hörten, einige auch nicht. Wenn es mal kontrovers zuging, blieben die Menschen vor mir dennoch immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten höflich und freundlich. So macht Kundendienst wirklich Spaß, Spaß und noch mehr Spaß.

Trotz der vielen Arbeit hatten auch wir unseren Spaß und den nicht hinter nur verschlossenen Türen, sondern auch draußen auf dem Teppich, mit den Kunden (die auch wollten) und den Nachbarn von gegenüber (sofern die nicht nur very serious Business im Kopf hatten). Unsere kleine Truppe ist in vielen Belangen einzigartig, mit nichts und niemandem aus anderen Firmen zu vergleichen. Ich bin ein Teil davon und könnte nicht stolzer deswegen sein. Da ist keine von Euphorie vernebelte Beurteilung, aus dem Alter bin ich defintiv draußen. Es sind tolle Menschen, es ist ein bombastisches Team. Ich bin ein Fan von Euch allen. Yeah!

1 Kommentar | Rubrik(en): gefühlt, gefreut, geschafft, geschehen


Annie Lennox

09 March 2009

Frauen spielen in meiner musikalischen Welt ein deutliche größere Rolle als Männer. Mit eine der größten Musikerinnen, weil mit einer sensationellen Stimme und einem einzigartigen musikalischem Können gesegnet, ist für mich Annie Lennox. Schon damals zu Zeiten von Eurythmics hing ich an ihren Lippen. Es waren Millionen von Männer in sie verknallt, einer davon sitzt sicher gerade hier. Die Frau kann alles singen, es klingt immer einzig und authentisch. Da bin ich also immer noch ein Anhänger dieser Frau und verpasse es, dass sie mit “The Annie Lennox Collection” ein neues Album draußen hat. Ok, es sind alt Sachen doch auch ein paar Neue dabei.

[Annie Lennox - A Whiter Shade Of Pale]

Nachtrag 12.03.2009:
Da Youtube mal wieder mit dem Einbetten seiner Videos zickt, hier nun der Link. Deren Gehabe ist mittlerweile so kindisch, da ich langsam die Lust verliere Youtube überhaupt noch zu benutzen. (thx Karl und sorry)

iTMS sei dank, darf ich das Manko aber so was von flugs ausgleichen und mich nun verzückt in die Ecke verziehen, um mich meinem übervollen Feedreader zu widmen und ihr zu lauschen. Klasse.

the Collection

1 Kommentar | Rubrik(en): gehört, gekauft


Packzwist

04 March 2009

Wir zanken oder streiten uns nicht, haben wir noch nie und werden wir auch auf absehbare Sicht nicht.Wir sind uns hin und wieder uneinig, dann wird ‘nur’ geredet, manchmal auch kontrovers. Wir haben auch schlechte Launen und richtig miese Tage. Dann geht der Eine dem Anderen auf Stichwort so lange aus dem Weg, bis der Andere wieder “ruhige Gewässer” signalisiert. Das funktioniert so vom ersten Tag an, ohne das wir uns groß abgesprochen haben, wie automatisch. Und das nun schon seit fast 20 Jahren.

Nur wenn es ums Koffer packen geht, nerven wir uns sehr schnell gegenseitig. Ganz zu Anfang musst die Gattin fast zwanghaft schon Tage vor der Reise die Koffer fast vollständig packen. Sie hatte unglaubliche Angst nicht rechtzeitig fertig zu werden. Was dazu führt, dass ich Sachen und Dinge suchte/brauchte die schon im Koffer waren, rausholen war nicht erlaubt möglich. Es gab regelmäßig Zwiste, die beste Tochter von allen verfolgte dies auf dem Logenplatz. Sicher war das eine Art Reisefieber. Im Laufe der Jahre hat die Gattin diese Furcht abgelegt und packt dennoch völlig entspannt erst einen Tag vorher.

Was sie hingegen völlig krabbelig machte, ist meine UnArt am besten erst ein paar Stunden vor der Reise meinen Koffer zu packen. Zum Ausgleich muss sie kontrollieren, wie ich den Koffer packe. Also wohlgemerkt nicht was ich packe, sondern wie. Also getrimmt auf maximale Raumausnutzung, korrekte knitterfreie Schichtung, usw. Ich kann das auch, aber sie kann es besser. Also packe ich meinen Koffer, wenn Sie nicht da oder anderweitig beschäftigt ist.

