Wechselsorge

Das Netz ist voll von Horrorgeschichten und Erfahrungen, sobald man einem der hiesigen Telekomunikationsunternehmen den Rücken kehren will und sich einem Anderen zuzuwenden möchte. Viele kennen diese Wechsel-Geschichten, teilweise sogar auch aus eigener Erfahrung. Gerade auch wegen dieser Geschichten habe ich mich bisher immer vor einem Wechsel gescheut, eben weil da so viel schief gehen kann und ich überhaupt nicht gut darin bin, wenn ich zwischen den Stühlen sitzen muss und auf die Gutmütigkeit monopolistischer Unternehmen angewiesen bin, die sich hinter AGBs verstecken können. Dennoch habe ich mich nun nach 15 Jahren Arcor (jetzt vodaphone) zum Wechsel auf Kabel bei unitiymedia entschieden, weil ich die Schnauze voll habe. Arcor/Vodaphone wollen/können meinen Upload nicht erhöhen, sondern haben bei meinen Anrufen (zur Nachfrage ob sich im Sektor etwas getan hat) in der Vergangenheit stets versucht mir meine 16mBit down mit IP-TV zu verstopfen. Letzte Woche musste ich mich nahezu 5 Minute mit einem übereifrigen CallCenter-Agent herumgeschlagen, der mit einer unglaublichen Hartnäckigkeit sein „Kunde-hat-Interesse-und-Du-kannst-was-verkaufen-Script“ abgearbeitet hat.

Lange also habe ich mit mir gerungen, recherchiert und mich versucht zu informieren und auch jetzt noch nach der Bestellung bei unitiymedia plagt mich ein ziemlich mieses Gefühl, ob das alles gut gehen wird. Zur Sicherheit habe ich schon mal die Versicherung angerufen und mich um die Gültigkeit der Rechtsschutzversicherung versichert. Der Vorlauf zur Umstellung ist ausreichend weitläufig gesteckt. Es sind ~5 Monate Zeit, auch weil die Kündigungsfrist bei Vodaphone mit 3 Monaten vor Vertragsende schon fast unanständig lange ist. Wir müssen noch das Kabel aus dem Keller in die Wohnung ziehen, doch das ist eine relativ einfache Aufgabe. Im schlimmsten Fall habe ich das Handy mit Thethering-Option und weiterhin DVB-T fürs Fernsehen. ….. Ich mache mich selbst ein stückweit verrückt, ich weiß… ich kann manchmal nicht anders. *sigh*

Nervös

Das Handy am Ohr gehe ich im Luft- und Sonnenbad (Lufti) am FKK-Bereich vorbei, der sich hinter einem hohen Bretterzaun befindet. Eine füllige Frau stürzt mit einem riesigen Handtuch bekleidet aus dem Eingang, als wenn sie den nächstbesten Menschen der nicht flüchtet auffressen möchte. „Habbe sie do ewe üwwer de Zaun gegnipst?“ „Nein“, sage ich nachdem ich das Telefon kurz vom Ohr nahm, „ich telefoniere.“ Sie schaut wütend auf mich, dann aufs Telefon in meiner Hand, dann wieder auf mich. Ich gehe meines Weges und spüre noch viele Meter weiter ihren Messerblick im Rücken. Kurz vor dem Aufgang zur öffentlichen Liegewiese drehe ich mich um. Sie steht steht immer noch da, die Hände in die Hüften gestemmt, schaubend und nur auf einen Anlass wartend mir hinterher zu stürmen und mich platt zu walzen. Die Gattin kommt und drückt mir die Liege in die Hand, während sie am Automaten um die Eintrittskarten steht. Wenn sie wüsste, dass sie mich wohl gerade gerettet hat. Die Furie wacht weiter am Zaun entlang, ich scheine entlastet, froh darum.