amerikanisches Mallorca-Syndrom in Deutschland

Wir sitzen in der Sonne in einer Art kleinen Biergarten mitten in wiesbaden, geniessen die sicherlich kurze Wärme und warten auf unsere bestelltes Essen. Amerikanische Menschen und deren deutsche Begleiter kommen vorbei, wobei die Begleiter wortreich erklären wo man gerade ist und was man hier so macht. Sie sind alle etwas linkisch und unsicher unterwegs, also beide Parteien, vielleicht Urlaubsbekanntschaften auf Gegenbesuch.

Sie stehen alle vor der Tageskarte (Tafel mit Kreide) und übersetzten die Mahlzeiten, es ist eine deutsche Karte mit einfachem aber sehr gutem deutschen Gerichten. Die Amis springen partout nicht drauf an, auch als die Bedienung mit unseren Teller an der Gruppe vorbei läuft, sehe ich nur gerunzelte Stirne. In der Nachbarschaft entdecken sie eine Burger-Bude und sind nicht mehr zu halten. Nun ja, was einigen Deutschen die Schinkenstrasse auf Mallorca ist, ist einigen Amerikanern wohl der Burger. Bloß nichts neues versuchen, könnte ja gut sein. (Es gab übrigens bei uns Rosenkohl mit Rouladen und Petersilienkartoffeln. GEIL!)

An der Ampel

Hinter mir an der roten Ampel steht ein Wagen mit 2 Insassen, er fährt und sie sitzt daneben. Sie gestikuliert wild vor sich hin, redet in einer Tour, dazwischen ein böser Blick in seine Richtung. Er schaut stoisch nach vorne, kein Ausdruck seines Gesichts deutet auf seine Stimmung hin. Unsere Augen treffen sich in meinem Rückspiegel, sie macht weiter, er schaut. Das sieht nach richtig Stress für ihn aus, er erwidert überhaupt nichts, sie hat die Oberhand. Er sagt mir mit seinen Augen, dass er gerne bei mir sitzen würde, ich würde ihn gerne antworten, da wird die Ampel grün. Mein Spiegel schickt ein ’nicht unterkriegen lassen‘ nach hinten, er nimmt es weiterhin teilnahmslos zur Kenntnis.

Tageslog

  • Heute in der Fußgängerzone gewandelt und gefühlte 10 Minuten kein einziges deutsches Wort gehört.
  • Ein Junkie, der um13.00 Uhr völlig stoned an der Ecke kauerte und die Hand aufhielt, in Richtung der Wand.
  • E-Plus dankt für die Verlängerung und schenkt mir 5 Euro im Monat. Geht doch.
  • Einen tollen molligen weichen und sehr langen Schal gefunden. Ist in langweiliger Farbe, aber er wärmt.
  • Boss Orange.
  • Ein Streitgespräche zwischen Teenies, während sie beide weiter gingen und wie besessen auf dem eigenen Handy herum tippten.
  • Kleines Kind beim Einstecken von Schokolade erwischt. Die Mutter trugs mit Fassung.
  • Die neue Küche ist für Ende Januar bestellt, hoffentlich trügt uns unser Gefühl nicht. Wir sind knapp unterhalb des Budgets geblieben, leider ist es nicht etwas bunt wie von mir gehofft, die Gattin blieb stur.
  • Bin das Ziel erfolgreicher Überzeugungsarbeit geworden, die Reifen der beiden Wagen sind beim Reifen-August eingelagert, nix mehr mit selbst schleppen und wechseln.
  • Die ehemaligen Lieblingsuhren werden verkauft. Eine hat schon die Zusage für ein neues zu Hause.
  • Mit wurde heute doch tatsächlich für 15 Sekunden der Mund (nicht wegen der Küche) verboten. Ich fand das gar nicht witzig.
  • Starbucksbecher können auch umfallen. Dann könnte man mindestens drinnen Bescheid geben, anstatt einfach aufzustehen und alles liegen zu lassen.
  • 12 von 12 … ja also …
  • Mit E10 flutscht das Schlittchen irgendwie besser, oder ist das ein Placebo-Effekt?
  • Späte Pizza in Mainz, die Gattin hatte Mut und bestellte anders als üblich (Tagliatelle a la Panna), ich brauchte wieder eine Pizza Mafia mit frischem Pfeffer.
  • In den frühen Abendstunden auf dem kaum bevölkerten Marktplatz in Mainz zu stehen hat was von Heimweh. irgendwann ……