ist schon was dran

Wie man heute in den Nachrichten auf RTL hören musste, nach einer repräsentativen Umfrage glaubt die Masse der Menschen in diesem Land, dass die überwiegende Menge der Mitmenschen unhöflich und schlechte Manieren haben.

Wie oft am Tag erlebt man das an sich selbst, oder ist es gar selbst, weil man miese Stimmung hat, oder schlicht genervt ist? Oder Mitmenschen machen es einem schwer höflich, freundlich zu sein und dann lässt man es halt auch sein. Fängt ja schon beim Tagesgruß an, oder beim “Danke”, Tür aufhalten, Vortritt lassen, helfende Hand anbieten was auch immer. Dabei kommt man in der Regel schneller und besser an sein Ziel, wenn man freundlich und höflich bleibt.

Muss ich mir öfter vor Augen halten und mich nicht immer von Mitmenschen nerven lassen, auch wenn sie es verdienen. Meine Laune leidet letztlich darunter und nicht deren. 

unerwartet

Man stelle sich vor, in einer etwas engeren Strassenumgebung, mit links und rechts parkenden Autos. Deren Parkstil lässt vermuten, dass je später man in der Siedlung einen Parkplatz sucht/benötigt, umso rigoroser ist man im Umgang mit der StVO um die freien Flecken. Es ist also eng und dunkel noch dazu. Hier gibt es eine Kreuzung, die von 2 Seiten an belebte Strassen angrenzt und die anderen beiden Seiten münden in eine eher beschauliche Lage. 

Des Morgens fahre ich den Weg von der beschaulichen Seite entlang in Richtung der Kreuzung. Auf dem Weg dorthin überfahre ich fast eine militante Radfahrerin, die das mit der dunklen Kleidung und der tageslichtschwachen Zeit nicht verstanden hat. Ich war so sauer, dass ich sie durch geöffnete Fenster gebeten habe, sie möge sich doch einfach selbst im Wald erschiessen, anstelle drauf zu vertrauen das ein unbeteiligter Verkehrsteilnehmer sie unter der Motorhaube begräbt und sich Zeit seines restlichen Lebens dann Vorwürfe macht. Hat sie nicht verstanden und gab mir mit einem kommunikativen Handzeichen zu verstehen, ich solle mich doch ins Knie ficken. Nun ja.

Ich fuhr weiter auf die Kreuzung drauf, lies mein Knie aber in Ruhe, als von der verkehrsreichen Seite ein Wagen heran preschte. Der Wagen kam von rechts und hätte Vorfahrt gehabt, wäre ich nicht schon auf der Kreuzung gestanden, deswegen fuhr ich weiter. Es began ein entrüstetes Hupen des Wagens der seine Vorfahrt nachträglich einforderte. Ignorant fuhr ich weiter und der Wagen ordnete sich hinter mir ein, nicht ohne weiterhin lautstark auf sein gestohlenes Recht aufmerksam zu machen. 

Eine Kurve, dann noch eine Kurve, dann noch eine, der Wagen fuhr weiter hinter mir her. Spannend. Da sucht wohl jemand Streit auf die persönliche Art. Ich fuhr zum Parkplatztor und hielt die Zugangskarte aus dem Fenster an das Lesegerät, der Wagen weiter hinter mir. Ich erwartete schon in der kurzen Haltepause die Tür hinter mir schlagen zu hören und stelle mich auf sinnloses Gebrülle ein. Es kam aber nichts. Ich fuhr auf den geschlossenen Parkplatz, der wagen auch, mein Parkplatz war 2 Reihen vor dem des anderen Wagens. Wir stiegen aus, sie sieht mich und brüllt über den Parklatz zu, dass ich wohl vollkommen bescheuert wäre.

Ich gehe in ihre Richtung und sage, da ich schon auf der Kreuzung war. Sie solle sich nun nicht mehr aufregen, dafür wäre es deutlich zu früh. Sie beharrte, sie hätte Vorfahrt gehabt und ich hätte ihr diese genommen. Es wär nur ihrer schnellen Reaktion zu verdanken gewesen, dass sie mir nicht in die Seite gebrummt wäre. Ich Depp. Mir war es deutlich zur früh für den Scheiss. 

Ich liess das so unkommentiert stehen und ging zurück zum Auto um meinen Rucksack zu holen, während Sie ihre Tür mit Karacho zuwarf und mit einem unwirsch hektischen Gang ins Bürohaus began. Da musste ich leider auch hin, weil es ist auch mein Bürohaus. Sie ging mit weiten Schritten vorweg, ich mit meinen mittlerweile aufgesetzten Kopfhörern und im von mir künstlich gehaltenen Abstand hinter ihr her. Sie steht an der Tür, findet ihre Zugangskarte nicht, ich schon.

Jetzt müsse sie sich von mir Depp auch noch die Tür aufmachen lassen. Jetzt bin ich genervt. Sie ist letztlich alt genug einen Führerschein zu haben, aber nicht ausreichend erwachsen um sich wegen einer völlig banalen Situation hier nicht zur Vollidiotin zu machen. Ich habe keinen Bock drauf mich von einer überspannten Idiotin um die Uhrzeit blöd anmachen zu lassen, also solle sie ihr Maul halten bevor ich richtig unhöflich würde. Sie schnaubte und lies sie zuerst eintreten, nachdem ich meine Karte an den Leser hielt. Sie nahm die Treppe, ich den Aufzug zur, war mir auch lieber so.

