wie man sich Kunden verprellt

Hin und wieder nutze ich eine Virtualisierungssoftware, wenn ich unter Linux etwas basteln möchte, oder mit eine Linux-Distri ansehen will oder eine Windows-Software nutzen muss. Für diesen Zweck gibt es Tools wie z.B. Virtualbox, VMWare, Parallels uva. Seit Jahren nutze ich neben Virtualbox auch VMWare. Virtualbox ist bisweilen recht zickig und  VMWare kann zusätzlich die BootCamp-Installation auf dem Mac aktiv nutzen. Das alles muss man nicht haben, ist halt Geek-Stuff. Lasst mich.

Im Zuge der anstehenden Anschaffung von Mac OS X 10.8 Mountain Lion prüft der vorsichtige Nutzer die Kompatibilität ’seiner‘ Tools ab und stellt hie und da tatsächlich Upgradebedarf fest. Die allermeisten Hersteller sind so freundlich und geben den Nutzern ihrer älteren Produkte einen akzeptablen Nachlass. Nicht so VMWare. Weil ich diesbezüglich nichts an Hinweisen auf deren unübersichtlichen und nach meiner Ansicht nach völlig verkorksten WebSeite gefunden habe, schrieb ich deren PreSales an und bat um Übermittlung eines Upgradeangebots für VMWare Fusion 4. Das kam als Antwort:

We don’t offer any discounts on this product. This is a new version of the product you currently have and you can’t apply the value of something you’ve already purchased towards a new edition. The price used to be 69.99 for new customers and 49.99 for upgrades. The price point was so popular that VMware decided to make it 49.99 for everyone. Fusion is the #1 virtualization software on the market and is worth the cost. If you wish to switch to virtual box we’re sorry to see you go.

Unsinnig zu erwähnen, dass man beim Start von VMWare Fusion3 auf die neue Version hingewiesen wird und man den Eindruck gewinnt, dass es sich um ein Upgrade handelt. Sicher sind 49,99 € jetzt nicht die Welt, dennoch sehe ich es nicht ein als loyaler Nutzer den vollen Preis zu zahlen. Ich will meinen Upgradepreis. Der Agent kann nichts dafür, dennoch konnte ich mir die Antwort nicht verkneifen:

No offense, but this kind of political decision seems more arrogant to me than confident in ‚yourself‘. VMWare maybe is the #1 in virtualization software but alienating loyal users is not the best way to keep this status, isn’t it? But we both cannot change this, … but wait … actually I can. So long VMWare.

Also schaute ich mich auf der Parallels Webseite um. Ein roter Kasten (so was nennt man Störer, falls es jemanden interessiert) auf der Seite des Tools „Parallels Desktop 7“ erregte meine Aufmerksamkeit, bzw. ein Satz in der roten Box:

[klick auf das Bild zum vergrößern]

*haha* Wie geil. Da hat jemand aufgepasst und bietet verprellten VMWare Nutzern wie mir ein Cross-Upgrade zu deren Tool für den Preis an, den VMWare eigentlich halten sollte. Aber da man ja die #1 der Welt ist, braucht man das nicht. Schließlich brennen die Nutzer der Welt darauf, ihr Geld der #1 aufzuzwängen. Der Kracher ist, dass mein neues Tool „Parallels Desktop 7“ in der Lage ist das Boot-Camp zu nutzen und die virtuellen Maschinen aus der VMWare Fusion zu importieren. Sprich ich kann die alten Maschinen nach einer kurzen automatischen Konvertierung einfach weiter nutzen. hua! Und das Tool fühlt sich sogar im Gegensatz zur VMWare sehr cool an. Ich denke auch darüber nach, die geschäftlichen VMWare-Lizenzen diesem ‚Upgrade‘ zu unterziehen. Hint: never fuck the customer. got it VMWare?