müssen wir noch üben

Samstags frische Brötchen und Hörchen zu haben ist eine lieb gewonnene Gewohnheit, auf die wir nicht verzichten wollen. Da der Bäcker ja nun geschlossen hat, testen wir uns am heimischen aufbacken. Entgegen der Empfehlungen auf den Verpackungen haben wir die Brötchen und die Hörnchen auf der Oberfläche leicht angefeuchtet, bevor sie in den Ofen kommen.

  • Aufbackbrötchen des Markenherstellers Gol.den.To.ast:
    • Soll: 180°C und ca. 15 Minuten
    • Ist: nach 20 Minuten waren sie halb, nach 24 Minuten akzeptabel doch bröselig wie verrückt
  • Aufbackhörnchen des Markenherstellers Gol.den.To.ast:
    • Soll: 180°C und ca. 15 Minuten
    • Ist: nach 25 Minuten außen trocken und krümelig, innen eine komische irgendwie halbrohe Konsistenz


Da ist noch Platz für Verbesserungen. Wir versuchen also einen anderen Hersteller, einer muss doch schließlich auch das halten, was er auf die Verpackung als Bild aufdruckt und als Fertigstellungsanweisung schreibt.

Aufbackärger

Weil ich wir unter der Woche keinen Bock habe haben zum Bäcker zu fahren und sowohl die Gattin als auch ich derzeit zu Hause sind, könnten wir es ja mit Aufbackgedöns zum Frühstück versuchen. Schöne frische selbst gemachte und warme Backwaren, Kaffee im Bett auch unterhalb der Woche, ein herrlicher Gedanke.

Akt 1 – Dienstag => Aufbackbrötchen

Die Marke mit dem Edelmetall im Namen, es sollen angeblich Sonntagsbrötchen sein. Der Backofen auf 180°C bei ca. 8 Minuten solle die Brötchen fertig backen. Wir haben einen Elektrobackofen, ohne Umluft sondern nur Heizspirale von oben und basta. Im Laufe der Jahre lernt man schon, dass die Angaben auf den Verpackungen nur eventuelle Richtwerte sind, und sie sich wer auch immer wieder gerne ausdenkt. Den Ofen auf 200°C und die Brötchen ca. 10.Minuten eingelegt. Heraus kamen durchaus knusprige Brötchen mit einem etwas zu deutlichen Teiganteil im Inneren, als eine stellenweise kompakte Masse.*wtf*

Akt 2 – Mittwoch => erneute Aufbackbröchten

Den Rest der 8er Packung in den Ofen versenkt, dieses Mal mit den empfohlenen 180°C und satten 15 Minuten. Durch stetigen Blick ins Innere unseres treuen Ofens vergewissere ich mich, dass da drinnen nichts zu dunkel wird. Am Erlebnis vom Vortag ändert sich leider nichts. Ich beginne mich zu fragen wie die zeitlichen Bemessungen des Fertigbackens eigentlich ermittelt werden. Würfeln die, werfen sie Knochen, multiplizieren das Bellen des Hundes im Nachbargarten mit der Uhrzeit und teilen das Ergebnis durch 60?

Akt 3 – Donnerstag => scheiss aufs aufbacken

Toastbrot im ollen Braun. Der Toaster macht beim herunterdrücken des Aufzuges zwar Geräusche wie ein rostiger Tanker auf felsigen Grund, aber er funktioniert und wir bringen es nicht fertig ihn zu entsorgen. Das ist ‚der‘ erste gemeinsam erstandene Toaster, den wir uns direkt nach dem Zusammenziehen gekauft haben. Das Ding hat auf Lebzeit eine Daseinberechtigung, egal wie er sich anhört. Wenn er nicht mehr tut, baue ich ihn um zur Vase oder was auch immer. Aber im Müll landet der ganz sicher nicht. Er fährt wunderbar krosse Scheiben hoch, prächtig. Nur nicht am Regler drehen, der steht schon seit Jahren in der Stellung und ist schlicht „perfekt“. Ich überlege beim warten der 3 Fuhre den Drehschalter, der die Bräunung des Toasts beeinflusst mit Sekundenkleber zu fixieren. Wenn der einmal verstellt ist, brauche ich wieder Jahre um die ideale Stellung zu ermitteln. Oder ich verstecke ihn, damit ihn außer mir keiner sonst benutzt. *ha*

Akt 4 – Freitag => Bagles zum aufbacken

Ein namenloses Produkt aus dem Nervmarkt mit dem „einmal hin…“ und so. Der Ofen soll bei 170°C nach 3-5 Minuten wunderbare Bagles in die Welt entlassen. Der Ofen heizt auf die geforderten 170°C auf und die Delinquenten kommen auf den Rost. Nach 7 Minuten keine äußerliche Änderung in der Farbe, die Konsistenz außen ist jedoch recht kross. Einen Bagle fummle ich vom Rost um „hinein“ zu schauen. Innen ist weiterhin eine relativ feste Masse aus Teig, das riecht auch noch nach Teig. Also wieder hinein und nochmal 5 Minuten warten. Danach war der Teigduft zwar weg und sie waren innen einigermaßen, doch außen konnte ich nur doppelkross feststellen. Man beißt also einmal rein und die umliegenden 1,5 Meter sind hemmungslos verkrümelt. Danke.

Macht alles keinen Spaß, Umluft soll ja angeblich besser sein. Ehrlich? Ich bezweifle das, vielmehr bin ich wohl den täuschenden Aufdrucken der Lebensmittelindustrie auf den Leim gegangen. Nichts macht mich mehr für ~1 Stunde grummliger, als ein Frühstück das nicht klappt. Kein Aufbacken mehr hier.