Heute hatte ich ein schlechtes Timing, die Gattin war da und hatte Freizeit als ich den CeBit Koffer packte. Sie fummelt jedoch kaum herum, blieb fern und erst als ich fertig war, kam sie um die Arbeit abzunehmen. Zwei/Drei kleine Korrekturen und fertig. Ihr Kommentar: “Sieht gut aus.” Was wäre ich ohne Sie? Unfähig Koffer zu packen. :D

10 Kommentare | Rubrik(en): gefühlt, gelacht, geschafft


Blattbefreiung

03 March 2009

Der Hunger trieb mich zu Ban-Thai für gebratenen Reis mit Hühnchen und Gemüse. Wobei ich unbedingt mal mit denen reden muss, der Hühnchenanteil nimmt gegenüber dem Gemüseanteil überdurchschnittlich ab. Wobei das mit dem Reden schwer wird, die beiden ‘Cookies’ sind asiatisch freundlich und höflich, doch egal was ich sage, mein Eindruck nicht verstanden zu werden verstärkt sich expotential mit der Kopfnickfrequenz der Beiden.

Ich trau mich kaum etwas anderes zu bestellen, weil ich fürchte brachial scharfes Zeugs kredenzt zu bekommen. Frage ich “wie scharf” lächelt sie. Wie lieb. Und mir fliegt am Ende die Schnauze in Fetzen. Danke nein. Wenn ich meinen Reis bestelle und ‘bitte nur etwas scharf’ bestelle, lächelt sie und nickt in bester Headbanger-Manier. Es ist spannend bis zum auspacken, ob es mir den Gaumen entzündet oder nur heftig an der Lippe bitzelt, oder sich die Nebenhöhlen schlagartig befreien. Sie macht das scheinbar nach Tagesform, mal mehr oder mal weniger. Sie ist nett und ich glaube am Grad ihres asiatisch freundlichen Lächelns schon erkennen zu können, wie es mir in etwa 30 Minuten gehen wird. Nicht das wir uns missverstehen, ich mag gut gewürztes Essen. Es darf auch mal etwas mehr würziger sein, doch möchte ich von der Trägermasse der Schärfe außer der Konsistenz auch gerne noch etwas Eigengeschmack mitbekommen. Heute lächelte sie sehr verhalten, vermutlich auch weil sie die Haare geschnitten hat, also werde ich einen guten Mittag haben. Bewaffnet mit der Portion Reis und einem köstlichen Schoko-Muffin vom Wiener Feinbäcker, eile ich zurück ins Büro. Hunger! An der Tür:

unten

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Grinsen, Karte an den Leser drücken, brummen abwarten, rein, Aufzug holen, hoch, Lunchroom, Bauch vollschlagen, Muffin töten, 2 Cappuccino – hat alles geklappt. Der Mittag ging gut, die Arbeit fluscht, die Sonne scheint. Als fleißiger Mensch gehe ich dann heute mal pünktlich, also einigermaßen. Außerdem muss ich noch Zeugs für meinen CeBit-Aufenthalt besorgen. Den Aufzug runter und fällt mir auf, dass ich den ersten Tag seit langem bei Licht ins Büro gefahren bin und es auch im Hellen wieder verlassen werde. Die Laune steigt, es heißt heute früher nach Hause. Der Zettel an der Tür ist weg. Auf der Strasse schaue ich neugierig nach oben in den 3. Stock, um das misshandelte Blatt oder auch nicht mehr zu erspähen.

oben

[klick auf das Bild zum vergrößern]

Pech für das Blatt, es muss leider weiter leiden. Neben mir steht eine mir vom Sehen bekannte Frau und schaut auch nach oben. “Äschd jez”, sagt sie, “di kenne des Blädsche ruisch widder roi nämme, ei des ged dooch gabut. Hawwe se ach vorhien den zeddel do an de dier g’sehe?” Wir quatschen noch einen Moment, also sie quatscht und ich versuche nur dem Schwall ohne Schaden zu folgen und dann geht jeder seiner Wege. Ich sitze im Schlittchen, rein aus guter Laune und weil die Sonne herrlich zwickt zupfe ich die Sonnenbrille aus dem Etui und lasse Tim Daughtry laufen. Das Schlittchen fährt mich nach Hause. Heute war ein guter Tag.

P.S. Warum hat GIMP eigentlich keine vorgefertigten Pfeile oder andere Stardardformen?

4 Kommentare | Rubrik(en): gefragt, geschehen, geschmeckt, gesehen


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