Warum

dürfen die eigentlich immer noch bügelfrei auf Hemden schreiben und dann steht man doch wieder am Brett, weil die Hemden aussehen wie aus Crickle. Hä?

Oder bezieht sich das Wort bügelfrei, dass es frei von Kleider-Bügel ist und man selbst einen ranmachen muss? Aber darum kümmert sich mal wieder keiner. *narv

Mama hat gesagt

Wir parken nebeneinander, im Wagen neben mir sitzt ein 7-jähriger Junge, den ich vom sehen kenne. Er erkennt mich auch, zumindest winkt er zurück, die Mutter ist für mich nicht sichtbar. Der Junge sitzt auf dem Fahrersitz, sicher nicht mit dem Einverständnis der Mutter und spielt Auto fahren. Nach einem schnellen Blick sehe ich, dass es ein Automatik ist und der Schlüssel nicht steckt. Ich widme mich meiner Besorgung im nahen Lädchen und komme wieder zurück. Der Junge steht jetzt neben dem Wagen auf dem Parkplatz und heult Rotz und Wasser, die Mutter weiterhin nicht sichtbar. Aus dem Wagen brüllt die Musik-Anlage, die geschlossenen Türen können den Lärm nicht verdecken.

Ich gehe zu dem Jungen und versuche ihn zu beruhigen. So erfahre ich, das “DieMamahatmirerlaubt *schnief* michaufihrenPlatz *schluchz* zusetzenundaufsiezuwarten *schniefschluchz* ichsollabernichtsanfassen *schluchz* undichhabirgendwogedrückt *schnief* undjetztistessolautundichweißnichtwiedaswiederleise *schluchz* geht. *schniefschluchz* Der kleine Kerl ist richtig verzweifelt. Auf die Frage, ob ich mir das mal ansehen soll, nickt er heftig, während er sein Schluchzen und Schniefen wieder unter Kontrolle bekommt.

Ich öffne die Tür und sehe ein Pack Tempo, aus dem ich eines ziehe und ihm gebe, damit er sich die Nase schnäuzen kann. Das Radio ist eines ohne Drehknöpfe, nur mit Tasten. Ich drücke die Taste zum Verringern der Lautstärke bis die Musik nur noch sehr sachte säuselt. Er beruhigt sich und drängt wieder in den Wagen, sein Tempo drückt er umständlich in die wohl etwa zu große Jeans, sagt danke und schiebt sich an mir vorbei, wieder auf den Sitz.

Er ist wieder ok, dennoch frage ich wo seine Mutter denn sei. Die wäre in einem Laden um was umzutauschen, ich solle aber bitte nichts sagen, dass er die Musik so laut gemacht hätte. Natürlich verspreche ich ihm das, frage aber, ob ich noch einen Moment warten soll, bis die Mama wieder da ist. Nein, sagt er, er könne jetzt wieder allein. Dann zieht er die Tür hinter sich zu und drückt den Verrieglungsknopf herunter. Er lächelt schüchtern und winkt mir erneut zu. Zu gerne würde ich wissen, wie er der Mutter das verheulte Gesicht erklärt, muss aber auch nicht sein.

iPad-Feuerwehr

Die Gattin knobelt gerne. Noch viel lieber seit sie das iPad mini annektiert hat. Unfreiwillig wie sie anfangs des neuen iPad Airs mehrfach zu vermitteln versuchte, damit das Kleine nicht so nutzlos herumliegen würde. Nun ja..

Weil CandyCrush ja nie weiter geht, bekam ich den Auftrag “Such doch mal etwas neues”. Also nicht so direkt, sondern eher meta. Sie murmelt dann Sätze, die scheinbar keinen Bezug haben, doch wenn man sie kennt weiß man um die indirekten Botschaften und ab wann man gemeint ist, auch wenn man gar nicht gemeint ist. Sie verstehen doch, oder?

Sie spielt jetzt zusätzlich Numberama 2, also immer dann wenn CandyCrush sich weigert gefälligst bespielt zu werden. Doch auch auf Numberama 2 kommt es hin und wieder zu Verzögerungen, ‘weil man vor lauter Zahlen den Zusammenhang nicht findet‘. Stundenlang (in diesem Haushalt gibt es ein massives Wurmloch) könne man suchen und suchen und findet einfach nichts. Meist wird noch ein unflätiger Fluch, ums die entgegen gebrachte Verachtung gegenüber dem Spiel noch zu verstärken. 

Und dann darf die Feuerwehr ran, sprich “Ich gehe mal eine rauchen, schau Du derweil doch bitte, ob Du was findest. Was ich nicht glaube, weil das geht gar nicht.” Die Feuerwehr (also ich) als gewohnter Helfer in der Not findet auch immer, obwohl ich mit solchen Spielen nichts anzufangen weiß. Aber was tut man nicht alles ….