was man halt so macht

Innerhalb weniger Wochen sind während dieses Sommers am Opel alle Luftdüsen ausgefallen. Wobei, was heisst ausgefallen? Der Luftstrom konnte nicht mehr ausgerichtet, kontrolliert oder einzeln abschaltet werden. Die Lüftung funktioniert dabei schon, vielmehr sind die Regulierklappen am Armaturenbrett nicht mehr funktional. Der Dreh-Knopf unten greif nicht mehr, die Fächer im Hintergrund sind auf einer willkürlichen Position festgeklemmt.

Duese

Während des Sommers störte mich das weniger, da ich wegen der weiterhin nicht reparierten Klimaanlage sowieso öfter das Fenster geöffnet hatte. Doch jetzt im Winter, wo die warme Luft schon besser ausgerichtet sein muss, stört es schon. Natürlich könnte man auch mit einem Stöckchen die Klappen ausrichten, aber da sträubt sich dann doch meine Fähigkeit zum Gleichmut. Was also tun?

Die bequeme Variante: austauschen lassen.
Keine Option, das muss auch anders gehen. Ganz so unbegabt mit den Händen bin ich dann doch nicht.

Die mittel-bequeme Variante: ausbauen und selbst austauschen.
Nach 10 Minuten und portionierter gutmütiger Gewalt ist der äußere Ring entfernt und darunter kommt ein verklemmter Einsatz zum Vorschein, der die Klappen und die Regulierung in einem quadratischen Kasten fixiert. Den Kasten aus seiner Halterung zu lösen ist kniffliger als erwartet, weil man an den blödsinnigsten Stellen kleine federnde Wiederhaken eingebaut hat, damit diese Baugruppe auch ordentlich im Armaturenbrett hält. Scheinbar beschäftigen sich die Opel-Ingenieure wirklich nur mit dem Zusammenbau und vergessen die Option der möglichen Zerlegung völlig. – Die Baugruppe ist haptisch betrachtet billigstes China-Plastik, weich und biegsam und ich verstehe nicht, wie dieser Schund überhaupt die ersten 3 Jahre schon durchhalten konnte. Der Kracher kommt, als ich in einem Ersatzteilkatalog feststelle, dass jeder dieser Einsätze in neu doch tatsächlich 24,95€ kosten soll. Und ich brauche 4 davon. NEVER!

Die unbequeme Variante: selbst reparieren.
Die Fummelei um die Baugruppe zu erlegen ist eine Herausforderung, gerade für Menschen mit nicht winzig kleinen Händen. Zwangsläufig wird aus gutmütigen Krafteinsatz dann eher rohe Gewalt, denn der billige Plastik ist erstaunlich widerspenstig. Dann zerfällt das Ding urplötzlich in zig Einzelteile und man hat Mühe alles wieder beisammen zu halten, denn billiger Plastik scheint einen Fluchtreflex zu entwickeln, sobald dieser aus seinen Halterungen befreit wird. Nach 30 Minuten und 5 Anläufen war es wieder zusammengebaut und fertig zur Montage. Die anderen 3 gingen dann wieder schneller, weil Übung. Eine Hilfe war auch das Youtube-Video (click) eines englischen Opel Fahrers (dort heisst die Ingenieurkunst allerdings Vauxhall – nicht das etwas ändern würde, ich mein ja auch nur).

Ergebnis: 2 kleine Schnittwunden am Zeigefinger und Daumen (Schnittwunden haben bei mir schon fast Tradition), ca. 100 Euro gespart, einige Kratzer am Armaturenbrett (weil die Außenringe verflixt schwer zu lösen sind, wenn so gar keine Ahnung davon hat, wie genau die festgemacht wurden und man das o.g. Video zu spät findet) und einen guten Teil des nachmittäglichen Sonntags damit verbracht, dem verbrecherischen Opel-Ingenieur schlimmste vorstellbare Krankheiten an den Hals zu wünschen.

Wer jetzt im meinem Opel auch nur versucht die Lüftungsdüsen anzufassen, bekommt von mir sofort auf die Finger. Klar?